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Diplom-Biologin Kerstin Aretz bietet Pilzwanderungen für Kinder an

Mit Korb und Karli in die Pilze Diplom-Biologin Kerstin Aretz bietet Pilzwanderungen für Kinder an

Wenn sich Kerstin Aretz mit den Kindern eines Kindergartens oder einer Grundschule trifft, um ihnen etwas über Pilze zu erzählen, dann ist auch Karli mit von der Partie. Karli sagt zwar, er sei Pilzfreund, hat aber in Wirklichkeit keine Ahnung von Pilzen. Zu seiner Entschuldigung sei gesagt: Karli ist eine große Stoffpuppe.

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Welche Pilze wurden hier gesammelt? Auch Stoffpuppe Karli kennt nicht alle Pilze, die im Korbe liegen. Aber Kerstin Aretz kann es ihm und den Kindern verraten.

Quelle: Bernd Lichtenberger

Dresden. Wenn sich Kerstin Aretz mit den Kindern eines Kindergartens oder einer Grundschule trifft, um ihnen etwas über Pilze zu erzählen, dann ist auch Karli mit von der Partie. Karli sagt zwar, er sei Pilzfreund, hat aber in Wirklichkeit keine Ahnung von Pilzen. Zu seiner Entschuldigung sei gesagt: Karli ist eine große Stoffpuppe. Ihm erzählt Kerstin Aretz, zu welcher Jahreszeit und wo man Pilze finden kann, und auch wie man sich im Wald verhält. Dieser Dialog mit Karli ist für die Kinder ein Erlebnis. Vor allem dann, wenn es dabei um so ernste Dinge wie Giftpilze geht. „Wenn ich mit Karli über den Grünen Knollenblätterpilz rede, dann herrscht Totenstille im Raum“ erzählt die junge Frau.

Seit drei Jahren ist die Diplom-Biologin Fachberaterin für Mykologie und Pilzsachverständige des DGfM, der deutschen Gesellschaft für Pilzkunde. Als Mutter von drei Kindern hat sie sich auf ihre Fahnen geschrieben, schon die Jüngsten mit der faszinierenden Welt der heimischen Pilze bekannt zu machen. „Mit Hilfe von Geschichten, Spielen und Bastelangeboten möchte ich Kinder für Pilze und Natur begeistern, möchte ich ihnen vermitteln, wie sie sich beim Auffinden unbekannter Pilze verhalten sollen“, erklärt Kerstin Aretz.

Zwar wird ihr Angebot von vielen Kitas und Schulen gut angenommen. Aber was ist so ein Gespräch über Pilze, verglichen mit einer Pilzwanderung, bei der man selbst auf die Pilzsuche gehen kann. Deshalb bietet die junge Pilzberaterin auch solche Exkursionen an. Allerdings hat sie sich dafür Unterstützung organisiert. Bei solchen Pilzwanderungen wird sie von Eckhart Klett begleitet. Der Liegauer ist ebenfalls von der DGfM bestätigter Pilzberater. Warum sie bei offiziellen Pilzwanderungen zu zweit losziehen, ist schnell erzählt. „Im vergangenen Jahr bin ich mit acht Familien auf Pilzsuche gegangen. Dabei haben mich die Eltern so sehr in Anspruch genommen, dass mir kaum noch Zeit für deren Kinder blieb.“ Das soll ihr nicht noch mal passieren. Kerstin Aretz suchte sich deshalb Hilfe. „Mit Eckhart Klett ist es perfekt“, meint sie. Er berät die Eltern, sie übernimmt die „Bespaßung“ der Kinder. Von „Spaß“ spricht sie dabei ganz bewusst, weil es ihr wichtig ist, dass die Kinder auch beim Lernen Spaß haben. So schleppt sie sogar ein mobiles Kasperle-Thater mit in den Wald, um zum Abschluss der Wanderung in einem kleinen improvisierten Theaterstück das Gelernte noch einmal zu vertiefen und freut sich, wenn diese Rechnung aufgeht, wenn die Kinder laut „Nein!“ schreien, wenn der Kasper einen Fliegenpilz mit nach Hause nehmen will.

„Im Kindergarten oder unterwegs mache ich die Kinder mit den Pilzregeln vertraut: Wenn ich ihnen einen Steinpilz in die Hand gebe, dann dürfen sie ihn bestaunen und daran riechen, Fliegenpilze werden nicht angefasst, und in den Mund gesteckt werden Pilze erst recht nicht“.

Ihre ersten Speisepilze hat die gebürtige Pulsnitzerin beim Waldspaziergang mit ihrem Opa kennen gelernt. Hätte ihr damals jemand prophezeit, über der Eingangstür ihres Schönborner Einfamilienhauses würde einmal „Pilzberatungsstelle“ stehen, den hätte sie für verrückt erklärt. Auch heute sieht sich Kersin Aretz in erster Linie als Expertin für Schimmelpilze. Das ist ihr Spezialgebiet, das hat sie studiert. Deshalb bietet sie Privatpersonen, Firmen und öffentlichen Einrichtungen Innenraum- und Pilzanalysen mitsamt einer Schimmelpilz-Bestimmung an. Über diese Schiene hat sie Kontakt zur DGfM bekommen, hat festgestellt, wie groß der Bedarf an Pilzberatern ist und sich schließlich dafür qualifiziert. Den Schritt hat sie nicht bereut, auch wenn er viel Zeit kostet und von der ganzen Familie beträchtliche Opfer verlangt. „Die Pilzberater sind wie eine große Familie“, freut sie sich und fährt deshalb gern zur Weiterbildung, die für eine dauerhafte Tätigkeit als ehrenamtlicher Pilzberater unerlässlich ist. Bernd Lichtenberger

Pilzwanderungen für Kinder gibt es am 24. September, 9.30 Uhr in der Dresdner Heide (ohne Anmeldung Treff Bahnhof Dresden-Klotzsche, Unkosten: 2 Euro pro Person), am 8. Oktober, 9.30 Uhr bis ca. 11.30 Uhr auf dem Waldspielplatz im Albertpark, Fischhausstraße 12c, Unkosten: 2 Euro pro Person, und am 22. Oktober in der Sächsischen Schweiz (tel. Anmeldung: 035022/50242 im Nationalparkzentrum, Unkosten 3,50 Euro pro Erw., 2,50 Euro pro Kind).

Weitere Infos unter: www.pilze-aretz.de

Von Bernd Lichtenberger

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