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Dresden: Unkraut statt Weltrekorde im Heinz-Steyer-Stadion

Dresden: Unkraut statt Weltrekorde im Heinz-Steyer-Stadion

Im Heinz-Steyer-Stadion ist Sportgeschichte geschrieben worden. Daran erinnert derzeit allerdings wenig. Am 14. April werden hier Szenen des Films "Fairplay" über eine Sportlerin in den 1980er Jahren gedreht.

Auf die Dresdner Arena als Drehort "sind wir gekommen, weil es noch so aussieht wie damals", heißt es von Seiten der Castingagentur "Fischers Fritzi". Der Film thematisiert Sozialismus und Freiheitsliebe am Beispiel einer tschechoslowakischen Sportlerin. Auch die DSC-Leichtathleten um Jenny Elbe sind mit dabei. Ausgestattet mit alten DDR-Anzügen mimen sie Sportler in einer Wettkampfszene.

Was die Filmleute am morbiden Ambiente fasziniert, nennt FDP-Stadträtin Barbara Lässig "DDR-Charme". "Der wird aber in den kommenden Jahren verschwinden", ist sie sicher. Im aktuellen und dem kommenden Doppelhaushalt sind vier Millionen Euro für den Umbau des Stadions vorgesehen. Entstehen soll eine moderne Anlage für 12000 Zuschauer. Doch derlei Pläne gab es schon viele. Bislang alles zerplatzte Träume.

Einst im Jahre 1928 passten sogar 650000 Menschen in die Arena. Sie sahen Meisterschafts- und Pokalspiele. Der Deutsche Fußballbund ließ Länderspiele austragen. 1954 erfolgte die Umbenennung nach Heinz Steyer, einem von den Nazis ermordeten kommunistischen Arbeitersportler. Es begann die Ära der sportlichen Großveranstaltungen. Das Stadion erlebte die Zielankunft der Friedensfahrt und seit 1972 das Leichtathletik-Sportfest "Goldenes Oval" mit der gesamten DDR-Spitzenklasse. 1990 fand hier die letzte Leichtathletikmeisterschaft der DDR statt.

Eine Tafel erinnert am Stadioneingang an die insgesamt 13 aufgestellten Weltrekorde und glorreiche Zeiten. Im Stadion selbst reflektiert nur wenig diese Ära. Statt 65000 fasst das Areal derzeit nur wenige Tausend Zuschauer und auch das nur mit Sondererlaubnis, die jährlich erneuert werden muss. Denn ein Großteil der Anlagen, die noch aus dem Jahr 1928 stammen, sind marode. Die Kurven sind gesperrt, auf ihnen wächst Unkraut. Die Tartanbahn ist verschlissen, die Entwässerung müsste erneuert werden - kurzum: Das ganze Stadion ist sanierungsbedürftig.

Eine Planung ist vorhanden. Wie Stadtrat Thomas Blümel (SPD) berichtet, soll das Funktionsgebäude zweistöckig erneuert werden. Darin entstehen Umkleidekabinen. Danach ist der Abriss der aus dem Jahr 1928 stammenden Holztribüne und ein Tribünen-Neubau geplant.

Ein konkretes Datum für den ersten Spatenstich steht noch nicht fest. Denn nach Aussagen von Sven Mania, Leiter des Sportstätten- und Bäderbetriebes, werden sich die Kosten im Gegensatz zu den bisherigen Planungen noch erhöhen. "Da bleibt abzuwägen: Können wir uns das leisten?", prognostiziert Blümel.

Ob das Heinz-Steyer-Stadion wieder den Glanz alter Zeiten heraufbeschwören kann, bleibt also weiter offen. Weitere Informationen: http://www.dsc-museum.de/

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.04.2013

Franziska Schmieder

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