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Der seltsame Trauermarsch von Pegida in Dresden – mehrere Tausend Gegendemonstranten

Der seltsame Trauermarsch von Pegida in Dresden – mehrere Tausend Gegendemonstranten

Ausnahmezustand am Montagabend in der Dresdner Innenstadt. Zahlreiche Pegida-Anhänger aus mehreren Bundesländern kamen laut Polizei zusammen und liefen ihre Route von der Lingnerallee aus über den Külz-Ring zum Postplatz und wieder zurück zur Lingnerallee.

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Quelle: Stephan Lohse

Der angekündigte und großflächig kritisierte „Trauermarsch“ geriet dabei aber zur Farce: Johlend, klatschend und pöbelnd „trauerten“ zahlreiche der Pegida-Teilnehmer auf den Straßen der Stadt. Zur Menge der Teilnehmer gibt es jedoch unterschiedliche Angaben: Während die Polizei von „mehr als 25.000 Personen“ sprach, kamen die Zählungen von Wissenschaftlern vor Ort nur auf knapp 19.000 Menschen.

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Pegida und die Gegenproteste und Aktionen am 12. Januar 2015 in Dresden

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Während der Auftaktkundgebung, in der einmal mehr Medien und Politik kritisiert wurden, präsentierte Pegida zudem ein neues „Programm“. Statt den bisherigen 19 Forderungen gibt es nunmehr nur noch sechs, mit denen Pegida antreten will. Kritik erntete auch Schlagersänger Roland Kaiser, der am Samstag auf dem Neumarkt eine vielbeachtete Rede gehalten hatte. Es gebe unter seinen Fans schließlich auch Pegida-Anhänger, argumentierten die Organisatoren. Da müsse Kaiser neutral bleiben.

Für den anschließenden „Trauermarsch“ hatte Pegida um absolute Ruhe gebeten. Mit der war es aber bereits nach wenigen Minuten vorbei. Als rund 80 Gegendemonstranten mit einer Sitzblockade den Zug kurz stoppten, wurde ein Teil der Menge laut. Häme, Johlender Applaus und teils üble Beleidigungen konnten sich einige der Pegida-Befürworter fortan nicht verkneifen. Über die ganze Strecke hin wurde gelacht, wurden Gegendemonstranten provoziert, schallte es „Lügenpresse“ und „Wir sind das Volk“ – von Trauer keine Spur.

Über weite Strecken blieb es dabei friedlich. Die Polizei, die mit über 1600 Beamten aus mehreren Bundesländern im Einsatz war, meldete am Abend allerdings Verstöße gegen das Versammlungsgesetz, zudem wird wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen und Beleidigungen ermittelt. Drei Beamte seien leicht verletzt worden.

Wie in den vergangenen Wochen blieb der Pegida-Aufmarsch nicht ohne Widerspruch seitens der Dresdner. Die Polizei sprach von knapp 9000 Gegendemonstranten. Von denen protestierte ein Teil am Rand der Pegida-Route, mehr als 7500 beteiligten sich ab 20 Uhr am zweiten Dresdner Neujahrsputz. Mehrere Redner riefen dort die Dresdner zu Toleranz und einer weltoffenen Gesellschaft auf. Man müsse Gesicht gegen Fremdenhass zeigen und das immer wieder - so die Botschaft.

Organisiert von „Dresden für alle“ und den Dresdner Kulturschaffenden zogen die Teilnehmer anschließend mit Besen bewaffnet vom Postplatz bis zur Lingnerallee, um die Stadt symbolisch von Pegida zu reinigen. Trotz vereinzelter Störversuche seitens Pegida-Anhängern blieb die Gegen-Demo friedlich und ausgelassen.

DNN

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