Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 17 ° Gewitter

Navigation:
Google+
Dredner Handwerker rechnen mit Abschwung - Neue Jobs eher nicht in Sicht

Dredner Handwerker rechnen mit Abschwung - Neue Jobs eher nicht in Sicht

Die Indizien für einen Wirtschaftsabschwung mehren sich: Noch ist die Auftragslage für die Handwerker im Raum Dresden gut, doch das Geschäftsklima trübt sich immer mehr ein, hat eine Mitgliederbefragung der Handwerkskammer (HWK) Dresden ergeben.

Das deckt sich mit ähnlichen Befragungen der Industrie- und Handelskammer und des ifo-Instituts in Dresden. "Der Konjunkturscheitel ist überschritten", glaubt HWK-Präsident und Dachdecker Jörg Dittrich.

Laut Umfrage, an der sich reichlich 700 der rund 23 000 Mitgliedsbetriebe im Kammerbezirk beteiligt hatten, bekümmern steigende Einkaufspreise die Handwerker, auch befürchten sie einen Fachkräftemangel durch die "Rente mit 63". Bäcker, Fleischer, Kosmetiker und Frisöre sorgen sich aber vor allem um den neuen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde, der ab Januar in Kraft tritt. "Wir Handwerker sind nicht gegen den Mindestlohn", betonte Dittrich. Aber dieser werde zu höheren Personalkosten führen, die die allermeisten Handwerksbetriebe nicht durch mehr Produktivität wettmachen können. Mit Massenentlassungen rechnet der Kammerpräsident zwar nicht, aber mit empfindlichen Preiserhöhungen für die Verbraucher.

Verlässliche Zahlen, wie viele Beschäftigte im Dresdner und ostsächsischen Handwerk derzeit noch weniger als 8,50 Euro pro Stunde bekommen, kann die Kammer nicht bieten. Sie hat aber derzeitig typische Löhne abgefragt. So erhalten ungelernte Berufsanfänger in Bäckereien jetzt oft nur sechs Euro pro Stunde, ähnlich die Backwarenverkäuferinnen, während Filialleiter auf etwa 8,41 Euro kommen. Fleischermeister zahlen ihren ungelernten Mitarbeitern nur sechs Euro, 8,05 Euro gibt's für die Gesellen. Gebäudereiniger sind mit 8,21 Euro dabei, Bauarbeiter mit mindestens 10,50 Euro, Dachdecker mit wenigstens 11,55 Euro.

Ertrags- und Auftragslage, aber auch unternehmerische Spielräume sind innerhalb des Handwerks sehr unterschiedlich. So sind die Umsätze und Geschäftserwartungen bei Dresdner Handwerkern überdurchschnittlich - sie profitieren vom Wohlstand der Landeshauptstädter und touristischen Impulsen. Grenznahe Betriebe hingegen stehen über die offene Schengengrenze hinweg in direkter Konkurrenz zu polnischen und tschechischen Handwerkern. Viele liebäugeln nun mit der Idee, den Mindestlohn zu vermeiden, indem sie personalintensive Arbeiten wie etwa Schweißaufträge nach Polen (Mindestlohn 2,31 Euro) oder Tschechien (1,95 Euro) verlagern.

Und während die Bau- und Ausbau-Firmen in Dresden dank des Schulbau-Programms und anderer Sonder-Impulse rekordverdächtig gut gefüllte Auftragsbücher haben, ist die geschäftliche Stimmung in vielen Kfz-Werkstätten und Handwerksbetrieben, die den "persönlichen Bedarf" aus dem Privatsektor bedienen, völlig am Boden. Neue Jobs jedenfalls sind aus dem Handwerk in nächster Zeit kaum zu erwarten, schätzt Dittrich ein - eher teurere Brötchen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.11.2014

Heiko Weckbrodt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
21.07.2017 - 10:25 Uhr

Zur Generalprobe gegen Wolfsburg können die Schwarz-Gelbven wohl erneut nicht in Bestbesetzung antreten .

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.