Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Google+
Drei ungeklärte Todesfälle pro Tag in Dresden

Bestatter und Kriminalpolizei gaben Einblick in Arbeitsalltag Drei ungeklärte Todesfälle pro Tag in Dresden

„Haus gemietet, Auto geleast, Sarg gekauft...schon mal darüber nachgedacht?“, begrüßt ein Schild die neugierigen Besucher des städtischen Friedhofs- und Bestattungswesens auf der Löbtauer Straße. Bereits zum zehnten Mal öffnet das Unternehmen die Türen für die Bevölkerung.

Im Showroom werden die verschiedenen Sargoptionen präsentiert.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden .  „Haus gemietet, Auto geleast, Sarg gekauft...schon mal darüber nachgedacht?“, begrüßt ein Schild die neugierigen Besucher des städtischen Friedhofs- und Bestattungswesens auf der Löbtauer Straße. Bereits zum zehnten Mal öffnet das Unternehmen die Türen für die Bevölkerung. Sargausstellungen, Kühlräume, Waschraum, Trauersaal. Was oft aus Film und Fernsehen bekannt ist, konnte am Sonntag besichtigt werden.

Thema des Jubiläums ist „Bestatter im Notfalleinsatz“. Sebastian Estel von der Krisenintervention erzählt von seiner ehrenamtlichen Arbeit als Notfallseelsorger. Vor allem Sonntagvormittag ist eine häufige Einsatzzeit, doch während seines Vortrages bleibt der Pieper stumm.

Auch die Kriminalkommission „Leib und Leben“ der Stadt Dresden stellt sich und ihren Arbeitsalltag vor. Sie werden gerufen, wenn der Arzt bei Todesursache „ungeklärt“ angibt. Dabei ist nicht eindeutig, ob eine natürliche oder unnatürliche Todesursache vorliegt. „Wir dokumentieren die komplette Situation und klären, ob eine Fremdeinwirkung stattfand oder nicht. Erst wenn die Staatsanwaltschaft danach das Ok gibt, ist eine Beerdigung möglich“, erklärt Leiter Andreas Franke die tägliche Arbeit. Die Identifizierung unbekannter Toter gehört auch zu den Aufgaben der Kriminalpolizisten. „In den letzten zehn Jahren mussten wir nur eine Person unbekannt beisetzen“, berichtet Franke. Im vergangenen Jahr zählte die Kriminalpolizei über 900 ungeklärte Todesfälle in Dresden. Das entspricht drei Fällen pro Tag. Auch die Notfallseelsorger rücken jeden zweiten Tag aus.

Auszubildender Felix Wehnert (24) ist angehender Bestatter im dritten Lehrjahr und hat seinen Traumberuf gefunden. „Kein Tag ist wie der andere. Man arbeitet täglich mit Menschen und verschiedenen Schicksalen zusammen. Einfühlsame Gespräche und Hilfe bei der Organisation des Begräbnisses gehören genauso dazu wie die Herrichtung der Verstorbenen“, beschreibt Wehnert seinen Alltag als Bestatter. Im Hof waren Leichenwagen zu besichtigen, auch Feuerwehr und Notdienst gewährten genauere Einblicke in die Fahrzeuge. Mehr als 50 Besucher aller Generationen ließen sich interessiert die Arbeit des Bestattungsdienstes erklären.

„Wir möchten im Rahmen unseres Tages der offenen Tür die Menschen vorstellen, die am Sterbeort sind und über die kaum gesprochen wird“, erklärt Fachbereichsleiterin Karin Schulze die Themenwahl des Tages. Auch einen Tatortreiniger aus Berlin hatte das städtische Bestattungsunternehmen eingeladen, doch dieser war kurzfristig verhindert.

Von Lisa-Marie Leuteritz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.