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Die Firma Stratmann "schenkt" Dresden das Geschäft mit den Blauen Tonnen

Die Firma Stratmann "schenkt" Dresden das Geschäft mit den Blauen Tonnen

Ungewöhnlicher Schachzug im Ausschuss für Kommunalwirtschaft: Die Firma Stratmann Entsorgung GmbH zieht sich komplett aus dem Geschäft mit Altpapier, Pappen und Kartonagen zurück und "schenkt" ihre insgesamt 3380 Blaue-Tonnen-Behälter der Stadt.

Von Ralf Redemund

Im Gegenzug verzichtet die Stadt Dresden auf zwei Kündigungsoptionen eines anderen Vertrages, der sich damit von Ende 2014 bis Ende 2018 verlängert. Dabei geht es um die Beseitigung von Rest- und Bioabfällen, Sperrmüll und Elektro-Altgeräten im Dresdner Norden. Der Ausschuss nickte das ab.

Seitdem die Stadt das neue Altpapiersammelsystem mit Blauen Tonnen zu Beginn des Jahres gestartet hat, sind die Zukunftsaussichten für private Papier- und Pappensammler düster geworden. Zwar sind zum Thema Blaue Tonne noch zwei Verfahren beim Oberverwaltungsgericht Bautzen und eines beim Verwaltungsgericht Dresden anhängig, doch bleiben die Spielräume für private Entsorger eng. So hatte die Stadt Dresden ihren Vertrag über die Entsorgung von Altpapier in mehreren Stadtteilen mit der Firma Dr. Steffen Sickert Recycling GmbH aus Ottendorf-Okrilla gekündigt, was letztlich mit zur Insolvenz dieser Firma Ende vergangenen Jahres führte. Zudem hat das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz, das seit 1. Juni bundesweit in Kraft getreten ist, die öffentlichen Träger gestärkt.

Stratmann hat im Westen und Süden von Dresden 3380 Altpapier-Tonnen aufgestellt, darunter 80 Behälter mit 1100 Litern. Seit Beginn des Jahres sammeln dort auch die Firmen Remondis Elbe-Röder und Veolia im Auftrag der Stadt. Jedoch dürfen nur die kommunalen Blaue Tonnen auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen abgestellt werden, was das Geschäft für private Firmen schwieriger macht, da sie die Tonnen nur auf Privatflächen stellen dürfen und von dort abholen müssen.

Albrecht Pallas (SPD) und Andrea Schubert (Grüne) hätten die Vorlage gerne noch einmal verschoben, um die Folgen des Kündigungsverzichts zu diskutieren. Über Stratmann habe es nie Beschwerden gegeben, die Firma sei preisgünstig und zuverlässig und die Stadt erhalte die vier Jahre alten 3380 Behälter im Gegenwert von 47 000 Euro kostenlos, warb Dagmar Kuklinski vom Amt für Abfallwirtschaft im Ausschuss für den Antrag. Zudem erziele die Stadt durch das Neugeschäft mit dem Verkauf von Altpapier jährlich Zusatzeinnahmen von rund 48 400 Euro. CDU, Bürger und FDP stimmten dafür, Linke, SPD und Grüne dagegen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.09.2012

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