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Der Plauensche Grund steckt voller schützenswerter Raritäten

In Bienerts Lusthöhle schlummern jetzt die Fledermäuse Der Plauensche Grund steckt voller schützenswerter Raritäten

Ob Traugott Bienert (1813-1894) die Lusthöhle zum Vergnügen diverser Lust-Molche hinter seiner Villa errichten ließ, ist nicht bekannt. Den Dresdner Naturschützern ist hingegen bestens bekannt, dass die Fledermäuse die noch intakte Höhle als sicheres Quartier für sich entdeckt haben.

Sebastian Schmidt und Anke Weber von der unteren Naturschutzbehörde weisen Ricarda Wehner (r.) in ihre Tätigkeit als Schutzgebietsbetreuerin ein.

Quelle: Peter Weckbrodt

Dresden. Ob Traugott Bienert (1813-1894) die Lusthöhle zum Vergnügen diverser Lust-Molche hinter seiner Villa errichten ließ, ist nicht bekannt. Den Dresdner Naturschützern ist hingegen bestens bekannt, dass die Fledermäuse die noch intakte Höhle als sicheres Quartier für sich entdeckt haben. Das besondere Interesse gilt den hier vorkommenden Mopsfledermäusen, einer sehr seltenen Fledermausart. Sie steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten.

Doch das ist nicht die einzige unbedingt schützenswerte Rarität im hier beginnenden Plauenschen Grund, der sich bis zur Stadtgrenze von Freital erstreckt. Es sind sechs Flächennaturdenkmäler (FND) sowie zahlreiche Einzelbiotope, die Anke Weber und Sebastian Schmidt, beide von der Unteren Naturschutzbehörde Dresden, Karl-Hartmut Müller, der Fachgruppenleiter Naturbewahrung Dresden e.V. und Matthias Schrack, Dresdens Naturschutzbeauftragter, den DNN bei der gemeinsamen Exkursion vorstellen können.

So hat die Mopsfledermaus am nahen Ufer der Weißeritz bemerkenswerte Nachbarn. Hier tauchen der wunderschöne Eisvogel und die eher unscheinbare Wasseramsel in den Fluten nach Nahrung für sich und den Nachwuchs. Es lohne sich durchaus für den an der Tharandter Straße dahineilenden Passanten, einmal zu verweilen, geduldig zu warten und zu beobachten, versichert Schrack.

Kaum 400m oberhalb der Bienertmühle harrt rechtsseitig eine geologische Rarität von überregionaler Bedeutung, das FND „Ehemaliger Ratssteinbruch Dölzschen.“ Über dem Tiefengestein Monzenit lagert eine bis zu 10 m mächtige Schicht des Pläners. Über dem Pläner liegt nochmals eine ca. einen Meter dicke Lößlehmschicht. Die Schrägstellung der Schichten beweise, da sind wiederum Schmidt und Müller ganz sicher, dass das Ankippen des Erzgebirges als Pultscholle erst nach der Kreidezeit erfolgt sei. Weil solcherart Beobachtungen die Geologen mindestens deutschlandweit in Begeisterung versetzt, wird der Blick auf die Schichtungen ständig freigehalten. Da kann der Laie nur staunen. Er staunt auch, als Müller in der dem Hang vorgelagerten Wildnis auf Neupflanzungen der Elsbeere hinweist, die er hier getätigt hat. Nie von der Elsbeere gehört, wird auch mancher Leser sagen. Dabei war sie 2011 Deutschlands „Baum des Jahres“. Sie ist richtig selten, war aber vor dessen Besiedelung auch in Sachsen weit verbreitet. Sie erreicht als Baum 12 bis 15 m Höhe, ihr Holz wird von den Tischlern sehr geschätzt. Jetzt hat sie gute Chancen, nach Dresden zurück zu kehren.

Natürlich hat auch das Areal am Hohen Stein in Plauen jede Menge unter Schutz gestellter Raritäten. Augenfällig ist das Naturdenkmal „Felskegel hoher Stein“, für Geologen hochinteressant. Wir begeistern uns mehr für das FND „Gewässer am Hohen Stein“. Hier laichen Braunfrösche und Erdkröten, auch der Teichmolch ist hier zu Hause. Unweit davon „entdecken“ wir eine große Streuobstwiese. Die sei durch den § 21 des Sächsischen Naturschutzgesetzes automatisch streng geschützt. Daran könne auch der Besitzer nicht rütteln.

Eine weitere große floristisch interessante Wiese befindet sich in Hanglage oberhalb der Bienertmühle. Es ist das FND „Bienertwiese“. Umgeben von einem richtig schönen Baumbestand bestimmt sie hier das Landschaftsbild und gewährt zugleich überraschende Ausblicke über die Stadt. Der Seltenheitswert ihres Sommerblühaspektes führte zu ihrem Schutzstatus. der Standort beherbergt zudem mehr als zehn Pflanzenarten die auf der Roten Liste stehen.

Mit ihrer Exkursion verbanden die genannten Experten die örtliche Einweisung der Schutzgebietzbetreurin Ricarda Wehner. Sie brauche alternativ zur täglichen Büroarbeit die Bewegung in der Natur, da komme ihr die jetzt angebotene ehrenamtliche Tätigkeit recht, meint die studierte Landespflegerin und Geografin. Sie bringt durch ihre Ausbildung sehr gute Voraussetzungen für die Naturschutzarbeit mit. Sie wird sich vorzugsweise der Pflege des Baumbestandes in zwei FND des Plauenschen Grundes widmen.

Von Peter Weckbrodt

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