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Die Begegnungsstätte Trachenberge führt Kinder und Senioren zusammen

Die Begegnungsstätte Trachenberge führt Kinder und Senioren zusammen

Dreireihig ziehen sich die winzigen Schulbänke aus Holz durch das Klassenzimmer, vorne auf dem Lehrerpult ruht ein abgenutzter Rohrstock. "Ruhe!", brüllt Roland Herrmann durch den Raum.

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Grundschüler und Senioren bestaunen gemeinsam einen alten Lederranzen im Schulmuseum Dresden.

Quelle: Christian Juppe

Er schaut streng in die Runde - und für einen Moment verstummt das muntere Geplapper. Doch die kleinen Rabauken und die älteren Damen haben sich von Herrmanns Demonstration eines kaiserzeitlichen Lehrergebarens nicht täuschen lassen - nach einigen Schrecksekunden stimmen sie wieder lautstark in ihre Gespräche ein.

Die Seniorenbegegnungsstätte Trachenberge veranstaltete in den vergangenen Wochen ein ungewöhnliches Projekt. Unter dem Motto "Schulreise - Schule damals und heute" lud sie gleichermaßen Senioren und Kinder zu drei interessanten Terminen ein, zuletzt am Mittwoch in das Dresdner Schulmuseum. Das Ziel: Die Generationen ins Gespräch zu bekommen. "Das Verhältnis von älteren Menschen und Kindern ist im Alltag oft von Konflik- ten geprägt", sagt Birgit Claus, Leite- rin der Begegnungsstätte, die von der Volkssolidarität Dresden betrieben wird. "Wir wollen zeigen, dass beide Seiten viel voneinander lernen können. Die Schule ist dabei der gemeinsame Nenner, ein Ort, mit dem sowohl die Kleinen als auch die Senioren viel verbinden."

Einiges kannten die rund zehn Seniorinnen noch aus eigener Erfahrung, was ihnen Roland Herrmann, der Vorstand des Schulmuseum-Vereins während der historischen Führung er- zählte: Nach Geschlechtern getrennte Schulen und körperliche Züchtigungen. Die ebenfalls teilnehmenden fünf Schüler der Natur- und Umweltschule Dresden waren sichtlich fasziniert von dem einfallsreichen Strafkatalog, den Lehrer bis in DDR-Zeiten verhängen konnten. "Für die Kinder ist es interessant zu erfahren, wie Unterricht früher abgelaufen ist", sagt Martin Grohmann, Pädagoge an der Natur- und Umweltschule. "Sie wachsen heute ja mit großen Freiheiten auf. Ich bin selber gespannt, welche Anregungen sie mitnehmen."

Der gemeinsamen Veranstaltung war Mitte September ein Treffen in der Begegnungsstätte Trachenberge vorausgegangen. In der vergangenen Woche ließen sich die Senioren von den Kindern durch die innovative Natur- und Umweltschule führen. Mit dem Besuch im Schulmuseum schloss sich nun der Kreis von "damals und heute".

Das Projekt der Begegnungsstätte Trachenberge wurde im Rahmen der 3. Dresdner Generationenkulturwerkstatt angeboten. Im St.-Benno-Gymnasium veranstaltet der Verein "Sigus" dazu von Freitag bis Sonnabend eine Abschlusswerkstatt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2013

Philipp Nowotny

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