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Dolmetscher zwischen Jung und Alt: Leuben soll wieder einen Streetworker bekommen

Dolmetscher zwischen Jung und Alt: Leuben soll wieder einen Streetworker bekommen

Die letzte Stelle eines Streetworkers für Leuben wurde vor zehn Jahren weggekürzt. Anwohner, die sich gewohnheitsmäßig bei Ärger mit Jugendgruppen an die Anlaufstelle an der Bernhard-Kretzschmar-Straße wandten, mussten die dortigen Sozialpädagogen daraufhin abwimmeln.

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Für die Prohliser Jugend unterwegs sind André Dittrich, Antje Skupin und Tobias Bohnet (v.li.) von der mobilen Jugendarbeit.

Quelle: Dietrich Flechtner

Ohne Streetworker gebe es mehr Konflikte auf den Plätzen, sagt Antje Skupin, Chefin der Mobilen Jugendarbeit in Prohlis. Auch sei zu vermuten, dass sich leichter Tendenzen zu rechten Strukturen herausbilden, fügt ihr Kollege Tobias Bohnet hinzu. Gründe, warum die Stadtverwaltung ab diesem Jahr auch in Leuben wieder einen Sozialarbeiter auf die Straße schicken will. Denn, es fehlt dort ein Dolmetscher zwischen Jung und Alt. Nach einer Verwaltungsvorlage soll die mobile Jugendarbeit "Mole" bereits im November in Leuben starten. 25 000 Euro will Dresden in das neue Angebot investieren.

Dolmetscher in Prohlis sind die drei Sozialpädagogen von der dortigen mobilen Jugendarbeit. Sie begegnen auf ihren Routen durch den Stadtteil der jungen Generation auf Augenhöhe, machen keine Vorschriften und zeigen für jedes Problem Verständnis. Und Probleme haben Jugendliche zuhauf: Sei es der Umzug in die erste eigene Wohnung, Stress in der Schule, die Suche nach einem Ausbildungsplatz oder einem Job, Drogenkonsum oder Schulden. Dazu kommen die Konflikte mit den Erwachsenen. "Wichtig ist, dass unser Angebot freiwillig ist", betont André Dittrich, der dritte Sozialpädagoge im Bunde und besonders auffallend mit seiner pinken Irokesen-Frisur. Als Gast betreten sie die jugendlichen Lebenswelten, bauen ein Vertrauensverhältnis auf und erhalten im Gegenzug Einblick in die Sorgen und Nöte der Jungen und Mädchen.

Niederschwellig wird diese Art der Sozialarbeit genannt, denn die Jugendlichen müssen nicht erst eine bestimmte Adresse aufsuchen, sondern die Hilfe kommt direkt zu ihnen. Bei einer eiligen Sache können die mobilen Jugendarbeiter sofort reagieren. So fahren sie zur Wohnung, wenn eine Zwangsräumung bevorsteht oder begleiten einen Drogensüchtigen, der entschieden hat, sich in eine Klinik einweisen zu lassen. Dann wieder gibt es mit Anwohnern Ärger, weil zu laut Fußball gespielt wurde. Auch hier greifen die Jugendarbeiter beschwichtigend ein. "Es gibt Tage, da ist nichts los auf der Straße und dann ist man wieder bis elf Uhr abends gut beschäftigt, kommentiert das Tobias Bohnet.

Typische Jugend-Treffpunkte sind Tankstellen, Einkaufszentren und sogar Kreisverkehre. 2000 Gespräche mit Jugendgruppen haben die Sozialarbeiter im vergangenen Jahr auf den Prohliser Straßen geführt, dazu kamen rund 500 Jungen und Mädchen, die in die Anlaufstelle kamen, und etwa 80 Einzelberatungen. Auch wenn sich vieles im Leben wiederholt, gibt es doch Unterschiede in den Dresdner Stadtteilen. So dreht sich in der Neustadt viel mehr ums Musik machen, Bands gründen und Proberäume finden. Während man die Musik in Prohlis lieber konsumiert. Hip Hop und Schlager zum Beispiel. "Wenn sich die harten Jungs ihr Ticket fürs Helene Fischer-Konzert ergattert haben, muss man manchmal ein bissel schmunzeln", sagt Tobias Bohnet. Immer am Donnerstag leitet er eine Jungengruppe mit 12- bis 17-Jährigen, geht mit ihnen wandern, klettern oder angeln.

"Wir sind so flexibel wie die Jugendlichen selbst", sagt Antje Skupin. Das bedeutet zur Zeit, sich auch mit jungen Flüchtlingen aus Eritrea und Syrien auseinanderzusetzen. "Ich war letzte Woche zu einem Feiertag bei Flüchtlingen eingeladen", sagt Tobias Bohnet. Bei den Kontakten mit den Asylbewerbern fällt den Jugendarbeitern auf, wie sehr den Flüchtlingen Ansprechpartner fehlen. Dazu erreichen erste Ängste von Dresdner Jugendlichen ihre Ohren. "Wir trauen uns nicht raus, haben Angst zusammengeschlagen zu werden", heißt es da - und zwar von beiden Seiten. Neue Herausforderungen für die drei Streetworker.

Öffnungszeiten: Stützpunkt Drewag-Haus, Bernhard-Kretzschmar-Straße 26, mittwochs 16 bis 18 Uhr; www.mobile-jugendarbeit-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.09.2014

Arndt, Madeleine

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