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Dresden: Falsches Spiel mit Oberbürgermeisterin Helma Orosz - Tourismus-Chefin trickste mit Auszeichnung

Dresden: Falsches Spiel mit Oberbürgermeisterin Helma Orosz - Tourismus-Chefin trickste mit Auszeichnung

Klappern gehört zum Handwerk, na klar. Und so war es der Dresden Marketing GmbH naturgemäß ein Anliegen, die gute Nachricht rasch zu verbreiten. Dresden hatte auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin einen Preis für den besten Tourist-Service im deutschsprachigen Raum gewonnen.

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Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Dresden Marketing GmbH.

Quelle: Dietrich Flechtner

"Wir freuen uns außerordentlich über die Auszeichnung und die damit verbundene Wertschätzung unserer Arbeit", sagte Andrea Marx, Leiterin der Touristinformation Servicecenter und strahlte mit OB Helma Orosz (CDU) und DMG-Chefin Bettina Bunge um die Wette.

So weit, so gut. Nur dass die Auszeichnung dem Deutschen Tourismusverband (DTV) zugeschrieben wurde, sorgte dort für Verwunderung. "Da ist was verwechselt worden, der DTV ist nicht der Auslober des Preises", stellt Sprecherin Sarah Lopau auf DNN-Anfrage klar. Tatsächlich geht die Auszeichnung auf die vergleichsweise unbedeutende IRS Consult zurück und ist damit per se weit niedriger zu bewerten als käme sie vom Branchenprimus DTV. Doch damit nicht genug. Schaut man sich an, wie die Preisträgersuche läuft, wird es nahezu grotesk. Grundlage ist ein so genannter "MysteryCheck". Das bedeutet konkret: die IRS Consult verschickt an rund 5000 Touristinformationen eine einzige Anfrage per E-Mail und schaut dann, wie schnell und gut diese bearbeitet wird. Eine einzige Stichprobe soll also über die Qualität der Arbeit eine Aussage treffen, die für ganz Deutschland, Österreich und die Schweiz Gültigkeit besitzt.

Sarah Lopau kann darüber nur den Kopf schütteln: "Es kann sein, dass diese Anfrage bei einem kompetenten Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung landet oder aber bei einem ahnungslosen Praktikanten", sagt sie. Mit anderen Worten: Diesen Preis kann man sich in die Haare schmieren.

Bettina Bunge ficht das freilich nicht an. "Aus unserer Sicht ist diese Studie zum einen aussagefähig und hat zum anderen die Qualität der Serviceleistungen in den Touristinformationen nachhaltig verbessert." So gut, dass der Stadtrat den Dienstleistungsvertrag mit der Dresden Tourismus GmbH (DTG) unter anderem für diesen Service gekündigt und neu vergeben hat.

Umso mehr verwundert, dass die OB, die Preisverleihung durch ihre Anwesenheit aufwertet. Dass die DMG eine mehr oder weniger ahnungslose OB vor ihren Karren gespannt hat, bestreitet Bunge. "Die Oberbürgermeisterin hat die Hintergrundinformationen zu der Untersuchung und dem Preis erhalten", sagt sie. Eine Einschätzung, die aus der Antwort von Stadtsprecher Kai Schulz auf eine entsprechende DNN-Anfrage eher abwegig erscheint. Er stellt klar: "Die Stadt hat keine Kenntnis darüber, wie die Auszeichnung der DTG im einzelnen zu bewerten ist."

Bleibt die Frage nach der Motivation für diese Trickserei. Branchenkenner mutmaßen, dass Bunge der arg gescholtenen und gebeutelten DTG so etwas wie postume Ehrenrettung zuteil werden lassen wollte. Aus dem Umfeld der OB verlautet eine etwas simplere Lesart. So einen Preis nehme man einfach mit, ohne große Fragen zu stellen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.03.2013

Ralf Redemund

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