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Die Plattleite 51: Restaurator saniert denkmalgeschütztes Haus

Die Plattleite 51: Restaurator saniert denkmalgeschütztes Haus

Jedes Haus ist ein Kunstwerk für sich - so sieht das zumindest Stephan Bubner. Seit über 30 Jahren ist der gebürtige Dresdner freischaffender Bildhauer, Restaurator und Künstler.

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Stephan Bubner reinigt einen "Ausleger" an der Plattleite 51. Die denkmalgerechte Sanierung ist sein großes Ziel. Aus diesem Grund ließ er auch die Wetterfahne neu anfertigen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Zahlreichen Dresdner Villen hat er bereits neuen Glanz verliehen. Nun hat er erneut ein ganz besonderes Haus unter seine Fittiche genommen: die Plattleite 51.

Das Eckhaus an der Bautzner Straße wurde 1891 erbaut und steht mittlerweile - wie so viele Häuser auf dem weißen Hirsch - unter Denkmalschutz. Seit den 90er Jahren ist es im Besitz des Sauerländers Markus Fischer. "Ich habe den Eigentümer nur per Zufall kennengelernt", erklärt Bubner. Ursprünglich hatte der Restaurator seinem Freund Alex Dietmar bei der Gestaltung des Antiquitätenladens geholfen. "Als Herr Fischer den neuen Laden mal besuchte, war er überrascht, wie schön das Geschäft geworden ist. So sind wir ins Gespräch gekommen und nun restauriere ich das ganze Haus", berichtet Bubner.

Eigentlich gibt es zur Plattleite 51 kaum noch geschichtliche Überlieferungen. Doch eines Tages entdeckte Markus Fischer im Stadtarchiv ein altes Foto von seinem Haus. Dieses stammt vermutlich aus den 30er Jahren und ließ auf den ersten Blick eine herausstechende Besonderheit erkennen: Von der Turmspitze ragte eine große Wetterfahne empor. "Herr Fischer und ich waren uns einig, dass diese Wetterfahne unbedingt wieder ein Teil des Hauses werden muss", erzählt der Bildhauer. Ausgehend von dem winzigen Schwarzweiß-Foto versuchte er den Aufbau der Fahne im Computer so lange zu extrahieren, bis er sämtliche Zahlen und Details erkennen konnte. Anschließend fertigte Bubner ein 1:1-Modell aus Pappe an und übergab den Auftrag an den Handwerker Holger Schlegel. Seit Mitte Juli schmückt die 1,50 Meter lange Wetterfahne, die auf einem 4,95 Meter langen Mast sitzt, den Turm der Hausnummer 51. Abgebildet ist ein Drache, der einst als Standarte von den römischen Truppen voraus getragen wurde. Knapp 7300 Euro hat die Anfertigung des einzigartigen Blickfangs gekostet.

Doch nicht nur die Wetterfahne macht das Eckhaus zu etwas besonderem. "Das Haus gehörte einst mit zum Lahmannsanatorium", berichtet Bubner. Insgesamt 15 Villen wurden von dem Arzt Heinrich Lahmann angemietet, um Gäste aus nah und fern unterzubringen. "Deswegen war das hiesige Areal früher auch unter dem Namen Kureinrichtung Weißer Hirsch bekannt", fügt der Restaurator hinzu.

Vor allem wohlhabende Besucher aus der ganzen Welt reisten nach Dresden, um sich in den Häusern des Lahmann-Sanatoriums für mehrere Monate einzuquartieren. "Dementsprechend wurden die Häuser damals auch sehr schön hergerichtet", erklärt Bubner. Ein noch heute vorhandener Beweis für die Luxuriosität der Wohnungen sind die Deckenmalereien im Haus Nummer 51. Diese sind zum Teil sehr gut erhalten, Bubner versucht sie wieder zum Strahlen zu bringen.

Das Alte so zu erhalten, wie es einst geschaffen wurde - das hat sich der gebürtige Dresdner zur Aufgabe gemacht. Aus diesem Grund verwendet er bei seinen Aufträgen auch keine künstlichen Materialien. "Kunststoffe wie Silikone richten erhebliche Schäden an Gebäuden an, da sie allein durch Sonneneinstrahlung rasch zerfallen, Weichmacher raus diffundieren und somit Kältebrücken provozieren. Und jeder weiß, dass dadurch der Schimmelbefall droht", sagt Bubner.

Aus diesem Grund hat er für die Plattleite 51 rein mineralische Putze verwendet, denen unter anderem Kasein (Milcheiweiß) beigegeben wurde, um die Elastizität zu erhöhen. "Früher haben Häuser bis zu 100 Jahre jeglichen Wetterbedingungen standgehalten. Heute müssen die meisten Gebäude, die unter Verwendung von künstlichen Stoffen erbaut wurden, bereits nach 15 Jahren restauriert werden", berichtet der 58-Jährige. Auch wenn seine Vorgehensweise oft auf Kritik und Ablehnung stößt, so bleibt er seinen Prinzipien treu, denn auch Häuser sind Kunstwerke, die wir alle jeden Tag betrachten.

Steinmann, Nadine

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