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Der Weg zur Dresdner Waldschlößchenbrücke

Der Weg zur Dresdner Waldschlößchenbrücke

Dresden. 1996 entscheidet der Stadtrat, die Waldschlösschenbrücke zu bauen. Ein Architektenwettbewerb führt 1999 zum heutigen Brückenmodell.

Dresden. 1996 entscheidet der Stadtrat, die Waldschlösschenbrücke zu bauen. Ein Architektenwettbewerb führt 1999 zum heutigen Brückenmodell. Gewinner sind die Berliner Architekten Kolb und Ripke. Im Jahr 2000 wird der erste symbolische Spatenstich getan. Der Streit um die Brücke geht jedoch weiter. Letztlich soll ein Bürgerentscheid Klarheit bringen. Beim Gang an die Wahlurne im Februar 2005 entscheiden sich die Dresdner mit deutlicher Mehrheit von 67,8 Prozent für die zusätzliche Elbquerung.

2006 setzt die Unesco Dresden wegen des geplanten Brückenbaus auf die „Rote Liste" bedrohter Welterbestätten. Der Stadtrat stimmt auf einer Sondersitzung im Juli gegen den Baustart. Im August ordnet das Regierungspräsidium selbigen an. Es beginnt ein Mediationsverfahren.

2007 scheitert das Verfahren. Das Oberverwaltungsgericht ordnet den Bau der Brücke an, der Stadtrat klagt dagegen, scheitert aber. Tausende Dresdner demonstrieren für den Erhalt des Welterbe-Titels, der Stadtrat will alternative Brückenvarianten prüfen. Die „Kleine Hufeisennase" führt zu einer Verzögerung, letztlich ordnet das Oberverwaltungsgericht jedoch den Baustart an. Seit dem 19. November 2007 wird gebaut.

2008 laufen die Bauarbeiten, unter anderem werden an der Bautzner Straße mehrere Bäume gefällt, die Aktivisten zuvor besetzt hielten. Die Polizei muss die Baustelle schützen, da Unbekannte durch Vandalismus hohe Schäden anrichten. Bürgerbegehren und neue Bürgerentscheide zugunsten einer von der Unesco geforderten Tunnellösung scheitern, meist aus juristischen Gründen. Eine von der Stadt vorgestellte „abgespeckte" Brücke wird von den Welterbe-Hütern nicht akzeptiert. Daraufhin erkennt die Unesco Dresden im Juni 2009 den Welterbe-Titel ab.

2010 schreitet der Bau sichtbar voran. Nach und nach entstehen an beiden Elbufern die sogenannten Vorlandbrücken. Im Januar gelingt es der Grünen Liga jedoch, den Bau erneut zu stoppen. Die Stadt hatte Flächen, die zum Einschwimmen des Brückenbogens nötig sind nicht zur Nutzung beantragt. Das ursprünglich für Anfang 2010 geplante Einschwimmen verzögert sich um fast ein Jahr. Erst im September 2010 genehmigt die Landesdirektion die Arbeiten, woraufhin das Oberverwaltungsgericht die Arbeiten noch einmal wegen Klagen für eine Woche stoppt. Streitpunkt ist diesmal das Ausbaggern des Flussbettes.

Im November beginnen schließlich das Ausbaggern und die Vorbereitungen für das Einschwimmen. Nach dem Probeheben am 1. Dezember wird der Brückenbogen am 3. Dezember auf zehn Meter angehoben und in eine sichere Position versetzt. Der Wintereinbruch und der schwankende Elbpegel stoppen die Arbeiter aber erneut.

Erst am 17. Dezember wird das sogenannte Stromfeld über 80 Meter bis zum Flussufer geschoben. Am Folgetag steht der heikelste Punkt an, die Brücke wird auf schwimmende Pontons geschoben, am Sonntag wandert dann schließlich das Mittelstück der Waldschlößchenbrücke an seine endgültige Position.

Sobald es das Wetter zulasse, sol mit dem Verbinden der Brücke mit den Vorlandbrücken begonnen werden. Diese Arbeiten sind jedoch Temperaturabhänige Schweißarbeiten. Im Frühjahr sollen die Betonarbeiten beginnen. Je nach Witterung dauert es dann noch etwa ein Jahr, bis das Bauwerk fertig ist. Ursprünglich sollte der Verkehr über die Brücke in der zweiten Jahreshälfte 2011 freigegeben werden. Unter Verweis auf noch ausstehende witterungsabhängige Arbeiten gibt die Stadtverwaltung inzwischen an, dass sich die Inbetriebnahme auch bis zum Frühjahr 2012 verzögern könnte.

Die ursprünglich veranschlagten Kosten lagen bei etwa 157 Millionen Euro. Dazu kommen nach Angaben des Leiters vom Dresdner Straßen- und Tiefbauamt, Reinhard Köttnitz, etwa 25 Millionen Euro Mehrkosten etwa durch erhöhte Stahlpreise und Verzögerungen beim Bau.

sl / dpa / us

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