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Dresden auf der Suche nach dem Feuersalamander

Flora und Fauna Dresden auf der Suche nach dem Feuersalamander

Der Feuersalamander steht seit Jahren auf der „Roten Liste“ der bedrohten Arten Sachsens. Im Großraum Dresden sind die Bedienungen aber besser. „Die aktuellen Bedienungen sind gut für die Tiere.“, meint Frank Nagel. Der ambitionierte Hobby-Züchter hält neben ausgewachsenen Feuersalamandern auch deren Larven.

Dank seiner auffälligen Färbung ist der flinke Feuersalamander auch auf dem belaubten Waldboden gut zu erkennen.

Quelle: Frank Nagel

Dresden. Der Feuersalamander steht seit Jahren auf der „Roten Liste“ der bedrohten Arten Sachsens. Im Großraum Dresden sind die Bedienungen aber besser. „Die aktuellen Bedienungen sind gut für die Tiere.“, meint Frank Nagel. Der ambitionierte Hobby-Züchter hält neben ausgewachsenen Feuersalamandern auch deren Larven. Sein ungewöhnliches Hobby betreibt er seit etwa fünf Jahren.

„Das Interesse dafür“, erklär er, „hat er schon seit frühster Jugend.“ So richtig “logisch“ begründen, könne er diese Affinität allerdings auch nicht. Sie sei einfach schon immer dagewesen. Die Haltung ist anfangs sehr aufwendig. Man muss offiziell nachweisen können, von welchem Züchter man die Tiere hat. Außerdem eine Genehmigung vom Umweltamt einholen und seine Tiere dort anmelden lassen.

Neben seinem Hobby betreibt Nagel auch einen Blog, wo er regelmäßig Bilder von seinen Sichtungen, unter anderem von Feuersalamandern, in und um Dresden veröffentlicht. Er äußert sich aber auch zu anderen Themen wie Religion. Das Forum betreibt er seit etwa 15 Jahren. Nach und nach entwickelte sich der anfängliche Spaß dann zu einem ernsthafteren Hobby.

Der Lurch ist ein „Charaktertier“ aus Misch - und Laubwäldern. Er fühlt sich beispielsweise besonders an den Borsberghängen und im Friedrichsgrund in Pillnitz oder rund um Tharandt sehr wohl. Außerdem gibt es „stabile Vorkommen“ in Dresden Cossebaude, so Holger Lueg vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, das sich um die regionale Arterhaltung kümmert.

Laut Nagel ist der Feuersalamander auch am Wachwitzgrund im Nord-Osten von Dresden zu finden. „Der Grund stellt aber schon das nördlichste Vorkommen dar.“, betont Züchter Nagel. Denn weiter gen Norden seien keine Bergtäler mehr vorhanden und so auch kein Vorkommen dieser Salamanderart zu verzeichnen.

Vorzugsweise fühlt sich der Feuersalamander an Quellbächen, aber auch an Fließgewässern zu Hause, die im Wald liegen. Die Gewässer sollten sauber, klar, naturbelassen und fischfrei sein, damit die Tiere konkurrenzlos laichen können. Deswegen sind die Elbhänge auch ideal gelegen.

Um einen Überblick über die aktuelle Verbreitung des Feuersalamanders zu erlangen, zieht das Landesamt die Mithilfe der Bevölkerung hinzu. Es ruft sachsenweit dazu auf, Sichtungen des Tieres oder seiner Larven mit Anzahl, Ort und Datum mitzuteilen, damit frühere Fundstellen auf das jetzige Vorkommen hin überprüft werden können. Im letzten Jahr gab es über 200 solcher Meldungen aus der Bevölkerung.

Es sind alte Fundorte der Feuersalamander teilweise bestätigt wurden, aber auch neue Fundorte aufgetaucht. Ein altes Vorkommen im Helfenberger Grund konnte beispielsweise nicht bestätigt werden, erklärt Nagel. Insgesamt sind die Bestände, langfristig gesehen, in ganz Sachsen zurück gegangen. Besonders im Raum Mittelsachsen, wo nur wenige Altdaten bestätigt wurden.

Das nach wie vor häufigste Vorkommen ist im Großraum Dresden. Dort wurden auch die meisten Daten bestätigt. Es lässt sich also sagen, dass die Aktion des Landesamtes ein großer Erfolg war und weiterhin ist. Denn nun lässt sich in etwa sagen, „wo die Tiere vorkommen“, so Lueg.

Gefährdungen durch den Menschen finden vor allem durch Waldrodung und den Ausbau der Infrastruktur statt. Das die Population an den Stellen zurückginge, wo Straßen gebaut werden, sei ein typischer Nebeneffekt.“, erklärt Nagel. Ein Beipiel dafür sei der Helfenberger Grund, wo nun auch das Risiko höher ist, dass der Feuersalamander überfahren werden können.

Zum anderen gibt es aber auch eine Bedrohung durch eine besonders heimtückisch Pilzart. “Womöglich eingeschleppt aus Asien.“, meint Nagel. Dieser „Killerpilz“ soll in den Niederlanden schon fast ganze Populationen Feuersalamander dahingerafft haben.

Eine Schutzmaßnahme sei die Errichtung von Schutzzäunen, damit die Tiere gar nicht erst auf die Straße gelangen, erklärt Lueg. Oder die Sperrung von Waldwegen für PKW’s, sagt Nagel. Eine weitere ist die Renaturierung von Gewässern. Darunter versteht man die Wiederherrstellung von natürlichen Lebensräumen.

Von Marie Albrecht

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