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Der Kürbisgärtner von Omsewitz

Der Kürbisgärtner von Omsewitz

"Eigentlich müsste Halloween Ende September sein", findet Jens Kühne. Denn bei einigen Sorten habe man ganz schön zu tun, sie bis Ende Oktober in einem ansehnlichen Zustand zu halten. Nicht jede Kürbissorte überdauert Wochen, ja Monate.

Dresden. Zudem hängt die Haltbarkeit von den Lagerbedingungen ab. Kühl und trocken ist am besten.

Jens Kühne weiß, wie er es machen muss, denn er ist der Kürbisgärtner von Omsewitz. Um die 80 Sorten kultiviert er in seiner Gärtnerei. Damit zieht er Kunden nicht nur aus der unmittelbaren Umgebung an, sondern aus dem Großraum Dresden und sogar aus anderen Bundesländern. "Manche legen die Besuche ihrer Verwandten in Dresden extra in die Kürbiszeit, um bei mir vorbeischauen zu können", weiß der Gärtner. Denn die Vielfalt, die er bieten kann, ist nicht alltäglich.

Die Gärtnerei gibt es schon seit 1924. "Mein Großvater hat sie gegründet und sie ist seitdem immer in der Familie fortgeführt worden. Ich habe den Betrieb 1992 von meinem Vater übernommen", erzählt Jens Kühne. Als dann Halloween (31. Oktober) auch bei uns mehr und mehr gefeiert wurde, bin ich im Jahr 2000 auf den Trichter gekommen, einen Hofladen zu eröffnen und dort auch Kürbisse anzubieten."

Anfänglich wurden die Früchte fast ausschließlich zum Schnitzen und Dekorieren gekauft. Doch nach und nach wuchs das Interesse der Kunden an einer kulinarischen Verwertung. So stockte der Omsewitzer Gärtner die Zahl seiner angebauten Sorten peu a peu auf. "Am beliebtesten ist der Hokkaido, weil man den gleich mit Schale verwenden kann", so der 47-Jährige. Auf Platz 2 folgt der Butternuss-Kürbis, Platz 3 belegt der Spaghetti-Kürbis." Er heißt so, weil man nach dem Garen das Fruchtfleisch mit der Gabel in langen, spaghettiähnlichen Fasern aus dem Kürbis herausholen kann.

Die meisten Kürbisse verkauft Jens Kühne natürlich im Herbst. Sorten, die länger gelagert werden können, sind aber den ganzen den Winter über gefragt. "Ältere Kunden winken nicht selten bei Kürbis erst mal ab und sagen: Kürbis haben wir, als es nicht viel gab, zur Genüge gegessen. Er hängt uns zum Hals raus. - Doch wie wurde Kürbis damals zubereitet? Meistens süßsauer eingelegt. Heute gibt es eine Menge Kürbissorten, Gewürze und Zutaten, die man damals nicht kannte und die eine unglaubliche Vielfalt an Gerichten ermöglichen", argumentiert Kühne. Zur Inspiration legt er in seinem Laden Rezepte aus. Sie alle selbst in der Küche auszuprobieren, dazu kommt er in seinem Ein-Mann-Betrieb (der bei Bedarf Aushilfskräfte engagiert) und angesichts des an sieben Tagen in der Woche geöffneten Hofladens nicht. "Aber nicht selten bringen mir Kunden eine Kostprobe von dem vorbei, was sie aus den Kürbissen gekocht oder gebacken haben", freut sich Jens Kühne.

Doch wovon lebt der Gärtner den Rest des Jahres? "Im Frühling kann ich ein breites Sortiment an Kräutern anbieten, später selbst produzierte Tomaten und Gurken. Zwar jeweils nur eine Sorte, aber dafür sind die im Geschmack Spitze", rührt er die Werbetrommel. Wer bei Jens Kühne einkaufen will, muss allerdings etwas Geduld mitbringen. Denn manchmal ist er gerade auf dem Feld oder im Gewächshaus, kommt aber schnell angestapft, wenn die Klingel schellt - in Gärtnerkluft. "Richtig schick geht es bei mir nicht zu. Aber die meisten Kunden akzeptieren das."

Catrin Steinbach

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