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Dresden: Alter Mühlgraben wiederentdeckt

Dresden: Alter Mühlgraben wiederentdeckt

Gegenüber vom Zwinger an der Hertha-Lindner-Straße haben Archäologen einen Teil der Ufermauern des alten Weißeritzmühlgrabens freigelegt. Der Sprecher des sächsischen Landesamtes für Archäologie (LfA), Christoph Heiermann, sprach am Freitag gegenüber den DNN von einem "stadtgeschichtlich sehr interessanten Fund".

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Blick in Richtung Hertha-Lindner-Straße mit den freigelegten Ufermauern.

Quelle: Wolfgang Müller

Der langjährige Denkmalpfleger Wolfgang Müller rechnete schon länger mit den Überresten an dieser Stelle. "Der Weißeritzmühlgraben floss bis 1906 noch offen durch den Herzogin Garten. Mit dem Bau des Schauspielhauses musste er allerdings von hier weichen und seinen Verlauf in unterirdischen Gewölben an der Ostra-Allee nehmen. Sein altes Bett wurde anschließend verfüllt und geriet in Vergessenheit", erklärt Müller.

Nachgewiesen ist, dass sich der künstlich angelegte Mühlgraben einst vom heutigen Stadtteil Löbtau durch die Wilsdruffer Vorstadt bis zur Elbe in Höhe der Marienbrücke zog. Insgesamt war er über vier Kilometer lang. Seine Ursprünge reichen mindestens bis ins Spätmittelalter zurück. Zu dieser Zeit waren große Teile des jetzi-gen Dresdner Stadtgebiets dörflich geprägt. Statt Häusern und Straßen gab es viele Wiesen und Mühlen, die derWeißeritzmühlgraben mit Wasser versorgte. "Schließlich konnte man nicht damit rechnen, dass der Wind immer wehte", sagt Müller.

Neben den verschiedensten Mühlentypen siedelten sich im Laufe der Jahre ein Hammerwerk zum Bearbeiten von Eisen, Kupfer und Silber, Gerber und Kuttler (Fleischer) sowie sehr viel später industrielle Anlagen an, die die Kraft aus dem Wasser des Mühlgrabens ebenfalls nutzten.

Doch mit der prosperierenden Stadt Dresden wuchsen auch die Probleme. Anfang des 20. Jahrhunderts war der Weißeritzmühlgraben, der schon schrittweise in unterirdische Gewölbe verbannt worden war, einfach nur noch eine Belastung, denn er führte extrem dreckiges Wasser mit sich und die Menschen, die damit in Berührung kamen, wurden krank. "Damit war sein Ende besiegelt", sagt Müller. "Am 9. Oktober 1937, genau um 12 Uhr, schlossen sich die Schützen an den beiden Wehren des Mühlgrabens für immer. An den wenigen Stellen, an denen er bis zuletzt noch offen dahingeflossen war, wurde er verfüllt, und bald deutete nur wenig auf seine einstige Anwesenheit im Stadtgebiet hin."

Umso bemerkenswerter ist der jetzt gemachte Fund der Archäologen auf der Baywobau-Baustelle an der Herzogin Garten. "Die beiden noch original erhaltenen Ufermauern zeigen eine Verbreiterung nach oben, wurden also trapez- bzw. wannenförmig vermutlich im 18. Jahrhundert angelegt. Zuvor könnte er unbefestigt durch dieses Gelände geflossen sein", vermutet Wolfgang Müller. Christoph Heiermann vom Landesamt ist mit einer genauen Einschätzung bislang zurückhaltend, denn die Archäologen hätten gerade erst mit der Auswertung begonnen. Sicher sei, dass die entdeckten Mauern nicht aus dem Mittelalter stammen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.05.2013

Christoph Stephan

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