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Die Debatte um Globus wird extrem emotional geführt - doch worum geht es eigentlich?

Die Debatte um Globus wird extrem emotional geführt - doch worum geht es eigentlich?

Die Debatte um die Ansiedlung eines Globus-Marktes auf dem Gelände des Alten Leipziger Bahnhofs hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Glaubenskrieg entwickelt.

Obwohl die aus dem saarländischen St. Wendel stammende Einzelhandelskette zusätzlich zu dem geplanten SB-Warenhaus ein Gesamtkonzept zur Rettung des stark verfallenen Areals vorlegt, formierte sich zuletzt immer mehr Widerstand gegen das Vorhaben.

Der Globus-Markt sei viel zu groß geplant, ist das Kernargument der Kritiker. Der Koloss würde vielen umliegenden Händlern den Todesstoß versetzen und einem Kraken gleich Unmengen an Verkehr in das Viertel rund um den Alten Leipziger Bahnhof ziehen. Die Argumente beider Seiten liegen schon lange auf dem Tisch. Bei der Vielzahl an Gutachten und Offenen Briefen nicht den Überblick zu verlieren, fällt schwer. Zumal sich am Ende wohl jeder die Zahlen herausgepickt hat, die am besten ins eigene Bild passen.

Fakt ist: Globus will einen Einkaufsmarkt mit 8800 Quadratmetern reiner Verkaufsfläche errichten. In der Dresdner Handelslandschaft ist die Kette mit solch einem Warenhaus bislang nicht vertreten, lediglich mit einem Baumarkt im Stadtteil Rähnitz. Und auf dem Dach des geplanten Marktes sowie auf der Fläche davor sind etwa 1000 Parkplätze geplant.

Darüber hinaus verspricht Globus, rund 15 Millionen Euro in die Sanierung der ruinösen, aber denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude zu investieren. "Unser Unternehmen will nicht nur ein SB-Warenhaus errichten, sondern ein ganzes Quartier wiederbeleben und aufwerten", sagt Globus-Sprecherin Uta Lipinski gegenüber den DNN. So soll in einem der Häuser ein Museum entstehen, das an den Verkehrspionier Friedrich List erinnert. Er war es, der 1833 die erste deutsche Fernbahnstrecke zwischen Dresden und Leipzig plante. Der Alte Leipziger Bahnhof in Dresden war ein Ende dieser Trasse. Globus will zudem die bislang zugemauerten Bahnbögen öffnen und damit Platz für Künstler, Galerien und Kreativagenturen schaffen.

"Der Markt in Dresden wird von zwei Schwergewichten dominiert: der Edeka-Gruppe und der Schwarz-Gruppe, also Lidl und Kaufland. Globus ist im Lebensmittelbereich noch nicht vertreten, hat aber im bundesweiten Markt zahlreiche Besonderheiten. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn der Wettbewerb schon in der Ansiedlungsphase sehr hektisch reagiert, leider zum Teil auch sehr unredlich und aggressiv", erklärt Lipinski mit Blick auf die stark aufgeheizte Debatte.

Das Unternehmen sei vor 180 Jahren gegründet worden und immer noch familiengeführt; kein anonymer, riesiger Supermarktkonzern. Der Sprecherin zufolge hat jeder Globus-Markt eine eigene Fleischerei, eine eigene Bäckerei und eine eigene Konditorei im Haus, die frisch produziert. Schon vor drei Jahren beschrieb der Projektverantwortliche Enrico Wilde in den DNN, dass der Schwerpunkt des Sortiments auf re- gionalen Spezialitäten liegt. Wenn ein Kunde aber unbedingt zum Wochenende einen Seeteufel von den Küsten Marokkos zubereiten wolle, gingen die Mitarbeiter auch dieser Bestellung nach. Entstehen sollen über 300 feste Arbeitsplätze und zusätzlich 20 Azubi-Stellen in fünf Berufen.

"Bereits jetzt, ohne einen SB-Warenhaus-Standort in der sächsischen Landeshauptstadt, bezieht Globus Ware für deutlich mehr als zehn Millionen Euro jährlich von Unternehmen aus dem Großraum Dresden. Wir sind traditionell ein Handelsunternehmen, dessen Produktpalette nicht deutschlandweit zentral vorgegeben wird", wirbt Uta Lipinski. Das zuletzt durch die "Allianz für Dresden" beschriebene Händlersterben als unmittelbare Folge der Globus-Ansiedlung hält die Firmensprecherin für übertrieben. "Ein erheblicher Teil der erwarteten Kaufkraft wird aus den bereits heute täglich mehr als 60 000 vorbeifahrenden Autos kommen. Alles Kunden, die nicht aus der Neustadt oder Pieschen stammen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.03.2014

Christoph Stephan

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