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Deutliches Geburtenplus in Dresden: Stadt wächst und ist für junge Leute attraktiv

Deutliches Geburtenplus in Dresden: Stadt wächst und ist für junge Leute attraktiv

Dresden. Der Babyboom in Dresden hält an. Im ersten Quartal 2012 stellte das Standesamt 1807 Geburtsurkunden aus. Das teilte die Stadt gestern mit.

Im gleichen Zeitraum des Vorjahres zählte Dresden 1691 Neugeborene, von Januar bis März 2010 waren es 1560. Im gesamten Jahr 2011 verzeichnete das Standesamt 7322 Geburten, 101 mehr als im Jahr zuvor.

Warum werden in Dresden mehr Babys geboren als anderswo?

Nach dem Tief in den 1990er Jahren hat sich die Stimmung gedreht. Dresden ist mit 112 Geburten pro 10 000 Einwohnern vor München und Frankfurt Geburtenhauptstadt Deutschlands. „Der Anstieg liegt daran, dass es hier in Dresden so viele junge Leute gibt", sagt Gabriele Kamin, ärztliche Leiterin der Geburtsklinik im Dresdner Uniklinikum. Statistikern zufolge wandern relativ wenige junge Einheimische im gebärfähigen Alter ab, die Zuzugsrate liegt umso höher. Dies hat vor allem wirtschaftliche Gründe. In Dresden haben sich viele Firmen angesiedelt, die interessante Jobs bieten. Die Dresdner Uni hat einen guten Ruf. Und auch das kulturelle Angebot kann sich sehen lassen.

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Im Diakonissenkrankenhaus gab es 264 Geburten mit 269 Neugeborenen im ersten Quartal des Jahres.

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Wie verteilen sich die Geburtenzahlen auf die Dresdner Krankenhäuser?

Das Universitätsklinikum in der Johannstadt vermeldete gestern für das erste Quartal 573 Säuglinge bei 544 Geburten. Zum Vergleich: Vor fünf Jahren betrug die Zahl der Babys an der Pfotenhauerstraße im gleichen Zeitraum 404, der Zuwachs beläuft sich seither somit auf 42 Prozent. Allein im März 2012 kamen 208 Kinder, darunter 17 Zwillingspärchen, zur Welt - ein Rekordwert für diesen Monat in der Uniklinik. Damit ist sie unangefochtener Spitzenreiter in der Stadt, doch viele Neudresdner verließen im ersten Quartal auch andere Kreißsäle. So gab es im Krankenhaus Dresden-Neustadt 384, im St.-Joseph-Stift 296 und im Diakonissenkrankenhaus 264 Geburten. Diese Werte bewegen sich zumeist im gleichen Bereich wie in den Vorjahren. Der Großteil des Zuwachses geht somit auf den Anstieg in der Uniklinik zurück.

Worin liegen die Gründe für den Zuwachs in der Uniklinik?

Dass sich die meisten Eltern für das Krankenhaus in der Johannstadt entscheiden, führt die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe auf die umfangreiche medizinische Betreuung vor Ort zurück. Das Perinatalzentrum, das sich um die für Mutter und Kind gesundheitlich besonders kritische Periode zwischen der 24. Schwangerschaftswoche und dem siebten Tag nach der Geburt kümmert, hat die höchste Versorgungsstufe. Zu den Angeboten gehört seit Beginn des Jahres auch eine Stillbeauftragte. Die speziell ausgebildete Hebamme Christiane Menzel betreut Mütter mit Fragen zum Stillen, stillende Patientinnen vor und nach Operationen sowie Mütter, die wegen verordneter Medikamente abstillen müssen.

Ist Dresden den vielen Neugeborenen überhaupt gewachsen?

Durch den Babyboom sowie den wachsenden Zuzug junger Familien steigen die Kinderzahlen in der Stadt. Dresden kommt deshalb mit dem Ausbau des Kita- und Schulnetzes kaum hinterher. Unter anderem sollen Kindertagesstätten in mobilen Containern eingerichtet werden, um zusätzliche Kita-Plätze zu schaffen. Außerdem werden in absehbarer Zeit neue Grund- und Mittelschulen gebraucht. Die Kosten dafür bewegen sich im dreistelligen Millionenbereich. Die Finanzierung ist derzeit allerdings noch völlig unklar.

Stefan Schramm

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