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Der Kleine Ballsaal des Residenzschlosses kehrt zurück

Der Kleine Ballsaal des Residenzschlosses kehrt zurück

Wenn Weihnachten so dicht vor der Tür steht, werden Gaben gern schon mal vorfristig verteilt. Im konkreten Fall wurden sie zumindest fest versprochen, so dass die Beschenkten in spe stolz vorführen konnten, was sie mit dem Geschenk anfangen.

Der "Weihnachtsmann", wenn man so will, ist der Bund, der erneut Gelder für das Dresdner Residenzschloss spendieren will. Nach fünf Millionen Euro im Jahr 2013, gibt es sechs Millionen Euro für dieses Jahr und weitere sechs Millionen wurden nun für 2015 zugesagt - immer kofinanziert durch den Freistaat Sachsen. Der Ausbau des Schlosses zum Museums- und Veranstaltungskomplex kann also weiter gehen.

Schwerpunkt der aktuellen Baumaßnahmen ist der Georgenbau. Während im Stallhof das mittelalterliche Markttreiben tobt, finden direkt daneben Feinschliff- und Stuckarbeiten statt, werden schon Museumsvitrinen installiert. Die avisierte Geldspritze ermöglichte eine kurzfristige Umplanung, so dass jetzt parallel zur Ausgestaltung der Räume für Rüstkammer und Münzkabinett auch der Kleine Ballsaal rekonstruiert werden kann. Diesen Plan hatte Finanzminister Georg Unland (CDU) zunächst zurückgestellt. Jetzt aber zeigt sich schon der hohe Raumeindruck des Saales über zwei Geschosse. Handwerker fertigen Stuckmarmor an und an Türgewänden und anderen Bereichen schimmert schon der echte Marmor. Der Kleine Ballsaal wird ein Beispiel für den Historismus im Ablauf der Bauphasen des Schlosses sein. Er soll zu 80 Prozent original wieder erstehen.

Ein noch näher liegender Grund für Tempo und Konzentration auf den Georgenbau ist das G 7-Treffen der Finanzminister im Mai 2015 in Dresden. Die Herren des Geldes werden dort tagen, wo Sachsens reiche Schätze an Münzen und Medaillen verwahrt werden. Daher erhält die Münzsammlung bis Ende April im zweiten Obergeschoss ihre neuen Ausstellungsräume. Eingebaute Vitrinen lassen schon ahnen, wie Numismatiker ihren Blick auf die ausgeleuchteten kleinen Objekte konzentrieren werden. Ein weiterer, größerer Raum erlaubt die Aussicht zur Elbe.

Wie schon erwähnt, befindet sich im zweiten Obergeschoss auch der Kleine Ballsaal. Sein Vorbereich war zu Zeiten Augusts des Starken das Rotseidene Zimmer. Hier ist gegenwärtig der Stukkateur am Zuge und vervollständigt sorgfältig eine große Deckenrosette. Anderer Stuckzierrat ist schon fertig. Der Raum wird teilrekonstruiert für die Präsentation kostbarer Silberwaffen der Rüstkammer. Eine rote Seidenbespannung soll er auf jeden Fall wieder erhalten. Weitere Flächen für die Rüstkammer befinden sich künftig im ersten Obergeschoss des Georgenbaus und des Ostflügels im Ausbau. Noch sieht alles nach Rohbau aus, in dem die funktionalen Elemente geschickt getarnt werden.

Der weitere Fahrplan besagt: Das Münzkabinett (fünf Räume 2.OG) wird bis Ende April 2015 baulich fertiggestellt, die Rüstkammer (1. OG) bis Ende Dezember 2015, der Kleine Ballsaal bis Ende 2016. Die Gesamtkosten für den musealen Ausbau des Georgenbaus betragen 10,3 Millionen Euro; der Kleine Ballsaal schlägt nochmals mit 6,1 Millionen Euro zu Buche.

Insgesamt wurden bisher 294 Millionen Euro ins Schloss investiert. Am Ende werden es aus heutiger Sicht 377 Millionen sein. Das sind 40 Millionen mehr als ursprünglich kalkuliert. "Auch die Paraderäume werden kommen", so Unland. "Aber seriöse Zeitpläne sind nicht zu nennen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.12.2014

Genia Bleier

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