Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Dresden: Der Zwinger als knallharte Wissenschaft

Dresden: Der Zwinger als knallharte Wissenschaft

30 Studenten bauten über sechs Jahre lang den Dresdner Zwinger digital nach. Was dabei herausgekommen ist, zeigen sie heute um 10 Uhr im Ufa-Kristallpalast (DNN berichteten).

Die DNN sprachen mit den Initiatoren über die Geschichte des ungewöhnlichen Konzepts.

Das Forschungsprojekt war das erste seiner Art. "Der erste Schritt war das Studieren der Quellen durch die Kunsthistoriker. Es mussten Pläne und Zeichnungen aus den Epochen zusammengetragen und gesichtet werden. Diese wurden eingescannt und von den Informatikern weiter bearbeitet", erklärt Informatikprofessor Markus Wacker. Bei der Recherche wären nicht nur neuere Bücher und Publikationen, sondern auch Originaldokumente aus der Zeit August des Starken verwendet worden.

"Die Unterlagen mussten wir unter akribischer Aufsicht und mit Handschuhen im Archiv sichten", erzählt Wacker. Die Informatiker des Teams hätten dann nach und nach aus den Grund- und Aufrissen das 3D-Modell des Zwingers erstellt. "Auf Grundlage der zweidimensionalen Entwürfe arbeiteten wir uns am Computer sozusagen nach oben, konnten die verschiedenen Stadien rekonstruieren und ihnen Räumlichkeit verleihen", so Wacker. Dabei wären die Studenten mit viel Engagement und Herzblut bei der Sache gewesen.

Obwohl nur ein Teil des Projekts als Prüfungsleistung zählte und bewertet wurde, arbeiteten viele auch danach weiter daran. Das digitale Modell wurde mit dem Programm "3D Studio Max" erstellt. Das Anliegen der Forschungspartner war, die Rekonstruktion des Gebäudes in seinen unterschiedlichen Entwicklungsstadien vor und während des Zwingerbaus sichtbar zu machen. "Nicht jeder kann einen Grund- oder Aufriss lesen und sich dann vorstellen, wie der Zwinger aussehen sollte. Auch die baulichen Auswirkungen auf den Stadtraum sollen mit den dreidimensionalen Modellen gezeigt werden", sagt Dirk Welich von der Sächsischen Schlössergesellschaft.

Die Ergebnisse sollten zuerst nur in einer Ausstellung mit 3D-Ausdrucken oder virtuellem Rundgang präsentiert werden. Irgendwann kam dann die Idee zu einem Film. "Dieser ist eine glückliche Nebenproduktion. Auf der Leinwand lässt sich einfach sehr gut und anschaulich zeigen, was wir die letzten sechs Jahre gemacht haben. Hinter den bunten Bildern steckt nämlich knallharte Wissenschaft", betont Wacker.

Das Projekt war Vorläufer für weitere 3D-Modellierungen. So wurden mit wechselnden Partnern der große Saal der Albrechtsburg Meißen, die Innenstadt Jerusalems und der antike römische Hafen Ostia rekonstruiert. Im Mathematisch-Physikalischen Salon im Zwinger kann man sich zurzeit am Computer nachgebaute, historische Instrumente ansehen, die nach dem gleichen Verfahren entstanden sind. Durch die Digitalisierung kann die Funktionsweise anschaulich erklärt werden.

Clemens Göhler

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.03.2013

Clemens Göhler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
21.10.2017 - 22:00 Uhr

Die Friedrichstädter können es ja doch! Ausgerechnet gegen Neuersdorf gelingt dem Dresdner SC der erste Heimsieg weil bei den Gästen ein Routinier mehrfach verballert!.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.