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Der Landesverband und die Tafel Dresden im Kleinkrieg

Der Landesverband und die Tafel Dresden im Kleinkrieg

Edith Frankes Verdienste um die sächsische Tafeln sind unumstritten. Die 71-Jährige, die für die Linke im Landtag sitzt, hat 1995 nicht nur in Dresden die erste Tafel Ostdeutschlands gegründet, die nicht mehr benötigte Lebensmittel an Bedürftige verteilt.

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Edith Franke

Quelle: Matthias Hiekel

Sie rief auch den Landesverband Sächsischer Tafeln ins Leben - war selbst Landeschefin. Doch mittlerweile ist das Verhältnis nicht mehr das Beste. Nicht wenige Mitglieder werfen ihr vor, die Solidarität der Tafeln untereinander zu torpedieren.

Auslöser für den Streit ist der Ausscheiden von Dietmar Haase aus der Dresdner Tafel. Haase war dort für die Logistik zuständig und trug dafür Sorge, dass angebotene Lebensmittelspenden auch schnellstmöglich abgeholt wurden. In derselben Funktion war er für den Landesverband tätig. Doch Franke habe zuletzt mit ihm nicht mehr zusammenarbeiten wollen und ihn vor die Tür gesetzt - so schildert es Haase. Aus "betriebsbedingten Gründen", habe sie ihm kühl mitgeteilt. Im Landesverband wird vermutet, dass dahinter eine Trotzreaktion steckt, weil Franke im Frühjahr nicht mehr in den Landesvorstand gewählt wurde.

Seitdem hat das Verhältnis des Landesverbandes zur Dresdner Tafel merklich gelitten, wie der Landeschef Joachim Rolke per Brief unlängst seinen Mitgliedern mitteilte. Eine Zusammenarbeit sei "nicht mehr ordnungsgemäß gewährleistet", heißt es darin. Die Dresdner Tafel lehne "die weitere Organisation und Unterstützung der sächsischen Mitgliedstafeln mit Lieferungen ab". Bedeutet: Das Kühlfahrzeuge der Dresdner Tafel ist ab sofort nur noch exklusiv für die Landeshauptstadt unterwegs. Und auch die Kühlräume am Messering darf der Landesverband nicht mehr nutzen.

Die übrigen sächsischen Tafeln wurden dadurch kalt erwischt und vor erhebliche Schwierigkeiten gestellt. Eigene Kühlräume wurde zwar unterdessen angemietet. Viel schwerer wiegt aber der Wegfall des Kühlfahrzeuges. Denn nicht immer lohnt es sich bei kleineren Mengen, eine Spedition mit dem Transport der Lebensmittel-Spende zu betrauen. Sie wurden in der Vergangenheit dann selbst abgeholt. Doch aktuell verfügt der Landesverband aufgrund Frankes Entschluss über keinen Kühltransporter, um verderbliche Waren wie Joghurt oder Fleisch von einem Spender abholen zu können. "Wir mussten in den vergangenen Wochen oft angebotene Lebensmittel ablehnen, weil wir nicht wussten, wie wir sie abholen sollten", sagt Haase.

Erst ab diesem Freitag wird wohl Abhilfe geschaffen. Dann mietet der sächsische Verband selbst einen Kühltransporter - finanziert durch Eigenmittel, die aber nicht üppig vorhanden sind.

Die Stimmung im Landesverband ist alles andere als gut. "Das ist ein Verhalten, wie im Kindergarten", sagt Haase über die Chefin der Dresdner Tafel. "Nach 15 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit bin ich frustriert." Landeschef Rolke will sich zur ganzen Angelegenheit lieber nicht äußern. Nur so viel sagt er: "Ich bin von der Reaktion, die Frau Franke zeigt, enttäuscht."

Franke selbst spricht dagegen von einem unsachlichem Verhalten des Landesverbandes. Der habe einfach die Kühlraumdresse der Dresdner Tafel zu seiner Geschäftsadresse gemacht - ohne sie oder jemand anderes zu informieren. Deswegen habe sie einen klaren Schnitt gezogen: "Da mussten klare Grenzen geschaffen werden", sagt sie. Beim Transporter ebenso. Von einem Streit im Landesverband will sie nicht reden: Es stimme alles nicht, was erzählt wird. Sie sei weiterhin solidarisch: "Es gibt Tafeln, die holen bei uns noch immer Waren ab."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.07.2014

Kai Kollenberg

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