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Der scheidende Chef der Altmarktgalerie, Thorsten Kemp, im DNN-Interview

Der scheidende Chef der Altmarktgalerie, Thorsten Kemp, im DNN-Interview

"Das ist ja schade, dass Sie gehen!", sagt eine Geschäftsinhaberin zu Thorsten Kemp, als er sich für unser Foto in Positur stellt. Der Center-Manager der Altmarktgalerie wird zum 15. August Dresden verlassen und das Management für das neue Innenstadtcenter in Frankfurt/Main übernehmen.

"Das ist ja schade, dass Sie gehen!", sagt eine Geschäftsinhaberin zu Thorsten Kemp, als er sich für unser Foto in Positur stellt. Der Center-Manager der Altmarktgalerie wird zum 15. August Dresden verlassen und das Management für das neue Innenstadtcenter in Frankfurt/Main übernehmen. Gegenüber DNN-Redakteurin Catrin Steinbach zieht Kemp Bilanz und berichtet über Neuigkeiten aus Dresdens beliebtestem Einkaufszentrum (DNN-Barometer Mai 2011).

Die Altmarktgalerie ist beliebt, der Laden brummt, ist es jetzt langweilig für Sie in Dresden geworden?

Thorsten Kemp: Ich habe keinen Burnout, ich gehe freiwillig. Aber die Arbeit ist gemacht, das ist schon so. In Frankfurt/Main entsteht auf einer innerstädtischen Brache ein riesiges neues Stadtquartier, das Europaviertel. Wir bauen als Herzstück ein Einkaufszentrum mit 180 Geschäften und ein Messe- und Kongresszentrum, ringsum entstehen 3500 Wohnungen. All das muss vernetzt werden, eine spannende Aufgabe. Ja, mich reizt das sehr.

Was geben Sie Ihrer Nachfolgerin in Dresden mit auf den Weg?

Nadine Strauß ist eine sehr strukturierte, toughe Kollegin. Sie macht schon seit Jahren eine ähnliche Aufgabe wie ich, nur in einer anderen Landeshauptstadt. Ihr muss ich nichts auf den Weg geben, auch wenn die Altmarktgalerie von der Größe und der Menge der Ansprechpartner eine sehr anspruchsvolle Aufgabe ist.

Wie hat sich die Kundenfrequenz seit der Eröffnung des Erweiterungsbaus der Altmarktgalerie entwickelt?

Seit der Erweiterung besuchen uns im Schnitt pro Tag 52 000 Menschen. Das sind 30 Prozent mehr als vorher. Unser Einzugsgebiet erstreckt sich bis Chemnitz, Görlitz, Bautzen und Cottbus. Ich meine die, die auf halber Strecke zwischen Dresden und Berlin wohnen, könnten ja auch in die Hauptstadt zum Einkaufen fahren. Aber sie ziehen Dresden vor. Sicher ist ein Grund, dass man nur hier Apple, Hollister und Boss als Vollsortimenter findet. Dafür kommen die Leute ja sogar von noch weiter her. Auch Gant, Guess, Thomas Sabo und Högl sind in den neuen Bundesländern derzeit nur in Dresden zu finden.

Russen und Tschechen haben Dresden längst als Einkaufsparadies für sich entdeckt. Davon profitiert auch die Altmarktgalerie...

Ja. 18 Prozent der Kunden kommen aus anderen Ländern, 11 Prozent davon aus Tschechien, zehn Prozent sind Russen. Nicht umsonst haben wir in der ersten Januarwoche "Russische Weihnachten" gefeiert und Anfang Juli Tschechische Festtage mit vielen Aktionen veranstaltet. Zur russischen Weihnacht haben wir hier eine Million Euro mehr Umsatz gemacht. In Polen ist noch Potenzial. Die Polen scheinen Dresden gar nicht zu kennen.

Sind denn alle Geschäfte in der Altmarktgalerie vermietet? Wie hoch ist die Wechselquote?

Wir haben 200 Geschäfte, sind zu 100 Prozent vermietet. Eine normale Wechselquote wären fünf Prozent, also zehn Geschäfte pro Jahr. Seit der Eröffnung des Erweiterungsbaus vor über einem Jahr ist Leonardo gegangen. Jetzt scheidet die Underwear-Lounge aus. Stattdessen zieht Felicitas Pralinen ein. Die Wechselquote ist also unterdurchschnittlich.

Gibt es eine Warteliste für Mietinteressenten?

Sagen wir mal so: Wir haben überhaupt kein Problem, Nachmieter für frei werdende Flächen zu fin- den.

Stehen sonst Veränderungen an?

Ja, wir bekommen H&M. Das ist der einzige Anbieter, den unsere Kunden hier namentlich vermissen.

Wo soll denn H&M hin? Ich denke, Sie haben alles vermietet?

Hugendubel will sich verkleinern, Ela fällt weg, weil der Inhaber dieses Geschäftes, der in der Altmarktgalerie auch Vero Moda und Only betreibt, sein Konzept etwas modifiziert. Mehrere Geschäfte ziehen innerhalb der Altmarktgalerie um. Eine Rochade, da bin ich froh, wenn wir das geschafft haben. Am Ende wird H&M auf der Fläche von Douglas, Gerry Weber, Hugendubel und einer Fläche, die bisher nicht belegt war, eröffnen.

Wann? Und fallen dann die H&M-Filialen auf der Prager Straße weg?

Eröffnet wird voraussichtlich im August/September 2013. Ob die Geschäfte auf der Prager Straße dafür wegfallen weiß ich nicht. Eine Bedingung von uns war das jedenfalls nicht.

Sie sprachen gerade wieder von einer "Fläche, die bisher noch nicht belegt war"...

Es ist eine bisher ungenutzte Fläche, die wir für Zara als Erweiterungsfläche vorgehalten hatten. Außerdem gehören zur Altmarktgalerie auch 8000 Quadratmeter Bürofläche. Da stehen noch 2000 Quadratmeter leer. Für einen Teil haben wir jetzt einen neuen Mieter gefunden. Der Sporttherapeut Sandy Hornung eröffnet an der Postplatzseite am 1. August ein FPZ-Rückenzentrum, in dem er eine medizinische Trainingstherapie gegen Rückenschmerzen anbieten wird.

Was wird denn aus dem ehemaligen Intecta-Kaufhaus, dem in die Altmarktgalerie integrierten Altbau am Altmarkt/Wilsdruffer Straße? Das Haus steht noch immer leer.

Zwischenzeitlich wird Fielmann dorthin ausweichen, weil der Optiker sein Geschäft umbauen will. Ansonsten verhandeln wir gerade mit zwei Interessenten für den Altbau. Aber da kann ich noch nicht mehr dazu sagen. Das wird sich bis Anfang nächsten Jahres entscheiden.

Bedauern Sie Ihren Kollegen in der Centrum-Galerie?

Ich wünsche ihm wirklich alles Gute. Tauschen möchte ich mit ihm nicht.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.07.2012

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