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Die Stressspirale: Warum uns Stress aktiver, aber auch krank machen kann

Die Stressspirale: Warum uns Stress aktiver, aber auch krank machen kann

Kaum ein Arbeitstag vergeht, ohne dass nicht mindestens ein Mal das Wort "Stress" durch die Büroflure schallt. Ob Stress immer negativ ist, wann er krank macht und was wir dagegen tun können, das erklärt Dr. med.

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Ein Kreislauf der Überforderung: Wir arbeiten immer mehr, treten nur selten kürzer. Auf Dauer macht uns dieses Verhalten nicht nur zynisch, sondern auch krank.

Quelle: picture alliance

Ulrike Anderssen-Reuster, Leitende Ärztin der Klinik für Psychsomatik und Psychotherapie am Neustädter Krankenhaus.

Der Begriff Stress ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Was genau versteht man darunter?

Dr. Ulrike Anderssen-Reuster: Es gibt keine allgemeingültige Definition. Allgemein gesprochen treten Stressphänomene im Zusammenhang mit biologischen und psychischen Anpassungs- prozessen des Organismus' auf Belastungssituationen auf. Dabei kann man Eustress von Distress differenzieren. Im ersten Fall werden die Anforderungen als Herausforderung verstanden, die aktivieren können, die spannend sind. Im anderen Fall wird die Aufgabe als überfordernd und belastend erlebt und dies kann zu Unzufriedenheit und Anspannung führen. Interessanterweise kann der gleiche Anlass bei Menschen zu diesen gegenteiligen Reaktionen führen. Entscheidend ist somit, wie wir selbst eine Situationen bewerten. In der Psychosomatik unterscheiden wir drei Stress-Arten: Akutstress, chronischen Stress und Beziehungsstress.

Worin unterscheiden sich diese Formen?

Der Akutstress ist eine Anpassungsmöglichkeit an Gefahren, er ermöglicht eine starke Aktivität. Der Körper schüttet Stresshormone wie z.B. Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol aus. Wir bereiten uns gewissermaßen auf Kampf oder Flucht vor. Eine solche Reaktion ist gesund und zeigt, dass der Organismus schnell auf mögliche Gefahren reagieren kann. Problematisch wird es, wenn wir nach der Anspannung nicht wieder entspannen können. Dann kann Akutstress zu chronischem Stress werden - das Erregungsniveau ist ständig erhöht und man ist ununterbrochen in ei-ner Hab-Acht-Stellung. Im Blut ist der Cortisol-Spiegel erhöht, was zu körperlichen Erkrankungen führen kann, etwa Schlafstörungen, chronischen Entzündungen, Diabetes oder auch Herzrhythmusstörungen.

Und Beziehungsstress betrifft Personen mit Liebeskummer?

Nein, das ist nicht gemeint, sondern vielmehr die Tatsache, dass Interaktionsprobleme im frühen Lebensalter oft recht ausgeprägte Folgen für spätere Beziehungserfahrungen nach sich ziehen. Ein Säugling, der beispielsweise zu wenig Zuwendung und Sicherheit erfährt, reagiert häufig mit sogenann-ten Regulationsstörungen. Er ist angespannt und leicht erregbar. Diese frühe Erfahrung kann im späteren Alter zu Anfälligkeiten für psychosomatische Erkrankungen führen und künftige zwischenmenschliche Beziehungen beeinträchtigen. Es fällt einem solchen Menschen schwer, Vertrauen aufzubauen und sich auf nahe Beziehungen einzulassen.

Sind manche Menschen anfälliger als andere?

Ja, einige Menschen haben ständig negative Gedanken über alle möglichen Dinge und fühlen sich deshalb permanent belastet. Zudem gibt es auch Personen, die schon im Kindesalter Anerkennung nur durch Höchstleistungen erfahren haben. Sie mussten immer die Besten sein und denken auch jetzt noch, dass sie sich immer anstrengen müssen. Ihnen fällt es schwer, von diesem Leistungsskript abzulassen.

Wie kann man verhindern, dass Stress krank macht?

Man muss den Stress unter die Lupe nehmen, zum Beispiel schauen, ob es nachvollziehbare Gründe dafür gibt, dass man sich gestresst fühlt und ob diese sich reduzieren lassen. Man kann auch daran arbeiten, stabiler, belastbarer und stressresistenter zu werden, indem man Ressourcen entwickelt, um geschickter mit Anforderungen umzugehen. Hilfreich sind aktive Methoden der Stressbewältigung wie z.B. Bewegung, Sport und auch das Ansprechen von den eigenen Gefühlen. Aber auch Entspannungsübungen, Yoga und Meditation sind nachweisbar hilfreich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 09.07.2014

Interview: Christin Grödel

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