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Dresden-Prohlis ist besser als sein Ruf

Dresden-Prohlis ist besser als sein Ruf

Prohlis ist nicht gerade das beliebteste Viertel. Nach der Wende flohen jene, die konnten, vor der Stadt gewordenen Gleichmacherei in die Innenstadt oder gleich aufs Dorf.

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Veronika Gottmann

21.000 Einwohner hatte das Neubaugebiet vor der Wende. Heute sind es 15.000 - gleichbleibend.

Veronika Gottmann, Quartiersmanagerin im Stadtteilbüro Prohlis, kämpft seit 2009 für die Wiederbelebung des Viertels. Von ihrem Büro im Erdgeschoss einer Platte an der Prohliser Allee 33 hält sie die Zügel in der Hand, wenn es darum geht, die Vereinsarbeit im Umfeld zu koordinieren. Und hält darüber hinaus ziemlich viel auf das ihr anvertraute Wohngebiet. "Diese Sicht auf Prohlis entspricht dem DDR-Klischee", erwidert die ruhige, aber durchsetzungsstarke Frau auf Kritik an der Plattenbausiedlung und zählt die Vorteile des Viertels im Dresdner Süden auf: "Prohlis ist ein grünes Viertel, die meisten Häuser sind barrierefrei ausgebaut, wir verfügen über ein Ärztehaus, auch die Supermärkte sind schnell und unkompliziert zu erreichen", preist sie ihr Viertel gerade als Wohnstätte für Senioren an. Doch auch Familien mit Kindern kämen auf ihre Kosten. Die großen Innenhöfe böten genug Platz zum Spielen und auch das kulturelle Angebot könne sich sehen lassen.

"Viele sehen nicht, was wir hier auf die Beine stellen. Wir sind einfach zu weit von der Innenstadt entfernt", erklärt Gottmann. Nicht zu unrecht: Ein Blick in den Veranstaltungskalender, den sie über den Tisch schiebt, zeigt - hier ist wesentlich mehr los als in anderen Vierteln an der Peripherie. Von der Sommer-Museumsnacht im Palitzsch-Museum und dem Herbstfest über die Interkulturellen Tage im September bis hin zu Veranstaltung für Senioren bei der Arbeiterwohlfahrt oder Ferienspiele für Kinder ist in Prohlis immer etwas im Gange.

Auch wenn die Angebote von unterschiedlichen Trägern organisiert werden, Gottmann ist immer involviert - als Bindeglied zwischen Stadtverwaltung und Bevölkerung oder um Unterstützung bei der ehrenamtlichen Arbeit zu leisten. Ein neues Aufgabenfeld erschloss sich, als Ende 2013 die ersten Asylbewerber in Prohlis dezentral untergebracht wurden - heute sind es über 500. "Wir unterstützen das Netzwerk ,Prohlis ist bunt' bei seiner Arbeit und sind froh, dass es zumindest in unserem Zuständigkeitsbereich noch nicht zu tätlichen Auseinandersetzungen gekommen ist", sagt Gottmann. In jedem Fall bedeutet der Einzug der Flüchtlinge eine Mehrbelastung für das Quartiersmanagement. Doch Gottmann macht die Arbeit gerne - beschweren will sie sich nicht.

Ob sie es bereue, vor sechs Jahren aus Berlin-Wedding nach Dresden gekommen zu sein? "Auf keinen Fall. Ich habe hier große Gestaltungsmöglichkeiten und die Chance, an vielen verschiedenen Projekten teilzunehmen", sagt die leicht ergraute Frau, die ursprünglich aus Süddeutschland kommt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.08.2015

Hauke Heuer

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