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Diakonie: Dresdens Wohnungsmarkt wird für sozial Schwache immer enger

Diakonie: Dresdens Wohnungsmarkt wird für sozial Schwache immer enger

Damit Menschen, die ihre Wohnung verlieren, nicht auf der Straße landen, versuchen die Mitarbeiter in der Wohnungslosenhilfe der Diakonie-Stadtmission ihnen so schnell wie möglich eine neue zu versorgen.

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Im Winterhalbjahr letzte Alternative zur Straße: Obdachlose im Nachtcafé einer Kirchgemeinde. Hier das an der Grundstraße. Für sozial Schwache wird es in Dresden immer schwieriger, eine Wohnung zu finden.

Quelle: Dietrich Flechtner

Doch das wird in Dresden immer schwerer, wie Leiter Michael Schulz sagt.

"Der Wohnungsmarkt für Menschen mit kleinem Einkommen oder Arbeitslosengeld-II-Bezieher wird immer enger", beobachtet Katrin Schebiella, Beraterin im "Ambulant betreuten Wohnen". Vermieter seien kaum noch bereit, mit Menschen, die einmal Schulden hatten, einen Mietvertrag zu schließen. Zumal, wenn die womöglich einen Eintrag bei der Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung (Schufa) haben, einer Wirtschaftsauskunftei.

Auf dem freien Wohnungsmarkt sei es inzwischen so gut wie aussichtslos. Tauchen sie mit ihren Klienten bei Wohnungsbesichtigungen auf, wo vielleicht noch 20 andere Bewerber dabei sind, haben sie ganz schlechte Karten.

Michael Schulz erzählt von einem Mann um die 60, der seine Wohnung verlor. Mietschulden hatte er keine, aber einen Schufa-Eintrag. Damit sei er nicht in Frage gekommen. Nach weiteren zwei vergeblichen Anläufen mussten sie es lassen, denn die Zeit drängte. "Seitdem versuchen wir es nicht mehr auf dem freien Wohnungsmarkt." Zum Problem in der Beratung werde dann, die Betroffenen zu motivieren, sagt Michael Schulz. "Bei uns sitzen Klienten, die schon 30 Absagen kassiert haben."

Mehr Aussicht auf Erfolg hatten sie bislang bei der großen privaten Wohnungsgesellschaft Gagfah mit ihren rund 35 000 Wohnungen in Dresden.

"Bisher haben wir unsere Klienten in die Kunden-Center begleitet", erzählt Edmund Lawrenz, Berater im Ambulant betreuten Wohnen. Doch seit Anfang des Jahres hätten die keine festen Öffnungszeiten mehr. Statt dessen müsse man sich telefonisch über eine Hotline einen Termin besorgen, manchmal mit langer Wartezeit. "Das schränkt individuelle Lösungen für uns stark ein."

Bei drohendem Verlust der Wohnung schnell zu reagieren, sei für die Berater kaum noch möglich, fügt Michael Schulz hinzu. "Das Mietkonto prüft heute ein Rechner. Der spuckt die Mahnung automatisch aus." Schnelle Bareinzahlungen seien nicht möglich. Hätte die Stadt eigene Sozialwohnungen, könnten die Sozialarbeiter schneller reagieren und den Verlust einer Wohnung verhindern, sagt Katrin Schebiella.

Von den 1247 Betroffenen, die bei den Beratern vorsprachen, waren 600 wohnungslos und 304 davon bedroht. Ein Zuwachs von 44 Wohnungslosen und 17 davon Bedrohten. Fast die Hälfte kommt bei Bekannten unter. Für andere sind städtische Heime oder noch bis Ende März die Obdachlosen-Nachtcafés der Kirchgemeinden eine Notlösung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.01.2015

Tomas Gärtner

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