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Die albertinischen Wettiner streiten über die Nachfolge des verstorbenen Haus-Chefs Maria Emanuel

Die albertinischen Wettiner streiten über die Nachfolge des verstorbenen Haus-Chefs Maria Emanuel

Auch wenn es heute keine Könige mehr gibt, sorgen die Nachfahren deutscher Adelshäuser doch immer wieder für Furore: Auch der Streit über die Führung im Hause Wettin geht in die nächste Runde.

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Zwist um den Stammbaum: Weil Maria Emanuel keine Kinder hatte, adoptierte er Alexander als seinen Nachfolger. Rüdiger von Sachsen und seine Nachkommen akzeptieren den neuen Wettiner-Chef nicht. Grafik: A. Eylert

Quelle: Grafik: Eylert

Medienberichten zufolge sei die Linie der albertinischen Wettiner erloschen. Nun tritt Michael-Benedikt Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Parkett. Der Dresdner Bild-Zeitung soll er gesagt haben, er sei der neue Chef der Wettiner. Markgraf Alexander, Prinz von Sachsen beruft sich dagegen auf die Entscheidung des 2012 verstorbenen Wettiner-Chefs Maria Emanuel, der ihn als seinen Nachfolger bestimmte. Und dann gibt es da noch die Moritzburger Wettiner. Für sie ist klar: Alexander von Sachsen soll nicht mehr öffentlich als Chef des Hauses Wettin Albertinische Linie auftreten. Aber wer ist denn jetzt der neue Wettiner Chef?

Warum sorgt die Nachfolge der Wettiner überhaupt für Streit?

Als Markgraf Maria Emanuel von Meißen als Oberhaupt der albertinischen Wettiner 2012 verstarb, hinterließ er keine eigenen Kinder. Um seine Nachfolge als Haus-Chef der albertinischen Wettiner zu regeln, hatte er deshalb zu Lebzeiten seinen Neffen Alexander adoptiert. Aus Alexander Afif wurde 1999 Alexander Prinz von Sachsen und nach dem Tod von Maria Emanuel der neue Chef der Wettiner. Sehr zum Missfallen einiger Familienmitglieder: "Wir können Alexander nicht als Haus-Chef akzeptieren", erklärt Daniel von Sachsen. Seine Nachfolge verletze das Agnatenrecht. Demzufolge dürften ausschließlich die männlichen und blutsverwandten Erstgeborenen die Führung eines Fürstengeschlechts übernehmen. Alexander ist zwar ein echter Urenkel des letzten Königs. Diese Verwandtschaftsbeziehung besteht jedoch nur über seine Mutter Maria Anna. "Aus fürstenrechtlicher Sicht kann Alexander deswegen gar nicht der Haus-Chef sein", meint Daniel von Sachsen gegenüber DNN.

Warum mischt sich Daniel von Sachsen da überhaupt ein?

Daniel von Sachsen und seine bei Moritzburg lebende Familie berufen sich auf eine Bestimmung von Prinz Albert, dem Bruder des einstigen Markgrafen Maria Emanuel. Nach dem Agnaten-Prinzip sei nach dem Tod von Maria Emanuel nicht Alexander, sondern sein Bruder Albert der legitime Nachfolger des Wettinerchefs gewesen. Albert, der wenige Monate nach seinem Bruder ebenfalls verstarb, soll kurz vor seinem Tod seinen Neffen Rüdiger als Nachfolger bestimmt haben. Der ist wiederum der Vater von Daniel von Sachsen. Prinz Rüdiger forderte deshalb im vergangenen Jahr, Alexander von Sachsen solle nicht mehr öffentlich als Chef des Hauses Wettin der albertinischen Linie auftreten.

Warum heißt es, die Linie der albertinischen Wettiner sei erloschen?

"Weder Alexander noch Rüdiger oder Daniel dürfen sich königliche Hoheit, geschweige denn Haus-Chef nennen", meint Michael-Benedikt Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach. Er gehört einer thüringischen Linie der Wettiner an. Ihm zufolge sei Alexander trotz Adoption nicht adelig, da er nicht als Blaublüter zur Welt kam. Die Verwandtschaft zu seiner Mutter gelte nicht als Zugehörigkeit zum Hause Wettin, weil sie aus der Familie herausheiratete. Seit 1918 könne zudem niemand mehr in den Adelstand erhoben werden. "Demnach ist Alexander auch nicht der Haus-Chef der albertinischen Wettiner", erklärt der Thüringer. Der Familienzweig Rüdigers von Sachsen sei bereits wegen interner Familienzwistigkeiten vom ehemaligen Haus-Chef Maria Emanuel ausgeschlossen worden. "Damit gibt es adelsrechtlich keinen albertinischen Wettiner mehr im nachfolgeberechtigten Stamm. Die Linie ist erloschen", erklärt der Prinz.

Auf welche Beweise stützt Michael-Benedikt Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach seine Erkenntnisse?

Das genealogische Handbuch des Adels gilt als Nonplusultra der deutschen Blaublüter. Das mehrbändige Nachschlagewerk gibt Aufschluss über alle deutschen Adelsfamilien und deren Abstammung. Tatsächlich tauchen hier Alexander, Daniel und Rüdiger in der Erbfolge von Maria Emanuel nicht auf. "Demzufolge gehören sie auch nicht zum Hause Wettin", erklärt der 61-Jährige. "Die Behauptung, Chef eines Hauses zu sein, dessen Mitglied man noch nicht einmal ist, ist Hochstapelei", fügt er hinzu.

Hält sich Michael-Benedikt Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach jetzt für den neuen Chef der Wettiner?

"Das habe ich nie gesagt", dementiert der Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach. "Fakt ist: Es gibt schlichtweg keine albertinischen Wettiner mehr, die dazu berechtigt wären, die Nachfolge von Maria Emmanuel in adelsrechtlicher Form anzutreten. Demnach kann dort keiner Haus-Chef mehr sein - auch ich nicht", sagt der Ernestiner.

Und wie sehen Prinz Alexander und die Moritzburger Wettiner das?

"Der Adelsrechts-Ausschuss muss prüfen, inwieweit wir fürstenrechtlich zum Hause Wettin gehören", sagt Daniel von Sachsen. Das letzte Wort ist hier also noch nicht gesprochen. Alexander von Sachsen gibt sich indes selbstsicher. Er erklärt: " Es ist von Markgraf Maria Emanuel alles für die Zukunft festgelegt worden. Es gibt keinen weiteren Diskussionsanlass."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 02.04.2014

Susann Schädlich

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