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Die zehn Monate alte Astrid Miltenberger aus Dresden kämpft seit ihrer Geburt mit Krampfanfällen

Die zehn Monate alte Astrid Miltenberger aus Dresden kämpft seit ihrer Geburt mit Krampfanfällen

Am Anfang dieser Geschichte steht das ganz große Glück: Nach sechs fehlgeschlagenen Versuchen in einer Berliner Befruchtungsklinik hießen Amy und Anja Miltenberger am 17. Januar dieses Jahres ihre Tochter Astrid willkommen.

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Fröhliches Kind, glückliche Eltern, zufriedener Arzt: Amy (l.) und Anja Miltenberger mit ihrer Astrid und Dr. med. Georg Heubner.

Quelle: Carola Fritzsche

Was die schönsten Monate im Leben der beiden Frauen werden sollten, entwickelte sich zu den furchtbarsten. Denn bereits zwei Tage nach der Geburt bekam Astrid Krämpfe, 50 weitere innerhalb des ersten Monats folgten ebenso wie ständige Aufenthalte im Krankenhaus Dresden-Neustadt. "Neugeborenenkrämpfe sind nicht unüblich. Aber der Verlauf bei Astrid war sehr kompliziert. Stabile Phasen und Phasen, in denen sie sehr viele Anfälle hatte, wechselten sich ab", erinnert sich Dr. med. Georg Heubner, Chefarzt der Kinderklinik im Neustädter Krankenhaus.

Die gute Nachricht: Mittlerweile geht es Astrid besser. Eine antiepileptische Kombinationstherapie half dem kleinen Mädchen, seit einigen Monaten ist sie dank einer speziellen Medikation anfallsfrei. Bisher allerdings ist nicht bekannt, warum Astrid krampfte. "Es gilt jetzt, die Ursache zu finden. Bei manchen Kindern kann das zum Beispiel ein Stoffwechseldefekt sein. Bei Astrid vermuten wir aber eine genetische Komponente", sagt Dr. Heubner. Auszuschließen ist das nicht, denn in der Familie von Amy, die aus den USA stammt, gibt es weitere Fälle von Epilepsie. Im kommenden Frühjahr sollen zusätzliche Tests folgen, um die exakte Ursache zu finden.

Jetzt aber braucht Familie Miltenberger erst einmal Zeit, denn ganz verarbeitet haben die Eltern die schweren Monate noch nicht. "Man sollte ja ohnehin keine Erwartungen an ein Kind haben, das man nicht kennt. Aber das unser Kind krank ist, das haben wir wirklich nicht erwartet", sagt die 30-jährige Amy. "Das waren die schlimmsten Wochen in unserem Leben", pflichtet ihr Anja Miltenberger bei. Es habe Zeiten gegeben, da sei Astrid so schwach gewesen, habe einfach nur dagelegen. "Wir dachten, sie stirbt. Sie können sich nicht vorstellen, wie schön es war, als sie geschrien hat. Das müssen wir uns jetzt manchmal ins Gedächtnis rufen", schmunzelt die gebürtige Amerikanerin.

Vor acht Jahren haben sich die beiden Frauen während eines Auslandssemesters von Amy in Jena kennengelernt. Seit vier Jahren sind sie verheiratet. Amy Miltenberger arbeitet als Personalreferentin in einer Halbleiterfirma, ihre 36 Jahre alte Ehefrau ist Teamleiterin bei Bike 24. Die kleine Astrid krönte das Glück. Und das soll jetzt auch Amys Familie jenseits von Skype hautnah kennenlernen. Heute fliegen die Miltenbergers über den großen Teich, zunächst zu Amys Zwillingsbruder nach Florida. Nach dem traditionellen Thanksgiving-Schmaus, dem amerikanischen Erntedankfest, geht es weiter nach Ohio, wo sie Weihnachten und Silvester verbringen werden.

Die Miltenbergers sind dankbar: Dafür, dass es Astrid mittlerweile so gut geht, für das deutsche Gesundheitssystem im Allgemeinen und die Betreuung im Neustädter Krankenhaus im Speziellen. Angenommen haben sie die Situation ohnehin: "Astrid ist perfekt, so wie sie ist. Ob mit Epilepsie oder nicht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.11.2014

Christin Grödel

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