Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Die Gaslaternen in Dresden: Ein Denkmal wird ausgeknipst

Die Gaslaternen in Dresden: Ein Denkmal wird ausgeknipst

Wenn die Dämmerung über Dresden hereinbricht, sorgt das gedimmte Licht der Gaslaternen in den Stadtteilen Blasewitz und Striesen für eine ganz besondere Atmosphäre.

Voriger Artikel
Wie der Alte Katholische Friedhof in der Friedrichstadt die Herzen der Dresdner erobern will
Nächster Artikel
Dach der Energieverbund-Arena Dresden soll im Sommer saniert werden – 900.000 Euro Kosten

Rainer Scholz neben einer Gaslaterne an der Oehmestraße - mittlerweile musste auch sie den Bauarbeiten weichen.

Von Benjamin winkler

Rund 1400 der technischen Kulturdenkmäler existieren gegenwärtig noch im Stadtgebiet. Doch ihre Zahl sinkt - durch die Bauarbeiten entlang der Altenberger Straße und der Oehmestraße sind wieder 28 der einst mit Gas betriebenen Kandelaber aus dem Straßenbild verschwunden. Das ärgert viele Anwohner. "Wir sehen die Gefahr, dass dadurch das ortstypische Bild von Striesen-Blasewitz verloren geht", meint auch Architekt Rainer Scholz, der an der Oehmestraße wohnt und sich für den Erhalt der klassischen Gasbeleuchtung einsetzt.

Für knapp 2,35 Millionen Euro lässt die Stadt seit Mitte Juli 2011 die ehemalige "Schlaglochpiste" Altenberger Straße sowie die Oehmestraße sanieren und ausbauen. Anfang März dieses Jahres begannen parallel die Arbeiten für den neuen Kreisverkehr an der Kreuzung

Oehmestraße, Voglerstraße und Berggartenstraße. Bis Ende des Jahres soll alles fertiggestellt sein. Der geplante Hauptstraßenausbau im Dresdner Südosten führte Mitte März bei einem Treffen der "Bürgerinitiative Blasewitz" jedoch zu heftigen Diskussionen: Anwohner befürchten, dass die neue Verkehrstrasse, sowie die noch zum Ausbau vorgesehenen Augsburger-, Hübler- und Bergmannstraße, zusätzlichen Verkehr in das Wohngebiet leiten. Auch der Wegfall von Parkflächen und die geplante Parkraumbewirtschaftung für Striesen-Blaswitz sowie der Abbau der eigentlich geschützten Gaslaternen seien zur Sprache gekommen, sagt Scholz.

Seit dem 24. März 1997 sind Blasewitz und Striesen-Nordost als Denkmalschutzgebiet ausgewiesen - laut Satzung soll damit das historisch erhaltene Stadtbild geschützt werden. "Als Ersatz für die Gasleuchten hat man jedoch meterhohe, schmucklose Zinkmasten entlang der Altenberger Straße hingesetzt, gemäß dem Gestaltungshandbuch der Stadt Dresden, in dem die Denk- malschutzgebiete nicht gesondert ausgewiesen sind", ärgert sich Scholz. Auch in der Oehmestraße sind seit vergangener Woche die Gaslaternen vollständig verschwunden. "Die mit Gas betriebenen Anlagen können die An- forderungen der Beleuchtung von Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen selbst bei einer stark verdichteten Anordnung nicht annähernd erfüllen", begründet Rathaus-Sprecherin Anke Hoffmann.

Statt die Gaslaternen auf elektrischen Betrieb umzurüsten und deren historische Hülle zu erhalten, werden zukünftig 35 Peitschenleuchten die Straßen säumen und für Licht sorgen. Die neu aufgestellten Masten würden durch die höhere Leuchtkraft für mehr Verkehrssicherheit sorgen, zudem ist ihr Energieverbrauch geringer, heißt es in der Begründung der Rathaus-Pressestelle. Für die notwendige Umstellung investiert das städtische Straßen- und Tiefbauamt rund 110 000 Euro. Die demontierten, historischen Gaslaternen würden allerdings aufbereitet und sollen an anderer Stelle im Stadtgebiet elektrisch betrieben wieder zum Einsatz kommen, verspricht Hoffmann.

Während viele Anwohner den Gaslaternen nachtrauern, plagen sich die Gewerbetreibenden entlang der Altenberger und der Oehmestraße mit Zukunftssorgen, weil Kunden fern bleiben könnten, so Scholz. Laut Stadtsprecherin Anke Hoffmann bleiben von den ursprünglich 85 Stellplätzen nach dem Ausbau nur 35 Parkplätze erhalten. Der Rest muss Fahrradstreifen weichen. Die aktuellen Probleme mit dem "Hauptstraßenausbau Blasewitz-Striesen", aber auch zukünftige Straßenbauvorhaben werden nun in einer Veranstaltungsreihe diskutiert, organisiert von der "Bürgerinitiative Blasewitz" und Vertretern der Stadt. Das nächste Treffen findet voraussichtlich am 26. April um 19 Uhr im Ortsamt Loschwitz statt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.04.2012

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
17.08.2017 - 07:06 Uhr

Neben der Begrenzung auf maximal vier Tickets pro Käufer gilt zudem eine Postleitzahlensperre für Mecklenburg-Vorpommern. 

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.