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Die Dresdnerin Doris Streul hat gleich vier Ehrenämter - Bundespräsident Gauck lud sie nach Berlin ein

Die Dresdnerin Doris Streul hat gleich vier Ehrenämter - Bundespräsident Gauck lud sie nach Berlin ein

Doris Streul hat eine Einladung von Joachim Gauck nach Berlin bekommen. Am kommenden Freitag lädt der Bundespräsident gesellschaftlich engagierte Menschen zum Bürgerfest ins Schloss Bellevue.

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Doris Streul ist Schöffe, liest Kindern in der Grundschule vor, arbeitet als Schulmediatorin und engagiert sich im Projekt "Starke Schule" der Hertie-Stiftung.

Quelle: Carola Fritzsche

Für die 68-Jährige ist das eine Ehre.

Frage: Inwiefern engagieren Sie sich denn für die Gesellschaft?

Doris Streul: Kurz gesagt bin ich Schöffe am Amtsgericht, lese Kindern in der Grundschule vor, bin Schulmediatorin und engagiere mich im Projekt "Starke Schule" der Hertie-Stiftung.

Warum bürden Sie sich so viel auf?

Ach wissen Sie, ich hatte bis vor drei Jahren eine recht anstrengende Arbeit, die mir aber auch viel Freude gemacht hat, und war oft unterwegs. Nach der Pensionierung wollte ich nicht plötzlich in ein Loch fallen.

Wo haben Sie denn früher gearbeitet?

Ich war erst 20 Jahre Lehrerin an der Fachschule für Binnenhandel in Dresden und bin dann nach der Wende ins Kultusministerium gewechselt. Dort habe ich zuerst als Referentin und seit 1993 als Referatsleiterin für die kaufmännischen Berufsbildenden Schulen und Fachoberschulen gearbeitet.

Warum lesen Sie Kindern vor?

Also, ich hatte ja im Beruf immer mit Erwachsenen zu tun. Deshalb wollte ich gern mal etwas mit Kindern machen. Und als die Städtischen Bibliotheken Lesepaten für ihr Projekt "Lesestark" suchten, habe ich mich gleich gemeldet. Jetzt lese ich Erst- und Zweitklässlern in der 56. Grundschule in Trachau vor. Das Schönste ist, wenn mich die Kinder fragen, ob sie selbst mal was vorlesen dürfen oder wenn sie zu mir kommen und erzählen: "Ich habe das Buch zum Geburtstag bekommen, was du vorgelesen hast." Ich habe den Kindern schon Goethes "Zauberlehrling" und auch Fontanes Ballade "John Maynard" vorgetragen. Da lässt sich sehr schön die Geschichte der Seefahrt mit einflechten.

Ich habe festgestellt, dass die Kinder sehr wissbegierig sind und manche auch selbst schon sehr viel wissen. Ich kann mich an einen eher unauffälligen Jungen erinnern, der wusste alles über Kolumbus. Manchmal frage ich mich, was wir falsch machen, dass bei so viel kindlicher Neugier das Interesse im Laufe der Schulzeit mitunter so verflacht.

Was hat es mit dem Projekt "SiS" auf sich?

"SiS" bedeutet "Seniorpartner in School" und ist ebenfalls für Grundschulen gedacht. Der Verein bildet Schulmediatoren aus. Dafür haben wir anderthalb Jahre lang eine Ausbildung über 80 Stunden und ein Praktikum gemacht. Ich bin jetzt zwei Jahre lang jeweils einen Tag in der Woche an der 41. Grundschule in Mickten gewesen. Es geht ja nicht darum, Streit zwischen den Kindern zu schlichten, sondern ihnen zu zeigen, wie sich der jeweils andere fühlt, und am Ende selbst eine Lösung zu finden. Gar nicht so selten leiden Kinder allerdings auch, weil es zu Hause Probleme gibt.

Worum geht es beim Projekt "Starke Schule" der Hertie-Stiftung?

Wir suchen solche Schulen und zeichnen sie auch aus, die sich dafür einsetzen, dass möglichst viele Schüler zu einem Abschluss kommen und eine Ausbildung anfangen können. Das betrifft alle Schularten außer Grundschulen und Gymnasien. Ich bin da Mitglied der Länder-Jury von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern. Das ist eine ganz spannende Sache, wenn man bedenkt, dass es in anderen Bundesländern engagierte Schulen gibt, die zu 80 Prozent von ausländischen Kindern besucht werden.

Wofür interessieren Sie sich sonst noch so?

Manche Dinge sind lange Zeit zu kurz gekommen. Ich bin froh, dass es die Seniorenakademie und die Bürgeruniversität gibt. Ich gehe zu vielen Vorträgen an der TU und besuche Seminare. Spannend finde ich vor allem Architekturtheorie und -geschichte, aber auch Literatur, Philosophie, die Weltreligionen und wie eng alles miteinander verwoben ist.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was wäre das?

Dann würde ich mir wünschen, dass der Tag 48 Stunden hätte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.08.2013

Katrin Richter

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