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Die Überlebenden der Dresdner Bombennacht treffen sich zum zehnten Mal und erinnern an die Schrecken des Krieges

Die Überlebenden der Dresdner Bombennacht treffen sich zum zehnten Mal und erinnern an die Schrecken des Krieges

Februars 1945 treibt heute wieder einmal tausende Menschen auf Dresdens Straßen. Das Flammeninferno wirklich erfahren haben nur die wenigsten von ihnen.

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Die Überlebenden nahmen am Abend an einer Andacht in der Frauenkirche teil und sprachen das Versöhnungsgebet aus der Kathedrale von Coventry.

Quelle: Hauke Heuer

Der Jahrestag des 13. Gestern trafen sich einige der Überlebenden der Bombennacht nunmehr zum zehnten Mal in der Heinrich-Schütz-Residenz am Neumarkt. Anschließend besuchten sie einen Gottesdienst in der Frauenkirche. Mit dabei Schüler des Bertolt-Brecht-Gymnasiums, die die Zeitzeugen mit Gesang und Musik unterhielten und sich inhaltlich mit der Thematik 13. Februar auseinandersetzten. Der japanische Friedensaktivist Eiichi Kido kritisierte in einer Rede den zunehmenden Militarismus in seinem Heimatland und der Welt. Am Rande der Veranstaltung ließen die Überlebenden die schrecklichen Erlebnisse aus dem letztem Kriegsjahr Revue passieren.

Christa Hennemann war in der Bombennacht erst acht Jahre alt. Trotzdem erinnert sie sich noch genau. "Es war Fasching und alle Kinder waren verkleidet. In den Abendstunden fielen dann die ersten Brandbomben vom Himmel", berichet Hennemann. Der erste Angriff sei noch erträglich gewesen. Der zweite Bombenhagel zertrümmerte dann alles und trieb zahlreiche Flüchtlinge in Hennemanns Bombenkeller unter ihrem Elternhaus an der Wittenberger Straße, das durch die Angriffe komplett zerstört wurde. "Das Geschrei der Kinder wurde von den Erwachsenen übertönt", erinnert sie sich. Anschließend versuchte sich ihre Mutter mit ihrer Schwester nach Chemnitz zu retten. Doch auch Chemnitz wurde bombardiert, so dass nur der Rückweg nach Dresden blieb. Für die 76-Jährige ist klar: "So etwas darf nie wieder geschehen. Deshalb müssen wir den jungen Menschen von den schrecklichen Ereignissen berichten."

Schaurige Geschichten hat auch Hellmut Seidel zu erzählen. Der heute 84-Jährige konnte als Jugendlicher in der Bombennacht zuschauen, wie das Mehrfamilienhaus, in dem er mit seiner Mutter und zwei Schwestern wohnte, niederbrannte. "Für mich war Glas immer spröde und brüchig. Auf einmal hing es wie feuchte Gardinen in den Fensterrahmen", erinnert sich Seidel, der später bei seiner Tante in Laubegast unterkam. Doch mit noch größerem Unbehagen denkt er an die Zeit nach dem Bombardement. "Ich war noch keine 15 Jahre alt und wurde in das Enttrümmerungskommando eingeteilt. Ich musste bis zum Sommer zwischen der zerstörten Trinitatiskirche und dem Fetscherplatz Leichen ausgraben und entsorgen. Die Körperteile lagen unter dem Schutt vergraben und konnten nicht mehr zugeordnet werden. Wir haben sie alle in eine Grube geworfen und die Anzahl der Toten hochgerechnet. Zuhause habe ich nie ein Wort darüber verloren", berichtet Seidel sichtlich bewegt.

Mit Grauen erinnert er sich an die Überreste des Fürsten-Lichtspielhauses am heutigen Fetscherplatz. Hier wurden zahlreiche Dresdner während einer Vorstellung von den Bomben überrascht. hh

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.02.2014

Hauke Heuer

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