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Der tiefe Fall des Dresdner Immobilienkönigs Gabler - 20 Millionen Euro Schulden

Der tiefe Fall des Dresdner Immobilienkönigs Gabler - 20 Millionen Euro Schulden

Dem steilen Aufstieg folgt der tiefe Fall: Der ostdeutsche Immobilienkönig Uwe Gabler ist jetzt auch privat pleite. Nach der Insolvenz seiner VVK-Unternehmensgruppe hat der Unternehmer beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Privatinsolvenz angemeldet.

Dem steilen Aufstieg folgt der tiefe Fall: Der ostdeutsche Immobilienkönig Uwe Gabler ist jetzt auch privat pleite. Nach der Insolvenz seiner VVK-Unternehmensgruppe hat der Unternehmer beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Privatinsolvenz angemeldet. Die Insolvenzverwaltung schätzt die Schulden Gablers auf etwa 20 Millionen Euro. Tendenz steigend. Bis zum 20. Juli können Gläubiger noch Forderungen gegen Uwe Gabler geltend machen.

Von Katrin Tominski

Er stand für eine ostdeutsche Musterkarriere: Uwe Gabler, einst Zehnkämpfer in der DDR, baute nach der politischen Wende in Dresden, Leipzig und Berlin ein Immobilienimperium auf. In nur sieben Jahren führte er die VVK-Unternehmensgruppe bis 1998 zu einem Umsatz von 230 Millionen DM. Der ostdeutsche Kapitalanleger Gabler galt als Musterknabe und Widerpart zum "westdeutschen Ausverkauf": Nicht nur seine Mitarbeiter, sondern auch seine Kunden stammten mehrheitlich aus den neuen Bundesländern. Bereits 2000 zählte die VVK-Gruppe zu den größten Immobilienunternehmen Sachsens. 2005 gehörte sie zu den 100 besten mittelständischen Unternehmen in Deutschland.

Sieben Jahre später liegt ein Firmenimperium und ein Lebenswerk in Trümmern: Der einst gefeierte Luxus-Sanierer Gabler hat nach der Pleite seiner VVK-Unternehmensgruppe jetzt auch Privatinsolvenz anmelden müssen. Auf über 20 Millionen Euro veranschlagt der Berliner Insolvenzverwalter Joachim Heitsch Gablers private Schulden. Etwa 50 Gläubiger haben bislang Forderungen gestellt. "Ich rechne mit weiteren Meldungen. Es wird noch einige Wochen dauern, bis wir eine komplette Übersicht über die Schulden haben", sagte Heitsch. Wie hoch der Gesamtschuldenstand letztlich ist, lasse sich noch nicht abschätzen. Gabler selbst war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.

Das Privatvermögen des Immobilienkönigs umfasst unter anderem mehrere Mietshäuser an unterschiedlichen Standorten. "Wir werden die Gläubiger bedienen können", sagte Heitsch. In welchem Umfang, sei jedoch noch völlig unklar.

Zu den Gläubigern von Gabler gehört auch sein ehemaliges Unternehmen. "Es wird Forderungen der VVK-Gruppe an die Privatperson Gabler geben", bestätigte Torsten Sommer aus der Kanzlei des Rechtsanwalts Andrew Seidl gegenüber den DNN. Der Insolvenzexperte wurde als Sanierungsgeschäftsführer bestellt.

Bereits im Dezember des vergangenen Jahres meldeten sechs Gesellschaften der VVK-Gruppe Insolvenz an (DNN berichteten). Sommer schätzt die Schulden derzeit auf insgesamt 50 Millionen Euro. Damit summieren sich unternehmerische und private Verbindlichkeiten auf 70 Millionen Euro. Insgesamt 1209 Gläubiger wollen von Gablers ehemaligen Vorzeigeunternehmen ihr Geld zurück. Die meisten klagen ihre Kaution ein.

Wie im Januar bekannt wurde, soll der Immobilienkönig Kautionskonten von bis zu 600 Wohnungen geplündert haben. Die vermissten 850 000 Euro sind laut Sommer bis heute nicht wieder aufgetaucht. Die Ermittlungen der Dresdner Staatsanwaltschaft wegen Insolvenzverschleppung, Verstößen gegen die Buchführungspflicht und Untreue sind laut Sprecher Lorenz Haase in vier Wochen abgeschlossen. Dann werde über eine Anklage entschieden.

1991: Der Soziologe Uwe Gabler gründet die VVK-Unternehmensgruppe.

1999: Die VVK zählt zu den größten Immobilienfirmen in Sachsen.

2004: Bau des Quartiers II am Dresdner Neumarkt für 28 Mio. Euro.

2005-2007: Die VVK erhält das Innovationsgütesiegel des Mittelstandes "Top 100". Erste juristische Auseinandersetzungen mit Partnern.

2007: Kauf des Wachwitzer Schlosses.

2010: Die VVK ist zum 1. Mal insolvent, kann die offenen Rechnungen aber doch noch begleichen.

2010: Abermals müssen drei Firmen der VVK-Gruppe Insolvenz anmelden.

2011: Die Gesellschaft, mit der Gabler das Luxushotel Suitess am Neumarkt betreibt, ist insolvent.

Dezember 2011: Sechs Firmen der VVK sind pleite, Uwe Gabler wird als Chef abgesetzt.

März 2012: Das Insolvenzverfahren der VVK-Gruppe wird eröffnet.

Mai 2012: Das Insolvenzverfahren über die Privatperson Gabler wird eröffnet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.06.2012

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