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Dresden: Ein Tag voller Freude und Trauer

Dresden: Ein Tag voller Freude und Trauer

Juli ist für Hiba Omari doppelter Grund zur Freude: Nicht nur sie selbst feiert Geburtstag - es ist der 25. Auch ihr jüngster Bruder begeht seinen Ehrentag - er wird 15. Der 1. Juli ist für die junge Frau aus Jordanien aber auch ein Tag der Trauer: "Ich trauere an diesem Tag besonders um Marwa El-Sherbini und ich trauere mit ihrer Familie.

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Hiba Omari

Quelle: CAROLA FRITZSCHE

" Seit Oktober vergangenen Jahres hat Hiba Omari eine ganz besondere Verbindung zu Marwa El-Sherbini: Sie erhält das von der Stadt und dem Wissenschaftsministerium finanzierte Stipendium, das die Erinnerung an die 2009 ermordete Ägypterin Marwa wachhalten soll.

Ein Extremist hatte Marwa El-Sherbini 2008 beleidigt. Das duldete die junge Frau nicht und zeigte den Mann an. Er wurde am Amtsgericht verurteilt und ging in Berufung. Vor dem Landgericht ermordete der Mann die Ägypterin, die als Zeugin ausgesagt hatte. "Seine Seele war krank", sagt Hiba Omari, "Er war vergiftet von Hass."

Ihr Leben habe sich nach der Übergabe des Stipendiums verändert, so die Studentin der Elektrotechnik an der TU Dresden, die für vier Semester 750 Euro im Monat erhält. "Meine Verantwortung ist gewachsen, mein Denken ist anders geworden. Ich versuche, Probleme von vielen Seiten zu betrachten und geduldig zu bleiben."

Hiba Omari engagiert sich für die Integration ausländischer Studenten und erklärt ihnen beispielsweise die Mentalität der Dresdner. "Die Universität ist sehr weltoffen und Ausländer sind hier herzlich willkommen. Wer sich integrieren will, kann sich auch integrieren", sagt die junge Frau. Sie selbst habe in Dresden noch nie negative Erfahrungen gemacht. "Wenn ich abends nach Hause fahre, ist alles ganz friedlich, da gab es keine Probleme. Natürlich habe ich Angst vor Betrunkenen. Aber die habe ich auch zu Hause."

Sie versuche, die positiven Dinge in den Mittelpunkt zu stellen - die Menschen, die ihr die Tür aufhalten oder sie auch mal drücken. "Es ist nicht einfach für mich, ohne den Rat meiner Familie das Leben zu bestreiten. Ich telefoniere zwar regelmäßig mit meinen Eltern, aber ich habe sie seit 17 Monaten nicht sehen können."

Auch wenn sie das Gedenk-Stipendium erhält und mitunter zu offiziellen Terminen der Stadt eingeladen wird, fühlt sich Hiba Omari als ganz normale Studentin. "Das Studium ist sehr anstrengend und zeitaufwändig", sagt sie, Freizeit habe sie kaum. Wenn sie es schafft, trainiert sie zweimal in der Woche Fußball bei Eintracht Dobritz. "Von den Mädels dort wurde ich mit offenen Armen aufgenommen. Ein Kommilitone hatte mir den Tipp gegeben, dass die Mannschaft noch Mitspielerinnen sucht."

Bei der Menschenkette zum 13. Februar habe sie Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) und Rektor Hans Müller-Steinhagen getroffen, beide hätten freundlich gegrüßt. Zur Gedenkkundgebung am Montag werde sie selbstverständlich gehen, sagt Hiba Omari. "Ich habe dem Ehemann von Marwa eine E-Mail geschrieben, er hat mir freundlich geantwortet. Ich hoffe, dass ich ihn und seinen Sohn einmal treffen kann."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.06.2013

Thomas Baumann-Hartwig

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