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Die Dresdner Antwort auf Tesla - Solarwatt will auf dem Heimspeicher-Markt mitmischen

Die Dresdner Antwort auf Tesla - Solarwatt will auf dem Heimspeicher-Markt mitmischen

Es sei für Solarwatt der wichtigste Tag in den vergangenen drei, vier Jahren, sagte Firmenchef Detlef Neuhaus am Dienstag bei der Präsentation seines neuesten Produkts.

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Produktmanager Michael Boch und Rene Merdon, Chef der Produktentwicklung, (v. l.), präsentieren den neuen Batteriespeicher.

Quelle: Dietrich Flechtner

Mit „MyReserve“ steigt der Modulhersteller in den Speichermarkt ein und will Eigenheimbesitzern ermöglichen, Sonnenstrom vom Dach effektiver zu nutzen und so Kosten zu sparen. Vor allem hofft das von der Solarkrise gebeutelte Unternehmen jedoch, wieder auf den Wachstumspfad zurückzufinden.

Nicht viel größer als ein Heißwasserboiler und gerade mal 78 Kilogramm schwer ist das Gerät, das 4,4 Kilowattstunden speichern kann für Zeiten, in denen die Sonne nicht scheint. Keine Komponente sei schwerer als 25 Kilogramm, so könne der Heimspeicher bequem von einem Mann installiert werden – durch seinen „Plug-and-Play“-Aufbau zudem in kürzester Zeit. Auch eine Ansage an die Installateure.

In den vergangenen Wochen seien Heimspeicher ein großes Thema gewesen, sagte Neuhaus mit einem Seitenhieb auf den amerikanischen Konkurrenten Tesla, der kürzlich den Einstieg in den deutschen Markt verkündet hatte. Solarwatt könne nun früher als Tesla liefern. Zudem sei er überzeugt, ein besseres Produkt zu haben als die US-Amerikaner. Der Lithium-Ionen-Speicher arbeite mit allen handelsüblichen Wechselrichtern zusammen, könne auf 11 Kilowattstunden erweitert werden und habe einen Gesamtwirkungsgrad von 93 Prozent („Strom rein – Strom raus“). Die Batteriezellen dafür liefert exklusiv ein Hersteller aus Asien. Welcher, wollte Neuhaus nicht sagen. Die anderen Komponenten seien von Solarwatt entwickelt und „Made in Germany“.

Auch wenn Solarwatt seit der drohenden Pleite 2012 dem BMW-Großaktionär Stefan Quandt zu 90 Prozent gehört und für BMW bereits Carports mit Solardach herstellt – groß in die Batterieproduktion einsteigen wollen die Dresdner vorerst nicht. Die Investition im zweistelligen Millionenbereich soll vor allem den Absatz der hier produzierten Solarmodule ankurbeln. Zwölf von ihnen, gekoppelt mit „MyReserve“ und gesteuert über die ebenfalls von Solarwatt entwickelte Energiemanager-Software, ergeben eine Solaranlage, die einer Familie mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattsunden eine Eigenversorgung zu 55 Prozent bringen kann.

Bei Eigenheimbesitzern und kleinen Gewerbetreibenden will Neuhaus durch den Verkauf der Komplettsysteme punkten. 23 Cent koste mit ihnen die Kilowattstunde selbst genutzter Sonnenstrom. Staatliche Förderung nicht eingerechnet – eine Lehre aus der Solarkrise. Der Speicher, so Solarwatt-Finanzchef Carsten Bovenschen, sei dennoch voll förderfähig. Solange es günstige Förderbedingungen gebe, sei das noch das Sahnehäubchen obendrauf. Bei rund 4000 Stück soll die Produktionskapazität vorerst liegen. Investitionen in eine neue Produktionsstrecke, die mit einem Schlag viele Arbeitsplätze schaffen könnte, sind derzeit kein Thema. Man verstehe sich als Pionier der Branche, warte die Reaktion des Marktes ab.

Derzeit beschäftigt Solarwatt rund 200 Mitarbeiter, davon 170 in Dresden. In besten Zeiten waren es knapp 500. Er rechne mit einer moderaten Steigerung, sagt Bovenschen. In der Produktionshalle, die nach der Insolvenz stillgelegt worden war, haben die orangefarbenen Kuka-Industrieroboter inzwischen wieder alle Greifer voll zu tun. Fünf Tage pro Woche sei die Anlage ausgelastet, sagt Bovenschen. Auch, weil sie jetzt flexibler ist – ebenfalls eine Lehre aus der Insolvenz. Ursprünglich für den vollautomatischen Betrieb an sieben Wochentagen rund um die Uhr konzipiert, habe sie kaum auf schwankenden Bedarf reagieren können. Heute ist es möglich, den Produktionsausstoß zu drosseln, außerdem können Glas-Folie-Module und Glas-Glas-Module auf ihr produziert werden. Vor allem die beidseitig verglasten Solarmodule erfreuen sich steigender Nachfrage.

Auf der Branchenmesse „Intersolar Europe“ in München (10. bis 12. Juni) wird Solarwatt Speicher und Komplettlösung aus Dresden präsentieren. Neuhaus ist optimistisch, einen Volltreffer zu landen – auch wenn man nie ganz sicher sein könne, „ob nicht auch ein Konkurrent etwas aus dem Hut zaubert“.

Holger Grigutsch

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