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Dresden erinnert an die Schrecken der NS-Zeit

Dresden erinnert an die Schrecken der NS-Zeit

Trotz der Kälte und beginnendem Regen fanden sich gestern Mittag zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor der Kreuzkirche Dresdner Schüler, Bürger und Politiker ein, um der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken.

"Es ist ein Gedenktag, der immer schwierig, aber auch wichtig ist", sagte Christian Behr, Pfarrer der Kreuzkirche in seiner Eröffnungsrede. Danach begann er die insgesamt 1953 Namen ermordeter und verschollener Juden aus dem "Buch der Erinnerung" sowie die Namen der von den Nazis deportierten Sinti und Roma zu verlesen. "Ich finde es wichtig, dass man weiß, wie viele Menschen durch das NS-Regime gestorben sind", sagt Michael Katzschke, Schüler der neunten Klasse des Marie-Curie-Gymnasiums, der auch einen Teil der Namenslesung übernahm.

Gegen 16 Uhr begann die Bewegung "Marsch des Lebens" einen Demonstrationszug zum Gedenken an die Opfer des Holocaust. Etwa 150 Menschen liefen von dem Gelände der ehemaligen Göhle-Werke über den Bahnhof Neustadt und die Augustusbrücke zur Kreuzkirche, wo 18 Uhr ein Gedenkgottesdienst stattfand. Zum ersten Mal fand ein solcher "Marsch des Lebens" statt, der seit 2007 bereits in 14 Ländern und über 100 Städten veranstaltet wurde. Am Abend fand außerdem in der Gedenkstätte Münchner Platz eine Feierstunde statt. Trotz der Kälte und Regengüssen fanden sich im ehemaligen Richthof, in dem die damaligen Machthaber viele ihrer Gefangenen hinrichteten, Politiker, Mitarbeiter der TU Dresden und Angehörige der Opfer ein. "Wir brauchen die Erinnerung der Vergangenheit, um die Gegenwart zu verstehen und die Zukunft erfolgreich zu gestalten", sagte der zweite Bürgermeister Detlef Sittel in seinem Grußwort, auch mit sorgenvollem Blick auf die derzeitige Pegida-Bewegung. Im Anschluss an die Gedenkfeier gab es eine Informationsveranstaltung zur Neugestaltung der Kindergrabanlage auf dem Sankt-Pauli-Friedhof, der an den Tod von 225 Kindern polnischer und sowjetischer Zwangsarbeiterinnen erinnern soll.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.01.2015

Juliane Just

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