Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Google+
Dresden-Trachau: Aus Hotel wird Heim für Asylbewerber

Dresden-Trachau: Aus Hotel wird Heim für Asylbewerber

Wer sich im Internet in der "Hotel-Pension 169 Dresden" einquartieren möchte, erhält die Auskunft: "Leider ist dieses Hotel ausgebucht." An jedem denkbaren Datum.

Voriger Artikel
Kindertagesstätte Am Lehmberg eröffnet eine Natur-Projektgruppe für Vorschulkinder
Nächster Artikel
Sanierung der Dresdner Kreuzkirche beginnt - Patenstufe für Gunther Emmerlich

Dieses Haus an der "Leipziger" soll dauerhaft ein Asylbewerberheim werden.

Quelle: Norbert Neumann

Die Herberge in Trachau ist längst kein Hotel mehr. Sie ist ein Asylbewerberheim. Oder im Beamtendeutsch ein "Wohnheim für besondere Bedarfsgruppen". Jetzt soll der Stadtrat die dauerhafte Einrichtung eines Asylbewerberheimes mit einer Kapazität von 60 Plätzen in dem ehemaligen Hotel beschließen.

Rückblende: Nach den Krawallen in der sächsischen Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz im September 2013 forcierte der Freistaat die Zuweisung von Asylbewerbern an die Landkreise und kreisfreien Städte. Dresden sollte auf einen Schlag mehrere Hundert Flüchtlinge aufnehmen und rief den Notstand aus. "Bedingt durch die mediale Präsenz traten Investoren an die Stadtverwaltung heran und boten ihre Objekte an", heißt es in der entsprechenden Stadtratsvorlage, die Sozialbürgermeister Martin Seidel (parteilos) erarbeitet hat. "Eines dieser Objekte ist das ehemalige Hotel Leipziger Straße."

Um schnell Unterbringungsplätze schaffen zu können, beschlagnahmte die Stadt Ende 2013 das Gebäude auf Grundlage des Sächsischen Polizeigesetzes - natürlich im Einvernehmen mit dem Eigentümer, der von der Stadt Miete erhält. Zum 1. Januar 2014 schloss die Stadt einen Mietvertrag ab, der aufgelöst werden kann, falls die Gremien des Stadtrates gegen ein Asylbewerberheim in dem Hotel stimmen sollten.

Das erscheint eher unwahrscheinlich. Zwar ist es erklärter Wille des Stadtrates, Flüchtlinge statt in Übergangswohnheimen dezentral in Wohnungen unterzubringen. Das ehemalige Hotel bietet aber beides: den Charakter einer Gemeinschaftsunterkunft und separate Wohneinheiten. Damit können den Asylbewerbern die ersten Schritte in der fremden Kultur erleichtert werden.

Das ehemalige Hotel ist gut an den Öffentlichen Nahverkehr angebunden, Einkaufsmöglichkeiten und Schulen, Kindertagesstätten sowie kulturelle Einrichtungen sind zu Fuß zu erreichen. Gegenwärtig wird das Heim per befristetem Vertrag von einem Unternehmen betrieben. Wenn der Stadtrat der dauerhaften Einrichtung eines Asylbewerberheimes zustimmt, soll die Betreibung ausgeschrieben werden.

Die Mietkosten betragen in diesem Jahr rund 150 000 Euro. Geplant ist, dass der Betreiber Miete an die Stadt zahlt und dafür im Gegenzug eine Pauschale von 15 Euro pro Tag und Platz erhält. Im Haushalt des Sozialamtes sind für dieses Jahr 273 850 Euro Kosten vorgesehen. Das Geld wird über Zuweisungen des Freistaates Sachsen gedeckt. Die Stadt geht davon aus, dass sie 2014 für die Unterbringung und Betreuung von 1211 Flüchtlingen rund 7,27 Millionen Euro vom Freistaat erhält.

Im vergangenen Jahr musste Dresden 749 Asylbewerber unterbringen. In diesem Jahr werden es nach einer ersten Prognose der Landesdirektion Sachsen 911 Flüchtlinge sein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.04.2014

Thomas Baumann-Hartwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.