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Dresden, Frankfurt, Antwerpen – Zoos mitten in der Stadt

Nah am Besucher und kein Fernglas nötig Dresden, Frankfurt, Antwerpen – Zoos mitten in der Stadt

Dass es im Dresdner Zoo vier Löwen, drei Elefanten, zwei Koalas und auch ein neues Krokodil gibt, wissen Dresdner Zoofreunde. Aber was haben Innenstadt-Zoos wie in Dresden, Frankfurt am Main oder Antwerpen großen Tierparks voraus, und wo liegen Grenzen?

Mandrill „Tacari“ gehört zu den Bewohnern des Dresdner Zoos, Der 1861 eröffnete Zoo beherbergt über 1600 Tiere in 269 Arten.
 

Quelle: Matthias Hiekel/dpa

Dresden.  Eine ganze Menge Zoos hat Dr. Wolfgang Ludwig schon gesehen in seinem Leben. „50 kommen bestimmt zusammen“, schätzt er. Kein Wunder: Immerhin arbeitet der Zoologische Leiter seit Mitte der 1980er Jahre an der Tiergartenstraße. Mit dem Dresdner Innenstadt-Zoo vergleichen lassen sich seiner Meinung nach aber nur wenige andere Tierparks. Der Zoo in Frankfurt am Main gehört dazu und auch der Zoo in Antwerpen in Belgien. Das hat vor allem mit der Größe der Tiergärten zu tun. „Der Leipziger Zoo zum Beispiel ist mehr als doppelt so groß wie der Dresdner und hat schon allein deshalb deutlich mehr Tierarten zu bieten“, erklärt Ludwig. In Leipzig leben 91 Säugetier-, 148 Vogel- und 71 Reptilienarten. In Dresden sind es 67 Säugetier-, 97 Vogel- und 33 Reptilienarten.

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Zoos mitten in der Stadt sind zwar in ihren Möglichkeiten limitiert, können ihren Besuchern aber dennoch einiges bieten. Vor allem kurze Wege und die Nähe zu den Tieren gehören zu ihren Vorteilen.

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Wieviele Tiere ein Zoo zeigen kann, hängt natürlich auch von den Unterbringungsmöglichkeiten ab. „Der Frankfurter Zoo verfügt mit dem Exotarium und dem Grzimekhaus über Tierhäuser, in denen eine ganze Reihe kleiner Tiere leben – Reptilien, Säugetiere, aber auch Fische, Lurche und Insekten“, berichtet der Zoologische Leiter. Da schnelle die Artenzahl enorm in die Höhe. Dresden besitzt nichts Vergleichbares, kein Tierhaus, das auf mehreren Etagen Kleintieranlagen präsentiert. So kommt es, dass Frankfurt mit elf Hektar Fläche zwar zwei Hektar weniger zur Verfügung hat, aber deutlich mehr Tiere zeigt. In Frankfurt sind es 4500 einzelne Geschöpfe in 450 Arten, in Dresden lediglich 2000 in 275 Arten. Den Schwerpunkt in der Landeshauptstadt bilden asiatische Tiere – zum Beispiel die auf Sumatra beheimateten Orang-Utans, Rothunde, Kleine Pandas, Schneeleoparden, Buntmarder, Takine und Tahre.

Doch welche besonders attraktiven Tiere leben in den drei Innenstadt-Zoos? „Wir leisten uns noch die beiden größten Tiere der Welt – die Giraffen und die Elefanten“, berichtet Ludwig. Die Frankfurter hätten ihre letzten indischen Dickhäuter 1984 mangels Platz abgegeben. Dafür halten sie Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans in ihrem 2008 errichteten Menschenaffenhaus. Der Zoo in Antwerpen wiederum beherbergt beispielsweise Okapis, kalifornische Seelöwen und Bonobos. „Im Unterschied zu Frankfurt und vor allem Dresden sind in Antwerpen die allermeisten Tiere in alten Häusern wie beispielsweise dem Antilopenhaus von 1861 untergebracht“, erläutert Ludwig. Der Dresdner Zoo hingegen habe im Zweiten Weltkrieg fast alles verloren. „Heute haben wir dafür wieder begehbare Tierhäuser wie das Prof. Brandes-Haus, das Afrikahaus und das Aquarium, die erst nach dem Krieg gebaut worden sind“, betont Ludwig. Außerdem zeigt Dresden eine Rarität, die wenig Platz beansprucht: Koalas.

Doch egal, ob modern oder altehrwürdig, klein oder groß: „Der Trend geht heute dahin, größere Anlagen zu bauen und den Artenschwund durch große Gemeinschaftsanlagen zu kompensieren“, erklärt der Zoologische Leiter. Da hätten es größere Tierparks ungleich leichter. „Denn natürlich wollen auch die kleinen Großstadt-Zoos in Frankfurt, Dresden und Antwerpen Tiere von allen Kontinenten zeigen, wie sie das immer getan haben und weil sie glauben, dass sie das ihren Besuchern schuldig sind“, betont Ludwig. Sie müssten aber auf Tierarten verzichten, die viel Platz beanspruchten wie große Huftierherden. „Mitte der 1980er Jahre hatten wir im alten Raubtierhaus Gorillas und Orang-Utans sowie sieben, acht Raubtierarten – darunter Jaguare, Löwen, Tiger, Ozelots“, verweist Ludwig auf die einstige Fülle an Tieren. Heute lebten auf derselben Fläche nur noch die Löwen – dafür artgerecht.

Noch etwas unterscheidet große Zoos wie in München und Nürnberg von den kleinen Innenstadt-Zoos: Sie seien in der Lage, große Huftieranlagen zu bauen, könnten Tiersammlungen – zum Beispiel verschiedene Unterarten oder artverwandte Tiere – zeigen. „Andere Zoos wie der in Dvur Kralove in Tschechien haben sogar einen traditionellen Teil und einen Safari-Teil“, berichtet Ludwig. Das könne sich solch ein kleiner Stadtzoo wie der Dresdner nicht erlauben.

In den kleinen Zoos liegt Gehege an Gehege, gibt es keine großflächigen Parkanlagen wie in den großen Tiergärten am Rande der Stadt. Das hat auch Vorteile: „Die Besucher benötigen kein Fernglas, um den Löwen oder Tiger in der Anlage zu entdecken, und sie sind auch schneller da“, erklärt Ludwig. Läge der Zoo in der Dresdner Heide, machten sich vermutlich deutlich weniger Besucher auf den Weg, ist der Zoologische Leiter überzeugt. 888 000 Besucher sahen sich im vergangenen Jahr an der Tiergartenstraße um. Zum Vergleich: Im zwölfmal größeren Tierpark Berlin-Friedrichsfelde mit seinen 160 Hektar Fläche waren es dennoch lediglich 1,2 Millionen Gäste.

Werfen wir schließlich noch einen Blick auf die Eintrittspreise: In Dresden zahlen Erwachsene zwölf Euro, Ermäßigungsberechtigte acht, Kinder vier Euro. In Frankfurt sind es zehn, ermäßigt fünf und für Kinder ebenfalls fünf. In Antwerpen müssen erwachsene Zoobesucher 22,50 Euro berappen, Ermäßigungsberechtigte und Kinder jeweils 17,50 Euro. Allerdings sind in Belgien generell höhere Eintrittspreise üblich.

Zoo Dresden

Zahlen & Fakten

Dresdner Zoo ist nach Berlin, Frankfurt/a.M. und Köln der viertälteste Zoo Deutschlands; er verfügt über eine Fläche von 13 Hektar

er zeigt 2000 Tiere in 275 Arten, darunter Elefanten, Giraffen, Koalas, Löwen, Schneeleoparden, Orang-Utans und ein Krokodil

Historie

9. Mai 1861: „Actienverein für den Zoologischen Garten zu Dresden“ eröffnet den Zoo auf dem jetzigen Gelände mit dem aus dem Hühnerzuchtverein übernommenen Bestand von 39 Säugetieren (Affen, Bären, Wölfe, Seehunde, Büffel und Kängurus) und 184 Vögeln

erster Direktor war Albin Schöpf; seit 1873 kümmerte sich der Zoo um Menschenaffen, speziell um Orang-Utans

von 1910 bis 1934 leitete Gustav Brandes den Dresdner Zoo

- beim Bombenangriff auf Dresden am 13. Februar 1945 wurde der Zoo schwer zerstört und fast der gesamte Tierbestand vernichtet

von 1950 bis zu seinem Tod 1973 leitete Wolfgang Ullrich den Dresdner Zoo

1999 eröffnete das Afrikahaus

2006 wurde erstmals in Dresden ein Elefant geboren (Thabo-Umasai)

weitere Anlage entstanden, darunter ein Löwen-Karakal-Gehege (2007), eine Giraffenanlage (2008) und das Prof.-Brandes-Haus (2010)

Zoo Frankfurt / Main

Zahlen & Fakten

Zoo Frankfurt ist nach dem Berliner Zoo der zweitälteste Tierpark Deutschlands; er liegt am östlichen Rand der Innenstadt und misst elf Hektar

er zeigt 4500 Tiere in 450 Arten, darunter Gorillas, Schimpansen, Seehunde und Brillenbären

2014 zählte der Frankfurter Zoo knapp 867 000 Besucher

Historie

hervorgegangen aus der 1857 gegründeten Zoologischen Gesellschaft; eröffnet 1858; eifrigster Befürworter Arthur Schopenhauer

Zoo mit über 1000 Tieren musste 1861 umziehen, weil sich die Bewohner des vornehmen Westends durch Gebrüll und Gestank der Löwen belästigt fühlten

im Zweiten Weltkrieg wurde der Zoo fast völlig zerstört

Der Aufbau in den Nachkriegsjahren ist tief mit dem Namen von G. Grzimek verbunden, der später durch eigene Tiersendungen Berühmtheit erlang-
te

folgende Anlagen wurden nach dem Krieg neu gebaut: Giraffenhaus (1953), „Exotarium“ mit der ersten Polaranlage für Pinguine (1957), Menschenaffenhaus (1966), Grzimek-Haus für Kleinsäuge
tiere (1978), „Robbenklippen“ für Seehunde, Zwergseebären und Robben, „Bogori-Wald“ für Bonobos, Orang-Utans und Gorillas (2008) sowie „Ukumari-Land“ für Brillenbären und Brüllaffen (2013)

Zoo Antwerpen

Zahlen & Fakten

Zoo Antwerpen ist der älteste Zoo Belgiens; er liegt im Zentrum der Stadt in der Nähe des Hauptbahnhofs und verfügt über eine Fläche von zehn Hektar

er zeigt 5000 Tiere in 950 Arten, darunter Krokodile, Okapis, Menschenaffen wie die Östlichen Flachlandgorillas, drei verschiedene Pinguinarten und Seelöwen, die jeden Tag eine Vorführung geben

2014 zählte der Zoo Antwerpen 1,3 Millionen Besucher

seit 1983 steht er unter Denkmalschutz

Historie

gegründet 1843 als erster Zoologischer Garten in Belgien

auf Bitten des Zoos brachten Schiffskapitäne Tiere von ihren weiten Reisen mit

Gebäude und Tiergehege auf dem 1,6 Hektar großen Gelände wurden ab 1854 in ägyptischem, das Restaurant in maurischem Stil errichtet

1879 wurde das Raubtierhaus gebaut und beidseitig des Eingangs mit fünf Meter hohen Löwenstatuen ausgestattet

Antwerpener Zoo entwickelte sich zu einem der bedeutendsten in Europa, 1888 verfügte er über eine Fläche von zehn Hektar

1897 wurde eine riesige Konzerthalle mit 2000 Sitzplätzen gebaut

im 2. Weltkrieg nahm der Zoo Schaden, in den 1960ern begann man mit dem Bau neuer Gehege und Gebäude

Von Katrin Richter

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Zoo Dresden
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