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Dr. Hans-Jürgen Held erfüllt seit 38 Jahren Kinderwünsche in seiner Dresdner Praxis

Dr. Hans-Jürgen Held erfüllt seit 38 Jahren Kinderwünsche in seiner Dresdner Praxis

Hans-Jürgen Held ist mittlerweile 65 Jahre alt. Ans Aufhören denkt der Mediziner indes noch lange nicht. Angesichts seines Aufgabenfeldes glaubt man ihm das gerne.

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Dr. Held leitet das Kinderwunschzentrum Dresden. In den letzten knapp 38 Jahren haben er und sein Team rund 12000 Frauen zu einer Schwangerschaft verholfen. Daraus entstanden Kinder, an deren Geburt ihre Eltern schon fast nicht mehr geglaubt haben. Zunächst hatte der Facharzt für Gynäkologie an der heutigen Uniklinik gearbeitet, seit 1975 die dortige Kinderwunschsprechstunde geleitet. "Das habe ich gerne gemacht, denn es war eine dankbare Arbeit", erinnert er sich. Als es schwierig wurde, alle Fachbereiche unter einen Hut zu bekommen, entschloss sich Dr. Held 1998, eine eigene Praxis zu gründen.

Mit Erfolg: Rund 800 Paaren konnte das Praxisteam - bestehend aus 25 Mitarbeitern - allein im vergangenen Jahr helfen. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres fanden schon etwa 300 Paare den Weg in die Praxis, Tendenz steigend. Die Tatsache, dass es Paare sind, ist übrigens äußerst maßgeblich. Denn die Praxisklinik Held nimmt keine anonymen Samenspenden an. Künstliche Befruchtungen erfolgen lediglich mit dem Sperma des jeweiligen Partners.

Allerdings benötigen nur rund 20 Prozent aller Paare, die Dr. Held aufsuchen, eine künstliche Befruchtung. In vielen Fällen hilft bereits ein klärendes Gespräch, um der Ursache der Kinderlosigkeit auf den Grund zu gehen. Hier spielen zum Beispiel Vorerkrankungen eine Rolle, das Gewicht der Frau oder der Beruf des Partners. Möglicherweise ist er Schadstoffen ausgesetzt. Oder er arbeitet auf Montage und ist nur am Wochenende zu Hause: "Da wird es schwer, den richtigen Moment abzupassen", beschreibt der Facharzt. Auch die Psyche spielt eine große Rolle, auch wenn diese laut Dr. Held nur schwer zu erfassen ist. Oft klappe es aber genau dann mit der Schwangerschaft, wenn man den Wunsch endgültig begraben hatte.

Ist die Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch jedoch anatomisch - die Ursachen liegen in der Regel zu 40 Prozent bei der Frau, zu 40 Prozent beim Mann und bei 20 Prozent im Unklaren -, sind Dr. Held und sein Team gefragt. Ihnen stehen zwei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Beiden geht eine Eizellentnahme voraus, was der Mediziner als einen völlig unproblematischen Eingriff beschreibt. Bei der so genannten In-vitro-Fertilisation (IVF) werden dann aufbereitete Spermien zu den Eizellen gegeben, die sich selbst ihren Weg suchen. Sind aber nicht genügend Spermien vorhanden, ist die so genannte ICSI (Intra-Cytoplasmatische-Spermien-Injektion) die Methode der Wahl. Dabei wird unter dem Mikroskop ein einzelnes Spermium mit einem Mikromanipulator in die Eizelle injiziert.

Zwei bis drei Tage später werden dann die entstandenen Embryonen in die Gebärmutter der Frau übertragen. Die Anzahl der Embryonen - maximal dürfen es in Deutschland drei sein - richtet sich nach dem Alter der Frau. Die Maximalanzahl bekommen in der Regel Frauen ab 38 Jahren oder Jüngere, die bereits einen gescheiterten Versuch hinter sich haben. Die Entscheidung über die Anzahl trifft aber letztlich die Frau beziehungsweise das Paar. Je jünger die Frau, desto größer sind die Erfolgsaussichten. "Setzt man einer 32-Jährigen zwei Embryonen ein, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei 40 Prozent", so Dr. Held. Schwieriger wird es bei Frauen ab 40. Selbst bei drei Embryonen werden unter 20 Prozent der Frauen schwanger, hinzu kommt eine höhere Wahrscheinlichkeit für Fehlgeburten. Das sei auch für den Facharzt immer wieder schwer, er leide immer wieder mit. "Wir arbeiten mit den Frauen, so lange die Behandlung sinnvoll ist. Das ist etwa bis zum 42./43. Lebensjahr der Fall. Aber man muss diesen Frauen ganz klar sagen, dass ihre Chancen gering sind, um keine falschen Vorstellungen zu wecken", erklärt der Facharzt für Gynäkologie.

Die Behandlung wird von der Krankenkasse bezuschusst. Der selbst zu tragende Anteil liegt pro Befruchtung bei etwa 1800 Euro. Ab dem zweiten Versuch bekommen Paare Fördermittel vom Freistaat. Für eine ICSI-Behandlung 900 Euro, bei einer IVF 800 Euro.

Praxisklinik Dr. Held, Prager Straße 8a, Tel.: 50 14 00 00

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.03.2013

Christin Grödel

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