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Die Epilepsieberatungsstelle Dresden informiert Betroffene und Angehörige seit zehn Jahren

Rat und Tat Die Epilepsieberatungsstelle Dresden informiert Betroffene und Angehörige seit zehn Jahren

Was macht das mit meinem Leben? Was heißt das jetzt? Die Unsicherheit nach der Diagnose Epilepsie ist groß. Die Angst vor einem neuerlichen Anfall fast noch größer. Hilfe erhalten Betroffene und ihre Angehörigen bei der Epilepsieberatungsstelle Dresden.

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Elisabeth Reichel (l.) und Maria Lippold beraten kostenlos, unabhängig und - wenn gewünscht - auch anonym.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Was macht das mit meinem Leben? Was heißt das jetzt? Die Unsicherheit nach der Diagnose Epilepsie ist groß. Die Angst vor einem neuerlichen Anfall fast noch größer. Hilfe erhalten Betroffene und ihre Angehörigen bei der Epilepsieberatungsstelle Dresden. Diplom-Sozialpädagogin Maria Lippold und Diplom-Sozialarbeiterin Elisabeth Reichel stehen seit zehn Jahren mit Rat und Tat zur Seite, kostenlos, unabhängig und - wenn gewünscht - auch anonym.

Rund 1000 Ratsuchende wenden sich pro Jahr an die beiden Frauen, die sich - in 100-prozentiger Trägerschaft des Epilepsiezentrums Kleinwachau - eine Stelle teilen. "Wichtig ist, dass wir jeden Fall individuell betrachten", sagt Elisabeth Reichel. Denn Epilepsie sei nicht gleich Epilepsie. Bis zu 800 000 Deutsche leiden an epileptischen Anfällen - an irregulären, elektrischen Erregungen des Gehirns, die unkontrollierbare Reaktionen, etwa Zuckungen oder Bewusstlosigkeit, auslösen. Treten sie mehrmals auf, wird die Diagnose gestellt.

Ein enorme Umstellung für den Betroffenen. Nicht zuletzt deshalb, weil gewisse Tätigkeiten zunächst nicht mehr ausgeführt werden dürfen. Was wird mit meinem Job? Was aus dem Führerschein? Die häufigsten Fragen, die Reichel und Lippold gestellt werden. Die gute Nachricht: Epilepsie ist behandelbar, etwa 70 Prozent der Betroffenen können durch entsprechende Medikamente anfallsfrei werden. Sind sie es zwölf Monate, dürfen sie auch wieder Auto fahren. "Die Entscheidung über die Fahrtauglichkeit treffen aber nicht wir, das muss ein Arzt machen", erklärt Maria Lippold.

Aber die Beraterinnen können Kontakte vermitteln, zum Beispiel zum Integrationsfachdienst. Der stellt Hilfsmittel zur Sicherung am Arbeitsplatz bereit, etwa einen Arbeitsassistenten. "Man muss bei jedem Betroffenen genau hinschauen, für welche Tätigkeiten es Einschränkungen gibt. Anfälle können sehr unterschiedlich sein", sagt Elisabeth Reichel. Meist lassen sich Lösungen mit dem Arbeitgeber finden. Schwierig wird es allerdings, wenn an Epilepsie Erkrankte in einer Zeitarbeitsfirma arbeiten oder erst frisch im Job sind. Auf das Verständnis des Vorgesetzten könne man sich dann nicht immer verlassen, wissen die beiden Frauen aus Erfahrung.

Nicht nur auf der Wolfshügelstraße sind Reichel und Lippold im Einsatz. Rund 20 mal pro Jahr sind sie für Fortbildungen außerhalb unterwegs, in Schulen, sozialen Einrichtungen und Kindergärten. Denn Epilepsie ist keine Frage des Alters. Bereits Kleinkinder sind betroffen. "Wenn Kinder an Epilepsie erkrankt sind, müssen auch Erzieherinnen und Lehrer geschult werden, um mit der Situation umgehen zu können", so Maria Lippold.

Monatlich findet in der Beratungsstelle ein Treff junger Leute mit Epilepsie statt, an dem Personen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren regelmäßig teilnehmen. Der nächste Termin ist der 3. November (18 bis 20 Uhr). Auch eine offene Gesprächsrunde bieten die Beraterinnen an. Die nächste am 12. November (18 und 20 Uhr) beschäftigt sich mit dem Thema "Lebensenergie - was treibt mich an, was bremst mich aus?".

Epilepsieberatung Dresden, Wolfshügelstraße 20, Di/Mi/Do 9 bis 12 Uhr, Di 15 bis 17 Uhr, Do 14 bis 16 Uhr, Tel.: 48 10 270; www.epilepsieberatung-dresden.de

Christin Grödel

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