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Die Stadtentwässerung und Arche NoVa halfen Hochwasseropfern in Bosnien beim Aufräumen

Die Stadtentwässerung und Arche NoVa halfen Hochwasseropfern in Bosnien beim Aufräumen

Sintflutartige Regenfälle, schlammbedeckte Keller, abgeriegelte Ortskerne. Viele Deutsche fühlten sich vor knapp sechs Wochen von den Fernsehbildern aus Südosteuropa an die Fluten des vergangenen Jahres hierzulande erinnert.

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Frank Lieber und Volkmer Rodewald von der Dresdner Stadtentwässerung haben im bosnischen Maglaj gegen die Schlammmassen gekämpft.

Quelle: Dietrich Flechtner

Mitte Mai hatte der Balkan die schlimmsten Überschwemmungen seit 120 Jahren erlebt. Mehr als 1,3 Millionen Menschen waren vom Hochwasser betroffen, 130 000 verloren ihr Zuhause, 60 starben. "Der Hilfsbedarf war einfach enorm", sagte Meike John von der Dresdner Hilfsorganisation Arche NoVa. Schon während der Überschwemmungen 2002 und 2013 hatte der Verein hierzulande bei der Beseitigung von Schäden geholfen. "Nun auch auf dem Balkan zu helfen, war da keine Frage", sagt Meike John.

Als bei Frank Lieber von der Dresdner Stadtentwässerung Anfang Mai das Telefon klingelte und Arche NoVa um seine Unterstützung bat, zögerte er nicht. Im Auftrag der Hilfsorganisation managte er einen Einsatz der Stadtentwässerung, mit dem die Stadt Maglaj in Bosnien-Herzegowina am Fuße der Bosna wieder weitestgehend vom Schlamm befreit werden sollte. Inzwischen ist er mit seinem Kollegen Volkmer Rodewald von einer erlebnisreichen Reise nach Bosnien zurückgekehrt."Noch nie habe ich so viel Dankbarkeit erlebt", erzählte er gestern. Nach knapp einer Woche Vorbereitung starteten Lieber und Rodewald die Fahrt ins Ungewisse. Über 1100 Kilometer legte das Gespann innerhalb von zwei Tagen zurück, bis die beiden den 25 000-Einwohner-Ort Maglaj am 18. Mai erreichten. "Die Flut hier kam am 14. Mai über die Stadt. Als wir dort ankamen, stand das Wasser noch meterhoch", berichtete Lieber. Denn das vorhandene Abwassersystem war von den Schlammmassen verstopft. Wo die Fluten trotzdem bereits gewichen waren, hatte sich übelriechender Schlamm abgesetzt. Behörden, Stromnetz und Versorgungseinrichtungen waren nicht erreichbar. "Einmal am Tag wurde den Bosniern ein Sack Kartoffeln und Zwiebeln gebracht - die Supermärkte waren alle dicht", erinnert sich Lieber.

Knapp dreieinhalb Wochen lang saugte er zusammen mit Rodewald mit einem Hochdruckspülfahrzeug den Schlamm aus den verstopften Kanälen von Maglaj. "Das funktioniert wie bei einem großen Staubsauger", beschreibt Rodewald. Im Inneren des Fahrzeugs wurde der Schlamm so aufbereitet, dass das enthaltene Wasser gleichzeitig mit einer Düse zum Abspritzen der verschmutzten Straßen genutzt werden konnte. Zudem halfen die Dresdner mit einem Notstromaggregat und weiteren Pumpen aus. Wohn- und Krankenhäuser sowie das Bürgermeisteramt wurden wieder freigelegt. Inzwischen sind auch 18 Bautrockner auf dem Weg nach Maglaj, die in öffentlichen Einrichtungen aufgestellt werden sollen. Doch nicht nur in Maglaj hat Arche NoVa geholfen. Auch in Samac am Oberlauf der Bosna ließ der Verein zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen installieren. Insgesamt 70 000 Euro stehen der Organisation für den Hilfseinsatz in Bosnien zur Verfügung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.06.2014

Susann Schädlich

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