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Die Dresdner Pfadfinder des Stammes "Goldener Reiter" erklären, worum es beim Pfadfinden geht

Die Dresdner Pfadfinder des Stammes "Goldener Reiter" erklären, worum es beim Pfadfinden geht

Ein Kellergewölbe mitten in der Johannstadt - in einer Ecke steht ein Sofa, Bilder von gemeinsamen Zeltlagern hängen an der Wand, Zelte, Kochtöpfe und Kochgeschirr stehen in der Gegend.

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Mit Bundeslilie und Halstuch: Leander (16), Philomena (16), Lydia (17), Quirk (15) und Freddy (17) demonstrieren den Pfadfindergruß.

Quelle: Christian Juppe

Urig, aber dennoch gemütlich. Einmal in der Woche treffen sich hier die Pfadfinder des Dresdner Stammes "Goldener Reiter". Das Stammesheim ist das Herz des Pfadfinderstammes, hier trifft man sich zu Sippenrunden und Stammesräten. So auch die Sippenmitglieder der Gruppe Bayard.

Was machen Pfadfinder eigentlich? Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, hat jeder wahrscheinlich ein paar ganz bestimmte Klischees im Kopf: kleine Jungen treffen sich an einem Lagerfeuer im Wald und machen Knoten oder sonst welches handwerkliches Zeug, immer in Uniformen und mit Halstuch. Und wenn sie nicht gerade im Wald sitzen, gehen sie von Tür zu Tür und verkaufen Kekse.Wer Pfadfinder ist, wird oft von anderen Jugendlichen belächelt. Die Sippe Bayard des Stammes Goldener Reiter Dresden räumt mit den Vorurteilen auf.

"Was wir hier bei den Pfadfindern machen, unterscheidet sich deutlich von den ganzen Klischees die man so hört. Das heißt: um acht aufstehen, Knoten machen und am Lagerfeuer sitzen, Kekse verkaufen und Abzeichen tragen. Das ist nicht der Fall", erklärt Quirk. Das ist übrigens der Stammesname des 15-Jährigen. Zwar würden sie auch lernen, Knoten zu machen, aber hauptsächlich geht es um Unternehmungen mit Freunden. "Sicherlich versuchen wir unser Programm so zu planen, dass es thematisch auch immer etwas mit Pfadfinden zu tun hat. Wir waren zum Beispiel schon Funken, Geocachen und Fackeln bauen,", erklärt der 15-Jährige.

Bei Fahrten ziehen sie mit einem Rucksack, Zelt und Klampfe durch die Lande. Bisher war die Truppe öfter in Polen, Tschechien oder auch in Deutschland unterwegs. "Bei den Lagern bleben wir auf einem Platz mit unseren Zelten. Da verbringen wir Zeit miteinander, tun, was uns Spaß macht und die Lagerleitung organisiert ein spezielles Programm," so Quirk. Im letzten Jahr hat die Bayard-Sippe selbst ein Fantasy-Lager veranstaltet, mit Verkleidungen und allem drum und dran. Es sei eben wie ein Treff mit Freunden. Abends gibt es oft Singerunden am Lagerfeuer mit selbst gemachtem Essen, da kommt natürlich Flair auf. Das Programm unterscheidet sich aber von Stamm zu Stamm. Ein anderes unschönes Vorurteil hält sich ebenfalls dauerhaft: dass Pfadfinder sich eigentlich nur zum Saufen treffen. "Also da verwechselt man uns vielleicht mit einer Burschenschaft", erzählt Freddy, Sippenleiter der Gruppe Bayard. "Ich weiß es ist ein Klischee, das sich hartnäckig hält, aber meiner Meinung nach sollte das so nicht existieren. Nur weil wir ein Jugendtreff sind, betrinken wir uns nicht. Bestimmt gibt es bei den Pfadfindern auch solche Jugendliche, aber die sind dann wohl eher in der Unterzahl".

Oft hört man auch von schrägen Aufnahmeritualen, bei denen die Neulinge ekelhafte Sachen essen oder andere grausige Dinge tun müssen, um der Sippe anzugehören. "Ja, es gibt für jedes Mitglied so eine Art Aufnahmeritual. Für die Jüngeren, die Wölflinge, gibt es eher harmlose Aufnahmeverfahren, etwa eine gruselige Nachtwanderung mit Kerzen durch den Wald.

Ältere Pfadfinder müssen zum Beispiel in der Nacht durch einen See schwimmen, dabei halten sie ein Teelicht in der Hand, das nicht erlöschen darf - eher harmlos also", erzählt schmunzelnd Quirk.

Und wie sieht es mit den Pfadfinderuniformen aus? Pfadfinderhemd und Halstuch heißen zusammen "Kluft". Diese ist ein persönliches Statement und zeigt, dass man zur Gemeinschaft der Pfadfinder gehört. Es bleibt aber jedem selbst überlassen, ob man sein Hemd offen trägt oder wie man das Halstuch knotet. Zur Kluft gehören auch bestimmte Abzeichen. Zum einen die Bundeslilie auf der linken Brusttasche. Das Stammeswappen, im Dresdner Falle der Goldene Reiter auf schwarzem Grund, tragen die Pfadfinder am linken Oberarm. In Sachen Kluft bleiben die Sippenmitglieder von Bayard aber eher gelassen. Es besteht keine Pflicht, mit Hemd und Halstuch zu erscheinen. "Hauptsache man ist da", so die 17-jährige Lydia.

Den Stamm Goldener Reiter gibt es bereits seit 15 Jahren. Er gehört dem BdP an, dem Bund deutsche Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Mitmachen darf, wer möchte.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.09.2014

Juliane Weigt

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