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Die Pieschener Kita "Pfiffikus" widmet sich in seinem Konzept gesunder Ernährung und der Zahnpflege

Die Pieschener Kita "Pfiffikus" widmet sich in seinem Konzept gesunder Ernährung und der Zahnpflege

Es geht um scheinbar banale Sachen wie Äpfel und Birnen. Liebevoll aufgeschnitten von den Kindern höchstpersönlich, die die Obststückchen mit Zahnlücken im lachenden Vorschulkindermund und leuchtenden Augen dem Pressetross anbieten.

Natürlich dreht es sich hier um mehr als um kleine Obststücke. Es geht um die Vermeidung eines Lebensstils, an dessen Ende die Volkskrankheiten unserer Zeit stehen. Bei den Krankenkassen verschlingen Diabetes, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauferkrankungen jährlich Millionen von Euro. Letztere gehören zur Todesursache Nummer 1 in Sachsen. Tausende Menschen leiden - überflüssig.

Kinder von Anfang an für eine gesunde Ernährung zu sensibilisieren, hat sich die Pieschener Kita "Pfiffikus" in der Wurzener Straße auf die Fahnen geschrieben. "In der Konzeption unseres Hauses spielt gesunde Ernährung eine wichtige Rolle", sagt Kita-Leiterin Margit Deutsch. "Wir beginnen bereits in der Krippe, die Kinder an gesunde Nahrung heranzuführen." Doch wie lassen sich die kleinen hungrigen Rebellen davon überzeugen, dass Nudeln und Pizza nicht das Paradies auf Erden sind? Das Konzept ist so simpel wie überzeugend. "Alle Eltern bringen jeden Tag etwas Obst mit", erklärt Deutsch. "Zusammen mit den Erziehern schneiden die Kinder vor dem Essen jeden Tag ihr Obst selbst." Dabei könnten sie nicht nur ein Gefühl für die Konsistenz von Äpfeln, Birnen, Bananen und Weintrauben bekommen, sondern sich das Obst "schlichtweg auf der Zunge zergehen lassen". Die Krippenkinder fangen mit den weicheren Bananen an. "Dabei lernen sie schnell, was ihnen schmeckt", sagt Deutsch. "Gleichzeitig profitieren sie von einer Gruppendynamik." Denn: Zusammen macht sowieso (fast) alles mehr Spaß.

Und so wartet an Geburtstagen auch eine kleine Besonderheit. Mit Zutaten der Eltern bereitet die Gruppe für das Geburtstagskind das Essen selbst zu. "Gemeinsame Mahlzeiten zu bereiten, ist eine wertvolle und sinnliche Erfahrung", findet Deutsch. "Essen gehört zu unseren Grundbedürfnissen." Umso wichtiger sei es, den richtigen Umgang zu vermitteln. Zum Geburtstag gibt es dann Melonen-Igel oder Zwerge aus Weintrauben und Käsewürfeln statt dicker Tomatensoße-Nudelbatzen.

Einmal im Jahr kommen Fachkräfte aus dem Gesundheitsamt und bringen den Zöglingen das ABC der Ernährung bei. Was ist auf gesundem Frühstücksbrot, warum sind Möhren wichtig, was soll vermieden werden? Da zum Essen gesunde Zähne gehören, kommen zwei Mal jährlich Zahnexperten. Die Kleinen lernen u.a. das KAI-Prinzip: Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen. "Wir üben täglich", sagt Deutsch. "Jeden Mittag putzen sich die Kleinen die Zähne." Über die Ernährung im Alltag wacht die Ernährungsberaterin und stellvertretende Kita-Leiterin Ute Kempe. "Wir arbeiten nicht nach dem Ausschlussprinzip." Es gehe nicht um Verbote, vielmehr um einen "maßvollen Genuss".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.08.2014

Katrin Tominski

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