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Die Behindertenbeauftragte der Stadt zieht Bilanz

Die Behindertenbeauftragte der Stadt zieht Bilanz

"Auch wenn die Visionen bis zu ihrer Umsetzung noch viele Jahre brauchen werden, haben wir uns auf den Weg gemacht." Wenn Sylvia Müller, Beauftragte für die rund 78000 Menschen mit Behinderungen in Dresden, von Visionen spricht, dann meint sie ein unabhängiges und gleichberechtigtes Leben ihrer Schützlinge in der Stadt, nicht zuletzt durch die Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention.

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Sylvia Müller

Quelle: D. Flechtner

Seit 1997 vertritt sie die Interessen Behinderter, gibt ihnen eine Lobby. Vieles haben sie und ihre Mitarbeiter bereits auf den Weg gebracht, vieles aber steht noch auf der Agenda.

Die Themen Bildung und Arbeit sind zwei dieser Schwerpunkte. "Eine zentrale Voraussetzung, um gleichberechtigt mit allen leben zu können, sind Bildungschancen", ist sich Sylvia Müller sicher. Aber: Nur fünf Prozent aller Förderschüler erreichten beispielsweise 2010 einen Realschulabschluss. "Das bedeutet, dass 95 Prozent als zertifikationsarm gelten und damit keine guten Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt haben. Menschen mit Behinderungen haben es schwerer denn je, sich am Arbeitsmarkt zu behaupten. Da müssen wir nachjustieren", sagt Sylvia Müller. Eine Lösung sieht sie in einer besseren Ausbildung durch ein inklusives Schulsystem.

Auch das Thema Wohnen hat Müller zum Schwerpunkt gemacht. Für die rund 4000 Rollstuhlfahrer in der Stadt gibt es gerade einmal 280 Wohnungen. "Selbst wenn wir die Menschen abziehen, die in einer Einrichtung leben, ist das ein nennenswerter Bedarf, der nicht befriedigt wird. Wohnungen fehlen in allen Größen, in allen Stadtteilen und ganz besonders mit geringen Miethöhen", so die Behindertenbeauftragte. Sie setzt große Hoffnungen auf ein Wohnkonzept, das die Landeshauptstadt derzeit auf dem Tapet hat, und das, so Müllers Wunsch, sich diesem Problem annimmt.

Aber auch auf positive Entwicklungen im Laufe ihrer Amtszeit kann Sylvia Müller zurückblicken, besonders, wenn es um Barrierefreiheit geht. 40 Prozent der Kindertageseinrichtungen haben im Erdgeschoss einen Zugang für Rollstuhlfahrer und eine Behindertentoilette. Barrierefreiheit ist zudem bei 44 Prozent der Halteplätze im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) realisiert. Bei Neu- und Umbauten, wie beim Kraftwerk Mitte oder beim Kulturpalast, wird barrierefrei geplant. Und auch 215 der insgesamt 360 Wahllokale für die gestrige OB-Wahl waren barrierefrei zu erreichen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 08.06.2015

cg

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