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Der Waldhof in Wilschdorf soll zu neuem Leben erwachen

Der Waldhof in Wilschdorf soll zu neuem Leben erwachen

Das Grundstück an der Waldhofstraße in Hellerau/Wilschdorf lässt sich mit einem Wort beschreiben: verwahrlost. Die Mauern scheinen selbst nicht zu wissen, warum sie noch stehen, der Dachstuhl ist teilweise eingestürzt.

Dem Gebäude scheint nur noch eines helfen zu können: die Abrissbirne.

Das sieht Frank Bertram, Geschäftsführer der F & H Bauträger GmbH, völlig anders: "Im nächsten Jahr werden sich hier sechs luxuriöse Eigentumswohnungen mit Einfamilienhaus-Charakter befinden", sagt er. In dieser Ruine? Weiß der Mann, wovon er spricht?

Bertram dürfte es genau wissen. Er hat sich schon in der Roßthaler Straße als Experte für hoffnungslose Fälle profiliert. Die Gründerzeithäuser dort waren von der Stadt schon zum Abriss freigegeben. Bis Bertram kam und sanierte. Obwohl es zwischendurch in den ohnehin schon ruinösen Häusern brannte und kaum noch jemand einen Pfifferling auf die Bausubstanz gegeben hätte.

"Wir sind Dresdner und achten die sächsische Baugeschichte", sagt Bertram. "Deshalb sehen wir Bausubstanz, die von Anderen aufgegeben wurde, mit anderen Augen." Geschichte steckt viel in dem Gebäude an der Waldhofstraße, das im Zweiten Weltkrieg als Notkrankenhaus genutzt wurde und danach immer mehr verfiel. 1625 erwarb der kursächsische Landvermesser Balthasar Zimmermann das Grundstück. Später ging es an Christian Heinrich Schrey über, Frühprediger an der Kirche zum Heiligen Kreuz.

1884 erwarb der Dresdner Bildhauer und Stuckateur Peter Hensler das Anwesen. Einige seiner Skulpturen sind auf dem Grundstück erhalten geblieben. Bertram entdeckte den Waldhof bei einem Waldspaziergang mit seiner Familie. "Meine Tochter als Reiterin hat sich sofort in das Objekt verliebt", sagt er, "aber um es selbst zu nutzen, ist es doch ein wenig zu groß."

Bertram will das Gebäude komplett nach Vorgaben des Denkmalschutzes und anderer Beteiligter sanieren. "Die Planungen sind fast abgeschlossen. Im zweiten oder dritten Quartal werden wir mit dem Bau beginnen", verspricht er. Wie viel er investieren wird, könne er noch nicht sagen, so der Geschäftsführer. "Es wird meistens mehr als geplant. Wir prüfen die Kosten nach Abstimmung mit einigen Ämtern zur Zeit erneut."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.03.2014

Thomas Baumann-Hartwig

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