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"Die Angst bleibt" - Wie ein Schlaganfall das Leben einer 51-Jährigen änderte

"Die Angst bleibt" - Wie ein Schlaganfall das Leben einer 51-Jährigen änderte

Januar 2015, 6 Uhr morgens: Bei Elke Schwarz klingelte der Wecker. Nichts ungewöhnliches für die Sachbearbeiterin im Rechnungswesen. Ihr Gefühl an diesem Morgen allerdings war alles andere als gewöhnlich.

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Schlaganfall-Patientin Elke Schwarz und ihr Arzt Jochen Machetanz.

Quelle: Anja Schneider

"Irgendetwas ist anders", dachte die 51-Jährige. Ihre linke Hand fühlte sich taub an, so als wäre sie nicht Teil ihres Körpers. Sie nuschelte. Und ihr war flau. Schmerzen hatte sie nicht. Sicher habe ich mir nur einen Halswirbel eingeklemmt, schoss ihr durch den Kopf. Doch das war es nicht. Elke Schwarz hatte an diesem Januarmorgen einen akuten Schlaganfall. So wie knapp 200 000 Deutsche jährlich.

Glück im Unglück: Elke Schwarz reagierte schnell und rief einen Notarzt, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit der Diagnose gerechnet hatte. Die folgte erst im Städtischen Krankenhaus Dresden-Neustadt. "Ich habe nur ein Jahr vorher einen Rot-Kreuz-Lehrgang besucht, und dennoch habe ich nicht an einen Schlaganfall gedacht. Die Diagnose war wie ein Faustschlag", erinnert sich die 51-Jährige. In einer Gehirnarterie hatte sich ein Blutgerinnsel gebildet. "Da es sich um eine kleinere Arterie handelte, konnten wir eine so genannte Lyse legen. Das heißt, über eine Vene gelangt ein Medikament zu dem Blutgerinnsel und löst es auf, die Durchblutung ist wieder hergestellt", erklärt Privatdozent Jochen Machetanz von der Neurologischen Klinik am Neustädter Krankenhaus.

Was hat den Anfall ausgelöst?

Schon kurz nach dieser Akutbehandlung ging es Elke Schwarz besser. Bereits im Laufe des gleichen Vormittags konnte sie ihren Arm und ihr Bein wieder anheben. Es folgten mehrere Wochen Therapie. Mittlerweile ist die Sachbearbeiterin zurück im Job, auch wenn sie noch immer mit Einschränkungen leben muss. "Ich habe noch kein Gefühl für warm oder kalt in der Hand. 100 Prozent fit bin ich auch noch nicht. Ich brauche immer mal wieder Ruhepausen. Aber ich mache Fortschritte", sagt Elke Schwarz.

Nicht nur Patienten mit Verschlüssen in kleineren Gefäßen können Jochen Machetanz und seine Kollegen helfen. "Ist ein größeres Gefäß verstopft, legen wir einen Katheter in das Gehirn, über den das Gerinnsel zerstört wird", erklärt der Experte. Studien, die zu Beginn dieses Jahres veröffentlicht worden sind, beweisen, dass diese Form der Behandlung - die Thrombektomie - bei großen Gefäßverstopfungen deutliche bessere Ergebnisse liefert als andere Methoden.

Nötig wurde das bei Elke Schwarz nicht. Es bleibt die Suche nach der Ursache. Die 51-Jährige aus Ottendorf-Okrilla gehört nicht zu den Risikopatienten. Sie raucht nicht, trinkt nicht und hat auch keinen hohen Blutdruck. Was also hat den Schlaganfall bei ihr ausgelöst? Dieser Frage gehen Jochen Machetanz und sein Team auf den Grund. Dafür haben sie Elke Schwarz einen Event-Recorder implantiert, der den Herzrhythmus überwacht, um auch diese häufige Ursache für Schlaganfälle ausschließen zu können. Drei Jahre wird die 51-Jährige jetzt mit dem Gerät in ihrem Körper leben.

Nicht die einzige Veränderung, die der Anfall verursacht hat. "Ich lebe jetzt bewusster, ruhiger und gehe alles ein bisschen langsamer an", erzählt sie. Dennoch: "Die Angst bleibt. Ein Schlaganfall kann jeden treffen." Jochen Machetanz allerdings kann seine Patientin beruhigen. Je mehr Zeit vergeht, sagt er, desto geringer wird die Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Anfall.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.05.2015

Christin Grödel

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