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Dresden buhlt um Kongresse und Tagungen - Congress Award für besonderes Engagement

Dresden buhlt um Kongresse und Tagungen - Congress Award für besonderes Engagement

Dresden ist nicht nur Elbflorenz, sondern auch ein Stern am Himmel der großen Kongresse. Über 13 000 Wissenschaftler und Experten werden 2015 zu zahlreichen Großkongressen erwartet.

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Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP/links) und Marketing-Chefin Bettina Bunge gestern Abend mit den Preisträgern: Professor Ronald Tetzlaff, Professor Gerhard Fettweis, Peter Michael, Professor Christian Manegold und Professor Hans Zellbeck (von links). Alle holten hochkarätige Kongresse nach Dresden.

Quelle: Anja Schneider

Allein zur Frühjahrstagung der Sektion Kondensierte Materie der Deutschen Physikalischen Gesellschaft haben sich 4500 Physiker gemeldet. Über 2000 Chemiker treffen sich erstmals zum "Wissenschaftsforum Chemie", erstmalig wird auch der bekannte und innerhalb deutscher Kommunen hochgehandelte Deutsche Städtetag in Dresden veranstaltet.

"Das große Engagement und die geballte Kompetenz der Wissenschaftler und Unternehmer am Kongressstandort Dresden schlagen sich in konkreten Zahlen nieder", erklärt Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Dresden Marketing Gesellschaft (DMG). Im weltweiten Vergleich der beliebtesten Kongress-Städte liege Dresden mittlerweile auf Platz 106, innerhalb Deutschlands hat sich Elbflorenz sogar Platz 11 gesichert. Dresden punktet mit seinem wissenschaftlichen Profil und seiner bundesweit nahezu einzigartigen Dichte vor allem von außeruniversitären Instituten. "Kaum eine andere Stadt hat Forschungseinrichtungen und Unternehmen in sechs Schlüsseltechnologien zu bieten", so Bunge. Natürlich spiele auch die Kulturlandschaft eine Rolle, außergewöhnliche Veranstaltungsorte, kurze Weg und überhaupt, das ganze Ambiente von Elbflorenz.

Allerdings ist nicht alles Gold was glänzt und die Kongresslandschaft ein hart umkämpfter Markt. In Wirklichkeit sind die Zahlen in Dresden leicht gesunken. Registrierte Dresden im Jahr 2011 noch insgesamt 1,43 Millionen Teilnehmer von großen Kongressen und kleineren Tagungen, waren es 2012 nur noch 1,36 Millionen Fachbesucher. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Flut geschuldet minimal weiter auf 1,345 Millionen Fachbesucher. Für 2014 werden leichte Zuwächse erwartet. Die Akquise relevanter Kongresse erscheint eher als harter Kampf denn leichte Kür. "Gerade die Einwerbung von Großveranstaltungen ist oft ein langwieriger Prozess, da die Entscheidung über die Wahl des Ortes meist Jahre im Vorfeld getroffen werden muss und die Entscheidungsprozesse sehr komplex sind", erklärt Bunge.

Doch warum sind die Kongresse und Tagungen für Dresden so wichtig? Sie bringen Geld, Reputation und fördern die internationale Ausstrahlung. Hinzu kommt: Dresden spielt bei großen nationalen und internationalen Messen längst nicht mehr die erste Geige. Zwar punktet die Messe Dresden mit regionalen Ausstellungen und hochspeziellen Expertentreffen. Expositionen in Größenordnung der Leipziger Buchmesse oder auch der Auto Mobil International (Ami) sind jedoch in der Landeshauptstadt nicht zu finden. Die Supercomputer-Konferenz ISC kehrte Dresden vor vier Jahren den Rücken, im Februar 2011 kündigte die Hightech-Konferenz "Printed Electronics Europe" ihren Abschied an, die "Semicon" kommt nur noch alle zwei Jahre. Kurzum, es könnte besser laufen. Kongresse und Tagungen sollen nun die Einnahmen und auch die Ausstrahlung bringen, die in der Messebranche fehlen. Fachbesucher gelten als solvent und zahlungsfreudig, sie sind ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Ein Geschäftsreisender bringt laut der "Wertschöpfungsstudie Tourismus" aus dem Jahr 2012 jeden Tag 151,89 Euro in die Stadt, ein privater Tagestourist hingegen spült nur etwa 100 Euro in die Kassen. "Kongressgäste sorgen für gute Auslastung in den von Privatreisenden eher schwach frequentierten Perioden und generieren durch höhere Zimmerpreise gute Erträge für die Hotellerie", erklärt DMG-Chefin Bunge.

Um den Kongressstandort Dresden zu fördern, rotieren DMG-Chefin Bunge und ihr Team seit vielen Jahren. Unter dem Dach des 'Dresden Convention Bureau' vermarkten sie die Kongressstadt Dresden auf Fachmessen und Kundenveranstaltungen, sprechen mit Entscheidern und platzieren Dresden in den verschiedensten Medien. Finanziert wird dies aus dem DMG-Jahresbudget von 2,35 Millionen Euro. Zusätzliche 100 000 Euro steuern laut Bunge die 23 Convention Bureau-Mitglieder aus ihrer eigenen privatwirtschaftlichen Tasche bei. "Wir brauchen noch mehr Partner und finanzielle Mittel, um für den Kongress- und Tagungsstandort zu werben", sagte Bunge. Besonders persönliche Bindungen spielten beim Anwerben von Kongressen eine wichtige Rolle. Diese zu fördern, hat sich die DMG auf die Fahnen verschrieben. Aus diesem Grund verleiht sie alle zwei Jahre den "Dresden Congress Award".

Gestern wurde der mit 1000 Euro dotierte Preis im Hygiene-Museum zum zehnten Mal verliehen. Ausgezeichnet wurden Peter Michel vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Er holte die über 1000 Teilnehmer starke "Internationale Partikelbeschleuniger-Konferenz" (Ipac) nach Dresden. Einen Preis erhielten außerdem TU-Professor Gerhard Fettweis mit der über 500 Teilnehmer starken "Vehicular Technology Conference: VTC2013-Spring", TU-Professor Ronald Tetzlaff mit dem Kongress "21st European Conference on Circuit Theory and Design 2013" sowie Professor Christian Manegold von der Uni Heidelberg mit dem Kongress "International Thoracic Oncology Congress Dresden". Der Sonderpreis ging an TU-Professor Hans Zellbeck. Ihm gelang es, mit der 17. und 18. Aufladetechnischen Konferenz sowie der "7. Emission Control" gleich drei Veranstaltungen nach Dresden zu holen. Insgesamt 77 Wissenschaftler und Unternehmer hatten sich für den diesjährigen Preis beworben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.11.2014

Katrin Tominski

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