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Die Fassadenentwürfe für das Quartier III am Dresdner Neumarkt stehen fest

Die Moderne kommt kleinteilig daher Die Fassadenentwürfe für das Quartier III am Dresdner Neumarkt stehen fest

Christoph Gröner, geschäftsführender Gesellschafter des Investors CG Gruppe, hat die Fassadenentwürfe für das Quartier III am Neumarkt vorgestellt, und es fälltl auf: An der Rampischen Straße sind die modernen Fassaden in der Überzahl. Schreit das nicht nach einem historischen Gegengewicht?

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Quelle: Visualisierung: CG Gruppe

Dresden. Das war dann mal listig argumentiert: „So, wie Sie die Rampische Straße konzipieren, kann das Palais Riesch nur historisch rekonstruiert werden“, meinte am Dienstag der frühere Baubürgermeister Gunter Just (SPD). Christoph Gröner, geschäftsführender Gesellschafter des Investors CG Gruppe, hatte die Fassadenentwürfe für das Quartier III am Neumarkt vorgestellt, und es fiel auf: An der Rampischen Straße sind die modernen Fassaden in der Überzahl. Schreit das nicht förmlich nach einem historischen Gegengewicht?

Abwarten, meint Gröner. Am 14. Januar 2016 tagt die Jury ein zweites Mal zu den Fassadenentwürfen für das Palais Riesch. Zwei seien noch in der Auswahl. Welcher es dann wird – „Ich werde nach Dresden kommen und mir die Argumente der Jurymitglieder anhören. Beeinflussen werde ich die Entscheidung nicht“, kündigte Gröner an. Just empfahl, nicht nur historisch zu bauen, sondern auch einen Kammermusiksaal im Palais Riesch zu etablieren. „Dafür müssten sich doch genügend Finanziers finden“, meinte er. Gröner bedankte sich artig für den Vorschlag, verzog aber keine Miene.
Die Deckenhöhen bei einem historischen Riesch sind das Problem für jeden Investor. Beim Palais Hoym auf der Landhausstraße hat die CG Gruppe die Frage der aus heutiger Sicht unpraktischen Raumstrukturen unkonventionell beantwortet: In das historisch rekonstruierte Gebäude wird ein Hostel mit den entsprechenden Gemeinschaftsräumen einziehen.


Rund 240 Wohnungen werden in dem Quartier entstehen, kündigte Jens Funck an, Projektleiter der CG Gruppe für das rund 136 Millionen Euro schwere Projekt. Gut geschnittene Zweiraum- und Dreiraumwohnungen sollen es überwiegend werden, betonte der Projektleiter. Es werde möglich sein, für eine Warmmiete ab 600 Euro am Neumarkt zu wohnen, bekundete Gröner. 8000 Quadratmeter Gewerbefläche würden entstehen, allein das Hostel beanspruche davon 3800 Quadratmeter. Einen Lebensmittelmarkt mit 800 Quadratmeter Verkaufsfläche will die CG Gruppe am Neumarkt etablieren, dazu einen Drogeriemarkt und einen Biomarkt. Natürlich auch Gastronomie und weitere Läden. In den ersten Etagen der Häuser würden auch einige Büroeinheiten geschaffen, erklärte Funck. In einer Tiefgarage sollen auf zwei Ebenen 380 Parkplätze entstehen.

Kleinteilig sollen die Fassaden sein, so Gröner, der das Projekt an einen Immobilienfonds veräußern wird. „Wenn der Fonds das Ensemble in 20 oder 25 Jahren nicht mehr halten kann oder will, können die Häuser einzeln verkauft werden“, erklärte er das Konzept. Wobei ein Haus bereits verkauft sei – die Stiftung Frauenkirche wolle an der Rampischen Straße einen Kassenbereich, Probenräume und Lager einrichten. Für ein zweites Haus seien die Verhandlungen mit einem benachbarten Gastronomiebetrieb bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.

Bald soll das Q III/2 am Neumarkt bebaut werden. Jetzt wurden die Fassadenentwürfe präsentiert.

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Torsten Kulke, Vorsitzender der Gesellschaft Historischer Neumarkt, lobte die Entwürfe. „Ich bin sehr zufrieden mit der Kleinteiligkeit.“ Für die Landhausstraße 13 habe er sich aber eine historische Fassade gewünscht, erklärte er, immerhin handele es sich um die Alte Post. „Die Jury hat anders entschieden“, entgegnete Gröner.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) sprach von einem hochwertigen Projekt. „Unabhängig davon, ob die Fassaden historisch oder modern gestaltet werden, hier wird mit hoher Qualität gebaut.“ Es handele sich keinesfalls um eine Kulissenarchitektur, die Hinterhöfe würden genauso aufwendig gestaltet wie die sichtbaren Fassaden.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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