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Der hat an der Uhr gedreht - Manfred Scholze stellt die Uhr der Annenkirche

Der hat an der Uhr gedreht - Manfred Scholze stellt die Uhr der Annenkirche

Völlig routiniert stapft Manfred Scholze die insgesamt 119 Stufen des Annenkirchturms in der Wilsdruffer Vorstadt hinauf. Schon seit 15 Jahren sorgt der 44-jährige Küster dafür, dass die Uhr der ältesten Vorstadtkirche Dresdens richtig tickt.

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Ganz vorsichtig dreht Manfred Scholze das Zahnrad der Annenkirchturmuhr, bis sie die richtige Zeit anzeigt. Heute gibt es nur noch wenige, die eine solche Uhr per Hand umstellen können. "Also ich kenne niemanden", meint Scholze.

Quelle: Dietrich Flechtner

Sie ist eine der wenigen Zeitmesser an öffentlichen Gebäuden in Dresden, deren mechanisches Uhrwerk noch von Hand umgestellt werden muss. An diesem Sonntag ist Scholzes Einsatz besonders gefragt: Er wird die Uhr auf Sommerzeit umstellen.

Dafür schiebt er jedoch nicht einfach den Zeiger am Uhrenblatt nach vorn. Er muss ein ganz bestimmtes Zahnrad solange ganz behutsam drehen, bis der Zeiger auf die gewünschte Zeit rutscht. Dabei ist höchste Konzentration gefragt, denn zurück stellen lässt sich die Uhr nicht. Entweder der Zeiger dreht dann eine Ehrenrunde über das komplette Ziffernblatt oder Scholze hält das Uhrwerk an und bringt es erst dann wieder zum Laufen, wenn die angezeigte Zeit tatsächlich erreicht ist.

Doch nicht nur während der Zeitumstellung braucht die empfindliche "Dame" ganz besondere Zuwendung. Mindestens einmal pro Woche steigt der Dresdner zu seiner Uhr hinauf, um sie nachzustellen. Zwei bis drei Minuten ist sie meist im Verzug. "Das alte Holzpendel reagiert auf Temperaturschwankungen, ist halt eine mechanische Uhr", erklärt Scholze. Seine Leidenschaft für den Zeitmesser teilt in der Annenkirche niemand: "Wenn ich krank oder im Urlaub bin, geht die Uhr falsch oder bleibt stehen", gibt er zu. Die meisten Kirchgemeinden seien inzwischen auf Funkuhren umgestiegen. Sie müssen kaum gewartet werden, stellen sich selbst per Funk um und gehen immer genau. Dennoch schwört der Fachmann auf die alte Technik. "So eine Uhr kann jahrhundertelang funktionieren. Das ist das Tolle", findet er.

Die meisten Dresdner Uhren im öffentlichen Raum genießen jedoch die Vorzüge des Funks. Sie erhalten ein Signal von einem Langwellensender der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Alle Funkuhren in Deutschland werden damit in der Nacht zum Sonntag automatisch auf Sommerzeit umgestellt. So auch die Uhren von den Dresdner Verkehrsbetrieben, an den Bahnhöfen oder der Dresdner Kreuzkirche. Manfred Scholze wird seine Annenkirch-Uhr jedoch erst am Sonntagmorgen gegen 8 Uhr auf die Sommerzeit einstellen. "Bis zum Gottesdienst um 9 Uhr muss die richtig gehen. Die Leute schauen da ganz genau hin", weiß er.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.03.2014

M. Lewrenz/S. Schädlich

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