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Dresden: Jedes fünfte Kind psychisch auffällig

Dresden: Jedes fünfte Kind psychisch auffällig

Bei mehr als jedem fünften Kind und jedem fünften Jugendliche in Dresden gibt es Hinweise auf psychische Auffälligkeiten. Von den Kinder unter zwölf Jahren wird immerhin ein Viertel wegen psychischer Störungen ambulant behandelt.

Das geht aus Schätzungen des Dresdner Gesundheitsamtes und des "Allgemeinen Sozialen Dienstes" (ASD) hervor, die sich dabei auch auf bundesweite Studien stützen.

Zu den psychischen Störungen zählen die Experten auch viele Phänomene, die der Laie vielleicht gar nicht als potenziell krankhaft erkennen würde - laut jüngeren Analysen wird nur die Hälfte aller psychischen Erkrankungen überhaupt richtig diagnostiziert. Gehäuft beobachten die Helfer vom Amt in Dresden zum Beispiel Essstörungen von jungen Frauen, Versagensängste schon bei Jugendlichen, aber auch Depressionen, Schlafstörungen, Tics und - auch dies wird zu den Störungen gezählt - Drogen- und Alkoholmissbrauch. Insgesamt sind laut den behördlichen Schätzungen ein Drittel aller Erwachsenen von mindestens einer solchen Störung betroffen. In Dresden sind das demnach rund 120000 Erwachsene.

Dies spiegelt sich auch in einem wachsenden Hilfebedarf: Zählte das Gesundheitsamt vor drei Jahren erst 128 Betreuungshilfen wegen psychischer Störungen, waren es Ende 2012 bereits 177 Fälle. Dies zeigt aber auch: Mit Blick auf die angenommene hohe Dunkelziffer sucht anscheinend nur eine kleine Minderheit der Betroffenen Hilfe bei städtischen Einrichtungen.

Psychische Störungen ziehen sich laut der gemeinsamen Analyse von Gesundheitsamt und ASD, die auf der jüngsten Jugendhilfeausschuss-Sitzung vorgestellt wurde, durch alle Schichten der Bevölkerung. Allerdings seien arme Familien überdurchschnittlich oft betroffen. Insbesondere in Prohlis sei die Zahl der bekannt gewordenen Fälle "ziemlich hoch".

Um diesen Problemen entgegen zu wirken, wollen Drogenhilfe, Gesundheitsamt, Krankenhäuser und Uniklinik künftig enger zusammenarbeiten. Für psychisch besonders auffällige Jugendliche wäre eine Ein-zu-Eins-Betreuung und eine Beschulung in betreuten Wohngruppen wünschenswert, heißt es in der Analyse. Leider gebe es jedoch wegen der besonderen Anforderungen im sächsischen Schulrecht in Dresden noch keine solchen kombinierten Wohn-Schul-Angebote. Für junge Dresdner, die psychisch derartige Probleme haben, dass sie dem regulären Unterricht gar nicht folgen können, bleibe daher bislang nur eine Unterbringung in Wohnheimen außerhalb Sachsens übrig.

Heiko Weckbrodt

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