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Die Kirche in der Scheune in Dresden-Seidnitz

Denkmal des Monats Die Kirche in der Scheune in Dresden-Seidnitz

Die DNN präsentieren in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kultur und Denkmalschutz eine Veröffentlichungsreihe, die denkmalgeschützte Gebäude in Dresden vorstellt. Heute: die Nazarethkirche Seidnitz.

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Blick in den Altarraum.

Quelle: Matthias Helm

Dresden. Die DNN präsentieren in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kultur und Denkmalschutz eine Veröffentlichungsreihe, die denkmalgeschützte Gebäude in Dresden vorstellt. Heute: die Nazarethkirche Seidnitz.

Mitte der 1930er Jahre suchten die Seidnitzer und Dobritzer Gemeindemitglieder der Leubener Himmelfahrtskirche einen neuen Ort für ihre Gottesdienste. Ihr erster eigener, eher provisorischer Gemeindesaal in einem Wohnhaus konnte nicht länger angemietet werden. 1938 erwarb die Gemeinde deshalb das Grundstück Altseidnitz 12. Das Areal gehörte vorher zu einem alten Bauernhof. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes waren ein Schuppen und Ställe untergebracht. Außerdem existierte noch eine massive leer stehende Scheune. Die Gottesdienste fanden von nun an im neugestalteten Pfarrsaal im Hauptgebäude statt, der mit seinen 50 Sitzplätzen allerdings viel zu eng für die ganze Gemeinde war. An Sonntagen mussten die Gemeindemitglieder sogar teilweise vom Hausflur oder Hof aus zuhören. Bereits im Jahr 1939 entstanden deshalb erste Pläne, die ehemalige Scheune zum Gemeindesaal umzubauen. Doch erst 1951 konnte dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden.

Der Ausbau der Scheune erfolgte aber nicht, wie ursprünglich vorgesehen, im Rahmen des in den Nachkriegsjahren deutschlandweit aufgelegten Notkirchenprogramms. Die Gemeinde erhielt nur die Genehmigung zur Errichtung eines Gemeindesaals. Damit sollte die Benutzung des Raumes für andere kulturelle Zwecke möglich sein. Da die Kirche nicht als solche genehmigt wurde, sondern nur als Gemeindesaal errichtet werden konnte, durfte sich auf ihrem Dach kein Glockenturm befinden. Die Weihe fand am 9. Dezember 1951 statt. Im April 1953 erlangte die Kirchgemeinde Seidnitz ihre Selbstständigkeit und die Kirche bekam ihren Namen Nazarethkirche in Anlehnung an die nahe gelegene Bethlehem-Kirche in Tolkewitz, die ebenfalls nach dem Krieg errichtet wurde. Der Umbau der Scheune erfolgte nach den Plänen des bekannten Architekten Dr. Wolfgang Rauda. Der Innenraum war schlicht gehalten, denn Baumaterialien waren äußerst schwer zu bekommen. Die Ausschmückung war an vielen Stellen "aus zweiter Hand". So verwendete man zum Beispiel das Kruzifix, zwei Kinderfiguren aus Sandstein und eine Portraitbüste von Johann George Ehrlich aus dem ehemaligen, im Krieg zerstörten Ehrlichschen Gestift. Der Taufstein stammt aus einer Kapelle des Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissenen Bartholomäushospitals. Andere Gegenstände konnten durch Spenden angeschafft werden, darunter auch die Orgel der Orgelbaufirma Schuster aus Zittau, welche 1953 geweiht wurde, sowie die schmiedeeisernen Wandleuchter.

Im Jahr 1952 errichteten Gemeindemitglieder im Hof ein Holzgerüst für eine schlichte Bronzeglocke. Unter den schwierigen Bedingungen in der DDR-Zeit hat es die Gemeinde geschafft, die eher schlechte Bausubstanz ihrer Gebäude zu erhalten. Erste größere Sanierungen fanden Anfang der 2000er Jahre statt. Seit Mitte dieses Jahres wird die Kirche unter der Leitung des Architekturbüros Matthias Helm wieder saniert. Die Erneuerung der Dachkonstruktion war dringend nötig, denn die mit den bescheidenen Mitteln der frühen 1950er Jahre hergestellte Dachstuhlerweiterung drohte an mehreren Stellen zu versagen. Eine umfassende Sanierung des Gemeindesaals mit seinem Tonnengewölbe steht kurz vor der Fertigstellung. Die Wiedereinweihung ist für Anfang 2016 geplant.

Claudia Posselt

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