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Der Teppichfreund verschwindet – 170 Appartements kommen

Grunaer Straße Der Teppichfreund verschwindet – 170 Appartements kommen

Die Fenster sind zugenagelt, das Unkraut wuchert und Sprayer haben ihr Unwesen getrieben – Der Sportpavillon auf der Grunaer Straße 20, in dem bis zuletzt der Teppichfreund zu finden war, verfällt nun schon seit mehr als vier Jahren. Nun sollen hier 170 Micro-Appartements entstehen.

170 möblierte Microlofts für Wissenschaftler, Fachkräfte und Lehrpersonal sollen auf dem Gelände an der Grunaer Straße 20 entstehen
 

Quelle: Visualisierung: T3 Holding

Dresden.  Die Fenster sind zugenagelt, das Unkraut wuchert und Sprayer haben ihr Unwesen getrieben – Der Sportpavillon auf der Grunaer Straße 20, in dem bis zuletzt der Teppichfreund zu finden war, verfällt nun schon seit mehr als vier Jahren. Ende 2012 zog die Textilfirma aus, das Gebäude steht seit dem leer. Auch die ein oder anderen Obdachlosen sollen in dem Objekt mittlerweile übernachten, munkelt man schon seit längerem in der Nachbarschaft.

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Die Fenster sind zugenagelt, das Unkraut wuchert und Sprayer haben ihr Unwesen getrieben – Der Sportpavillon auf der Grunaer Straße 20, in dem bis zuletzt der Teppichfreund zu finden war, verfällt nun schon seit mehr als vier Jahren.

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Doch nun sind die Tage des DDR-Pavillons gezählt. Der Dresdner Investor Göran Grosse plant mit seiner Firma T3 Holding ein neues Wohnhaus auf dem Grundstück, das er bereits 2014 von der Saxowert GmbH gekauft hatte. Der vorherige Besitzer, die TLG Liegenschaftsgesellschaft, plante bereits 2013 einen Neubau mit Wohnungen auf dem Grundstück, der aber nie realisiert wurde – der Teppichfreund musste damals trotzdem weichen.

Jetzt soll aber alles ganz schnell gehen. Grosse will noch in diesem Jahr mit dem Bau von 170 sogenannten Microlofts mit einer Wohnfläche von insgesamt etwa 5400 Quadratmetern beginnen - der Bauantrag ist eingereicht. „Ich hatte das Projekt schon sehr lange im Kopf und habe nach einem passenden innerstädtischen Grundstück gesucht“, so der Investor.

Sein Konzept soll zukünftig mehr Wohnraum einem besonderem Klientel schaffen. Kleine, möblierte Appartements sollen vor allem an Fachkräfte, Wissenschaftler oder Lehrpersonal vermietet werden. „Es ist für Personen gedacht, die nur maximal ein Jahr in Dresden bleiben wollen“, erklärt Grosse. Die Zentrumsnähe sowie der benachbarte Große Garten bieten laut dem Investor optimale Bedingungen für ein Klientel mit gehobeneren Ansprüchen.

Doch dafür muss der alte Pavillon weichen. Ein modernen Wohnhaus soll ihn ersetzen. Damit verschwindet ein weiteres Stück DDR-Architekturgeschichte aus Dresden, nachdem bereits die Bauwerke auf dem ehemaligen Robotron-Gelände weichen müssen. „Wer historische Bilder des Pavillons sieht, kann erahnen, welche architektonische Perle das Objekt mal war - typologisch durchaus vergleichbar mit bekannten Bauwerken beispielsweise von Ludwig Mies van der Rohe“, so Matthias Hahndorf von der Initiative ostmodern, die sich für den Erhalt von aus ihrer Sicht wichtiger DDR-Architektur bemüht. Doch der Ruf des Pavillons sei über die Jahre beschädigt wurden, da er schon so lange leer stünde und verfalle. „Ein Schandfleck, der eigentlich überhaupt keiner ist“, so Hahndorf.

Doch der Erhalt des Gebäudes spielte in den Plänen des neuen Investors keine Rolle. „Ich habe ein völlig anderes Konzept. Zudem passt die Kubatur des Gebäudes ohnehin nicht mehr in das städtebauliche Konzept. Es gibt ja einen B-Plan“, so Grosse. Er steckt insgesamt 18 Millionen Euro in den fünfgeschossigen Neubau. Der Abriss des Sportpavillons beginnt bereits in den nächsten Wochen. „Im zweiten Quartal 2018 sollen die Microlofts stehen“, verrät der Investor. Ausgestattet wird das neue Wohnhaus zudem mit einer Tiefgarage. Entworfen wurde das Gebäude von den Architekten Richter aus Braunlage.

Was mit dem benachbarten Grundstück und dem seit Jahren ebenfalls leer stehenden ehemaligen Selbstbedienungslokal „Picknick“ – auch „Dreckscher Löffel“ genannt – wird, weiss auch Investor Grosse nicht. „Ich kenne weder Besitzer noch Pläne.“

Von Sebastian Burkhardt

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