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Dreijährige kann nach Genickbruch dank OP am Uniklinikum Dresden wieder laufen

Glück im Unglück Dreijährige kann nach Genickbruch dank OP am Uniklinikum Dresden wieder laufen

Was Autumn Emberlee Dillon durchleben musste, ist selbst für einen Erwachsenen kaum vorstellbar. Das Mädchen erlitt einen Genickbruch, war inkomplett gelähmt, wurde maschinell beatmet – und gelangte schließlich in die Hände medizinischer Experten am Uniklinikum. Heute ist Autumn nicht nur quietschfidel, sie kann auch wieder laufen.

Autumn Emberlee mit ihrem Papa Perry Evan Dillon (r.) und den Ärzten Prof. Dr. med. Klaus-Dieter Schaser, Privatdozent Dr. med. Alexander Carl Disch, Dr. med. Philipp Schwerk und Prof. Dr. med. Guido Fitze (v.l.).
 

Quelle: Uniklinikum Dresden

Dresden.  Was die zweijährige Autumn Emberlee Dillon in den vergangenen Wochen durchleben musste, ist selbst für einen Erwachsenen kaum vorstellbar. Das kleine Mädchen erlitt einen Genickbruch, war inkomplett gelähmt, wurde maschinell beatmet – und gelangte schließlich in die Hände medizinischer Experten am Uniklinikum. Heute ist Autumn nicht nur quietschfidel, sie kann auch wieder laufen.

Es passierte am 5. September. Gemeinsam mit ihrem Vater – einem amerikanischen GI, der in Franken stationiert ist –, ihrer Mutter und ihrem ein Jahr alten Geschwisterkind war Autumn in der Sächsischen Schweiz unterwegs. Ein ganz normaler Urlaubstag. Bei Lohmen verlor Perry Evan Dillon die Kontrolle über seinen Wagen, das Fahrzeug kam von der Fahrbahn ab und krachte in die Böschung.

Am 5

Am 5. September ereignete sich der Unfall in der Sächsischen Schweiz.

Quelle: Marko Förster

Autumn wurde aus ihrem Kindersitz geschleudert, brach sich die Wirbelsäule zwischen dem 1. und 2. Halswirbelknochen und erlitt Schädigungen am Rückenmark. Eine niederschmetternde Diagnose. Der Kopf des kleinen Mädchens musste mit Schrauben und einem Korsett fixiert werden, bis wenige Tage später die rettende OP folgte – Schrauben, die innerhalb eines Korridors von drei Millimetern zwischen Rückenmark und Hirnblutgefäßen in den Halswirbelknochen befestigt wurden, geben der Wirbelsäule wieder den richtigen Halt.

Mittlerweile erholt sich Autumn in der Rehaklinik in Kreischa, lernt das Laufen neu, hat aber noch Probleme mit der Koordination. „Sie hat ein hohes Rehabilitationspotenzial und kann schon jetzt fast wieder ganz normal laufen. Inwieweit eine vollständige Regeneration eintritt, ist auf Grund der Rückenmarksschädigung schwierig vorherzusagen“, schätzt Privatdozent Dr. med. Alexander Carl Disch, einer der Leiter des Wirbelsäulenzentrums am Uniklinikum, ein.

Dass sie überhaupt eine gute Chance auf ein normales Leben hat, ist den Kinderchirurgen des Uniklinikums unter der Leitung von Prof. Dr. med. Guido Fitze und vor allem Prof. Klaus-Dieter Schaser, Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, zu verdanken. Die Expertise für solch komplexe Eingriffe brachte letzterer vor einem Jahr aus der Berliner Charité mit. Prof. Schaser gilt als erfahrener Unfallchirurg, der zusätzlich auf dem Gebiet der Wirbelsäulenchirurgie und der Entfernung von Tumoren, die in Muskeln und Knochen auftreten, spezialisiert ist. Geboren in Thüringen, machte sich der heute 46-Jährige schon recht früh einen Namen im Bereich der Unfallchirurgie. 1996 wechselte Prof. Schaser nach Studienaufenthalten in Erlangen/Nürnberg und Regensburg an die Charité nach Berlin, habilitierte hier 2004 mit 34 Jahren und baute das erste muskulo-skelettale Zentrum Deutschlands mit auf, das Unfallchirurgie und Orthopädie verbindet.

„Die Kompetenzen beider Fächer zu bündeln ist ein nach wie vor bundesweit einzigartiges Modell“, wie Prof. Schaser sagt und ein Weg, den er auch in Dresden gemeinsam mit seinem Kollegen aus dem orthopädischen Bereich, Prof. Dr. med. Klaus-Peter Günther, weiter gehen möchte. Dem UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie (OUC), das 2013 von seinem Vorgänger Prof. Dr. med. Hans Zwipp und dem Geschäftsführenden Direktor Prof. Günther gegründet wurde, steht er als Ärztlicher Direktor vor. Dank seines Fachwissens sind am Uniklinikum jetzt Eingriffe möglich, die hier bislang nicht durchgeführt werden konnten, etwa die Entfernung von Tumoren aus dem Becken oder der knöchernen Wirbelsäule.

Und auch Autumn Emberlee hat von dieser Expertise profitiert. „Solche Verletzungen in diesem Alter sind selten, dementsprechend führen wir auch diese Eingriffe nicht oft durch. Die Erfahrung dafür ist auf bestimmte Zentren begrenzt“, sagt er. Glück im Unglück für die nun Dreijährige, die ihren Geburtstag nach erfolgreicher Operation mit ihren Eltern noch im Krankenhaus feierte.

Von Christin Grödel

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